Bremen will mit Sieg über Inter ins Achtelfinale

24. November 2004, 07:40 Uhr

Mit einem Sieg über Inter Mailand will Werder Bremen heute (20:45) im Weserstadion vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einziehen. Bei einer Niederlage droht ein "Endspiel" beim FC Valencia.

Trotz der derzeitigen sportlichen Krise will sich Werder Bremen in der Champions League das nötige Selbstvertrauen für die Bundesliga holen. Bei einem Sieg heute (20.45 Uhr/live bei Premiere) im Weserstadion gegen Tabellenführer Inter Mailand würden die Hanseaten sogar vorzeitig das Achtelfinale erreichen und damit in der "Königsklasse" überwintern.

Nationalspieler Fabian Ernst ist fest davon überzeugt, dass der DFB-Pokalsieger trotz Ligamittelmaß (Platz acht) den Schalter gegen den italienischen Renommierklub umlegen kann: "Wir blicken nicht mehr zurück, alles andere als Mailand zählt nicht mehr." Vergleichbares war den Norddeutschen auch vor den Partien gegen den RSC Anderlecht gelungen, wo misslungenen Generalproben in der Liga zwei überzeugende Auftritte in der Champions League folgten.

Klose kann spielen

Passend zur Aufbruchstimmung an der Weser meldete sich auch Nationalspieler Miroslav Klose am Dienstag wieder fit. "Es ist viel besser geworden. Ich kann definitiv auflaufen", meinte der Stürmer, der bei einem Zweikampf mit dem Finnen Pekka Lagerblom eine Verletzung am linken Fuß erlitten hatte.

Sicher ist auch, dass die Gäste ohne ihren Superstürmer Adriano an der Weser auskommen müssen. Der Brasilianer ist für den Rest der Vorrunde wegen einer Tätlichkeit bei der Partie gegen den FC Valencia (0:0) gesperrt. Auch in Mittelfeld und Abwehr schont Inter-Trainer Roberto Mancini mehrere Leistungsträger, denn schon am Sonntag erwarten die Mailänder Tabellenführer und Rekordmeister Juventus Turin im Giuseppe-Meazza-Stadion.

Baumann warnt vor vermeintlicher "B-Elf"

Was der Inter-Coach heftig leugnet, doch da sein Team sicher in der nächsten Runde steht, hat momentan die Serie A Priorität für den Traditionsklub, der seit 15 Jahren auf die italienische Meisterschaft wartet. Werder-Kapitän Frank Baumann lässt sich jedenfalls von den personellen Spielereien der Gäste nicht einlullen: "Bei denen besteht selbst eine so genannte B-Elf noch aus lauter Nationalspielern."

Angesichts der eher mäßigen Bundesliga-Zwischenbilanz wäre auch aus finanziellen Gründen der Sprung unter die 16 besten Mannschaften Europas für den SV Werder immens wichtig. Mit den Einnahmen aus der K.o-Runde ließe sich eine derzeit drohende einjährige Pause im internationalen Geschäft spürbar abfedern. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs will an ein solches Szenario aber noch nicht denken, denn: "Ohne internationalen Wettbewerb ist unsere Mannschaft auf Dauer zu teuer."

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