Sandra Deilmann hatte nach dem 4:0 der Schönebeckerinnen gegen den Hamburger SV so richtig Kohldampf. Genau wie bei ihrem Kopfballtreffer nach schöner Vorbereitung von Steffi Weichelt zum 1:0 ließ sie sich auch nach dem Match auf dem Weg zu Salat und Pasta nicht aufhalten - der Ball zappelte im Netz, später war der Teller voll - und ganz schnell leer.

Schönebeck: Kopfballtreffer und Teller voll

Deilmanns Zielstrebigkeit

ol
06. Oktober 2008, 20:31 Uhr

Sandra Deilmann hatte nach dem 4:0 der Schönebeckerinnen gegen den Hamburger SV so richtig Kohldampf. Genau wie bei ihrem Kopfballtreffer nach schöner Vorbereitung von Steffi Weichelt zum 1:0 ließ sie sich auch nach dem Match auf dem Weg zu Salat und Pasta nicht aufhalten - der Ball zappelte im Netz, später war der Teller voll - und ganz schnell leer. "Ich fasse es einfach nicht", grinste SGS-Coach Ralf Agolli breit vor sich hin, "Sandra traf per Kopf."

Letztendlich das richtige Ende einer Geschichte, die sich in den letzten Wochen aufschaukelte. "Ralf und ich hatten abgeprochen, dass ich mir erst einmal in der Zweitvertretung Selbstvertrauen hole", atmete Deilmann kräftig durch. Agolli: "Sie trainierte immer ganz hervorragend, im Spiel konnte sie das nie umsetzen."

So dass man geschlossen die Reißleine zog und einen Umweg festlegte. Deilmann: "Im Match konnte ich das, was ich unter der Woche zeigte, nie abrufen." Beim 4:0 gegen Herford war sie wieder mit dabei, gegen Hamburg auch erfolgreich, so dass sie sich bei der Auswechselung (83.) die verdiente Kulissen-Huldigung abholte.

Deilmann absolvierte ein ehrgeiziges Wirtschaftsstudium, auf dem Feld war stellenweise vielleicht zuviel Analyse vor den Handlungen festzustellen. "Ich denke halt zu viel nach." Gegen den HSV bewies sie mehrfach - nicht nur beim Treffer und am Buffet - absolute Zielstrebigkeit. "Ich hoffe, das war dieser geplatzte Knoten", erklärte die 24-Jährige zufrieden. Eine Emotion, die sie mit Agolli teilte, der den Blick zurück warf. "Ich übernahm das Team in der Regionalliga, seit dem ist Sandra auch dabei." Ein gemeinsamer Pfad, wobei der der Akteurin von zwei Kreuzbandrissen und einem Mittelfußbruch nachhaltig mehrfach unterbrochen wurde. Sie fand immer wieder zurück in die Spur.

Vor allen Dingen gegen den Nobel-Club von der Alster. Deilmann: "Wir hatten uns gut auf den HSV eingestellt, Chancen waren beidseitig da, der Gegner war im Abschluss schlecht, wir machten unsere Dinger." Wie fünf Minuten vor der Pause durch den Deilmann-Kopfball, der gegen die Laufrichtig gar nicht unkompliziert war. "Der Ball kam, ich dachte, den muss ich jetzt machen." Ohne dieses großartige Nachgrübeln vorab. Das Deilmann-Fazit lautet: "Bis auf das Freiburg-Spiel können wir mit unserem Saisonstart absolut zufrieden sein.

Gegen Rang vier spricht nicht viel. "Wir wollten uns oben dranhängen, ich denke, das haben wir auch geschafft." Die Mittelfeldspielerin nimmt aber den Dampf raus. "Die Spielzeit ist noch lang, aber ich denke, wir nehmen uns weiter vor, die großen Teams zu ärgern." So wie beim 3:2 in Duisburg.

Deilmann: "Um ganz oben mitzuspielen, dazu fehlt noch die Konstanz. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass diese Saison so positiv weiter geht." Zur Not wird Agolli auch ohne Berührungsproleme wieder deutliche Worte finden, die er nach dem Hamburg-Match aber nicht brauchte. Deilmann: "Nach Freiburg wurde Tacheles geredet, manchmal benötigt man das."

Autor: ol

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