Die Verantwortlichen des PSV Wesel-Lackhausen schweben derzeit im siebten Himmel. Sportlich könnte es besser kaum laufen: Der PSV ist in der Bezirksliga 9 Niederrhein souveräner Tabellenführer und seit zehn Spielen ohne jeden Punktverlust. Und zur nächsten Saison ziehen die Lackhausener auf eine Platzanlage um, um die sie wohl so manch ein Oberligist beneiden wird. Auf insgesamt fünf Rasenplätzen trainieren und spielen dann die 26 Jugend- und sechs Seniorenteams. Möglich gemacht hat das erst eine Demonstration von 800 Vereinsmitgliedern, die vor das Rathaus der Stadt zogen. Adrian vorm Walde, Geschäftsführer der PSV-Fußballabteilung, kann es kaum noch abwarten: „Wir freuen uns alle riesig auf die neue Anlage und fiebern bereits jetzt der neuen Spielzeit entgegen.“[i]Die Story[/i]

Wesel: PSV Wesel-Lackhausen mit einzigartigem Modell

Demo mit 800 Vereinsmitgliedern bringt neue Platzanlage

Thomas Ziehn
31. Oktober 2006, 12:44 Uhr

Die Verantwortlichen des PSV Wesel-Lackhausen schweben derzeit im siebten Himmel. Sportlich könnte es besser kaum laufen: Der PSV ist in der Bezirksliga 9 Niederrhein souveräner Tabellenführer und seit zehn Spielen ohne jeden Punktverlust. Und zur nächsten Saison ziehen die Lackhausener auf eine Platzanlage um, um die sie wohl so manch ein Oberligist beneiden wird. Auf insgesamt fünf Rasenplätzen trainieren und spielen dann die 26 Jugend- und sechs Seniorenteams. Möglich gemacht hat das erst eine Demonstration von 800 Vereinsmitgliedern, die vor das Rathaus der Stadt zogen. Adrian vorm Walde, Geschäftsführer der PSV-Fußballabteilung, kann es kaum noch abwarten: „Wir freuen uns alle riesig auf die neue Anlage und fiebern bereits jetzt der neuen Spielzeit entgegen.“[i]Die Story[/i]

Wenn Mitte 2007 am „Molkereiweg“ zum ersten Mal der Ball rollt, liegt hinter den Verantwortlichen ein langer und steiniger Weg. Bisher trainierten die 32 Weseler Teams auf dem „Hüser“, einer Platzanlage mit einem Rasenplatz, sowie an der Schulsportstätte Wesel-Ost mit je einem Asche- und einem Rasenplatz. „Der Platz reichte irgendwann nicht mehr aus“, berichtet vorm Walde, „ständig gab es das Problem, wer, wann, wo und wie trainiert.“ Hinzu kam, dass sich der „Hüser“ mitten im Neubaugebiet Lackhausen befand, wo ein Nahversorgungszentrum (Ärztehaus, Supermärkte etc.) und Mehrfamilienhäuser entstanden sind und immer noch gebaut wird. „Ab und an gab es Beschwerden der Anwohner“, erzählt vorm Walde, „abendliche Feste waren hier nicht ohne weiteres möglich.

Auch das Vereinsheim am „Hüser“ war alles andere als modern und der Platz reichte für die 800 Aktiven bei weitem nicht. Zwar wussten die Weseler Politiker um dieses Problem, jedoch tat sich jahrelang nichts. Fast sieben Jahre ist es her, dass eine neue Anlage für den PSV in die öffentliche Diskussion eingeführt wurde, aber immer wieder in Vergessenheit geriet. Erst eine große Demonstration vorm Weseler Rathaus, an der fast alle 800 PSV-Mitglieder teilnahmen, brachte die Politiker dazu, endlich zur Tat zu schreiten. „Ich denke, dass die Demo den Politikern, allen voran Bürgermeisterin Ulrike Westkamp die Augen geöffnet hat. Dort, wo fast 1000 Menschen Sport treiben, musste etwas unternommen werden“, erinnert sich der 36-jährige Versicherungsvertreter Adrian vorm Walde.[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_122.jpg So in etwa stellen sich die Verantwortlichen das neue Vereinsheim vor.[/imgbox]

Die Schwierigkeiten waren mit diesem Schritt jedoch noch lange nicht beendet. Für das neue Vereinsheim der Lackhausener veranschlagte die Stadt rund 400.000 Euro, die aus dem Verkauf des „Hüser“ und der darauf befindlichen Gebäude resultierten. Jedoch verhängten die Ratsmitglieder gleichzeitig eine Haushaltssperre, so dass der PSV gezwungen war, mit diesem Betrag auszukommen. Ein Nachschlag war nicht mehr möglich.

Es war nun an den Architekten und den Vorstandsmitgliedern einen Entwurf zu finden, der einerseits das Budget nicht überschritt, andererseits aber auch genügend Platz und Raum bot. Nun steht man kurz vor dem Ziel. Die Genehmigung für den Bau des Gebäudes soll in Kürze erteilt werden. „Wir werden dann sofort loslegen“, ist Adrian vorm Walde voller Tatendrang, „mit Eigenleistungen in Höhe von etwa 50 000 bis 100 000 Euro wird sich der Verein an dem Bau beteiligen. Zurzeit sind Mitglieder dabei, das Fundament herzurichten. Später werden wir vor allem im Inneren des Gebäudes selber Hand anlegen.“

Bereits nach sechs Monaten soll das komplette Gebäude fertig sein. Noch nicht ganz sicher ist die Installation einer Tribüne mit 300 bis 400 Sitzplätzen, über die im Vorstand nachgedacht wird.

Mit einem Festakt, an dem knapp 120 Verwaltungsangestellte und der PSV-Vorstand teilnahmen, wurde kürzlich die fertig gestellte Platzanlage, die sich etwas außerhalb von Wesel befindet, an den PSV übergeben. Vom Baubeschluss, auf den man sich im Rathaus am 3. Mai diesen Jahres einigte, bis zur Fertigstellung, verging nicht einmal ein halbes Jahr. „Die Anlage ist in die umliegende Landschaft wunderschön eingearbeitet worden“, schwärmt vorm Walde beim Blick über das satte Grün.

Bürgermeisterin Westkamp spricht gar von einem „herausragendem Ereignis für Lackhausen und Wesel“. Insgesamt kostete die Platzanlage rund 850 000 Euro. Addiert man noch die Kosten für das Vereinsheim hinzu, wurden fast 1,3 Millionen Euro für das neue Zuhause des PSV ausgegeben. Alle fünf Rasenplätze verfügen über offizielle Spielmaße nach DFB-Norm. Vier der Spielfelder gehen nahtlos ineinander über. Nur der Hauptplatz ist ein wenig von den anderen abgesetzt. „Ähnliche Platzanlagen findet man eigentlich nur in Holland“ ist Adrian vorm Walde stolz, „in Deutschland gibt es so etwas kaum. Vielleicht kommen ja einige Vereine auch auf die Idee, ähnliche Plätze anzulegen.“

Zur Weseler Glückseligkeit fehlt jetzt nur noch eine Sache: Der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga. Momentan steht die Mannschaft von PSV-Trainer Werner Lehwald in der Tabelle genau dort, wo dieser Traum Wirklichkeit werden würde. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Verfolger. Mit je 25 Zählern stehen SuS Dinslaken und BW Weseler Zebras punktgleich auf den Plätzen zwei und drei.

Am nächsten Sonntag wartet schon das nächste Spitzenspiel auf den PSV: Mit einem „Dreier“ im Auswärtsspiel bei SuS Dinslaken könnten die Lackhausener das Tor in die Landesliga bereits einen Spalt weit aufstoßen. „Es wäre ein Traum, wenn wir uns zuerst von der alten Spielstätte in Ost als Meister der Bezirksliga verabschieden können. Das erste Meisterschaftsspiel auf der neuen Anlage wäre dann ein Landesligaspiel. Besser könnte es kaum laufen“, wagt vorm Walde einen Blick in die Zukunft.

Für das allererste Spiel auf der neuen Anlage bemühen sich die Verantwortlichen derzeit um einen echten „Hochkaräter“. „Wir sind an einigen attraktiven Gegnern dran. Toll wäre natürlich ein Bundesligist aus der ersten oder zweiten Liga“, gibt sich vorm Walde noch zurückhaltend. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie es beim PSV Wesel-Lackhausen weitergeht.

Autor: Thomas Ziehn

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