Duisburg tanzt der Musik hinterher - schräge Töne kommen auf! Klar, zweimal griff der FCR 2001 Duisburg bei bislang drei Meisterschaftsauftritten ergebnistechnisch in den Mist.

FCR DUISBURG tanzt Musik hinterher - Coach sieht externe "Fachleute"

og
05. September 2003, 16:19 Uhr

Duisburg tanzt der Musik hinterher - schräge Töne kommen auf! Klar, zweimal griff der FCR 2001 Duisburg bei bislang drei Meisterschaftsauftritten ergebnistechnisch in den Mist.

Duisburg tanzt der Musik hinterher - schräge Töne kommen auf! Klar, zweimal griff der FCR 2001 Duisburg bei bislang drei Meisterschaftsauftritten ergebnistechnisch in den Mist. Der Start in den Titelkampf wurde mit zwei Schlappen (2:3 bei Bayern München, 0:1 zuhause gegen Wolfsburg), die dem 3:2 Auftakterfolg zuhause gegen Brauweiler folgten, vermurkst. Klar auch, dass sich jetzt bereits Unwillen regt, auf der Zielgeraden der letzten Spielzeit verwöhnte die Truppe das Umfeld mit der überragenden Leistung bei der unglücklichen 0:1-Niederlage im Berliner DFB-Pokalfinale gegen den 1.FFC Frankfurt. Erfolg ist vergänglich, in dieser emotionalen Hinsicht hat der Frauenfußball schon seit langer Zeit mit der Männerdomäne gleich gezogen. Alles ein Grund, sich mit Jürgen Krust, Coach des FCR, zu unterhalten.

Jürgen Krust, Frust in Kleidern?
Klar. Gegen Wolfsburg hatten wir die kurzfristigen Ausfälle Inka Grings und Mirja Kothe noch zu verkraften.

Grings durch die Nachwirkungen eines Faserrisses, Kothe durch eine Infektion.
Zwei Offensivleute, jeder weiß, in diesem Bereich haben wir nicht so viele, dass wir das problemlos kompensieren könnten. Tatsache ist aber: Wir haben dazu noch ein Mistspiel abgeliefert. Man muss aber auch überlegen, wer auf dem Platz stand.

Youngster!
Exakt. Ich habe immer gesagt, je jünger die Truppe ist, desto weniger Chancen haben wir gegen gestandene Mannschaften.

Wie gegen Wolfsburg?
Das ist eine kämpferische Truppe, die halten mit Kraft dagegen. Einige von uns sind dann überfordert. Das konnte man klar und deutlich sehen. Wir können es uns nicht erlauben, Spielerinnen wie Inka nicht im Match zu haben. Dazu kam Linda Bresonik vom DFB-Lehrgang nicht in der besten Verfassung zurück.

Dieses eine Match gegen Wolfsburg hätte man vor der WM-bedingten Meisterschaftspause noch retten müssen - oder?
Genau. Darauf hatte ich auch vertraut. Jetzt sieht man, wie stark uns das Münchner Spiel fehlt. Dort waren wir gut, verlieren aber. Jetzt zeigten wir nichts und haben erneut verloren.

Konsequenz: Duisburg rennt dem Feld hinterher!
Uns fehlt ein Spiel, jetzt laufen wir ewig der Musik hinterher.

Der Hoffnungsträger heißt Melanie Hoffmann, die - wie RS bereits vermeldete - bekanntlich früher als erwartet nach ihrem Engagement bei den Philadelphia Charges in der US-amerikanischen Profiliga WUSA einsetzbar ist.
Klar bauen wir auf Mel. Aber wir können nicht alles an ihr festmachen, auch mit Mel und Inka haben wir schon schlechte Matches abgeliefert.

Man hört das Murren. Wie laut nehmen Sie das zur Kenntnis?
Die Kritiker stehen natürlich auf dem Teppich, das ist doch keine Frage. Das sind die Fachleute, die die Mannschaft und den Trainer angehen. Ich sage immer: Wer vom Fußball keine Ahnung hat, sollte sich ein Spiel anschauen, sich über den schlechten Verlauf ärgern oder sich über einen Sieg freuen. Fachkommentare sollten aber unterbleiben.

In der Krise sieht man, wie sauber das Vereinsleben ist. Gibt es auch internes Stänkern?
Vielleicht wird auch intern das eine oder andere gequatscht, Kritik wird aufkommen. Zwei Spiele haben wir abgegeben, eines davon sicher unsinnig.
Der Vorwurf scheint tatsächlich zu kommen: Youngster werden verheizt.
Ich sage immer: Wenn ich keine anderen Kickerinnen habe, muss ich sie bringen. Ich kann diesem Ansatz nicht folgen. Potsdam hat das jahrelang so gemacht.

Verheizen hört sich durchaus heftig an.
Wir haben keine Europapokalspiele, keine Länderspiele, wir trainieren stinknormal und absolvieren stinknormale Matches.

Themawechsel: Inka Grings erhielt kein Ticket für den WM-Kader - wie ist die Stimmung?
Es gab nach dem Wolfsburg-Match ein Gespräch zwischen Inka, Silvia Neid....
....der Bundes-Co-Trainerin...
und mir. Ich hatte Inka im Vorfeld gewarnt. Ansprüche auf einen Stammplatz hätte sie in der aktuellen Situation nach ihren körperlichen Problemen bestimmt nicht gestellt. Allerdings kennt man Inka, sie war letzte Saison Torschützenkönigin und es wird bestimmt enge Spiele geben. Sie wäre wertvoll gewesen.

Erneuter Themawechsel: Am Sonntag steht die erste DFB-Pokalhauptrunde an, der FCR tritt ab 11 Uhr beim Regionalligisten FSV 02 Schwerin an.
Dort wollen wir uns nicht blamieren, mit dem damaligen Regionalligisten Hamburger SV haben wir bekanntlich einmal sehr unangenehme Erfahrungen gemacht. Wir wollten eigentlich das Wolfsburg-Spiel nehmen, um uns so richtig zu motivieren...
...jetzt bleibt vielleicht der heutige Probelauf bei Viktoria Anrath ab 19 Uhr....
Eine gewisse Verunsicherung wird jetzt da sein, die muss raus.og

Autor: og

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