Der Streit um die Rückzahlung der Kosten, die den Pinguinen durch den Ammoniak-Störfall im KönigPalast entstanden sind, scheint zu eskalieren. Die Eishockey GmbH, allen voran Geschäftsführer Wolfgang Schäfer, fordert nun von der Stadt Krefeld ein Überbrückungsdarlehen.

Krefeld Pinguine: Insolvenz kein Thema mehr

Pinguine drohen mit Umzug

Jörg Zellen
02. Mai 2008, 13:47 Uhr

Der Streit um die Rückzahlung der Kosten, die den Pinguinen durch den Ammoniak-Störfall im KönigPalast entstanden sind, scheint zu eskalieren. Die Eishockey GmbH, allen voran Geschäftsführer Wolfgang Schäfer, fordert nun von der Stadt Krefeld ein Überbrückungsdarlehen.

Und dies mit Recht: Schließlich haben sich die Seidenweberhaus GmbH (Betreiber des KönigPalastes) und die Bau GmbH auch gut anderthalb Jahre nach dem Störfall noch nicht geeinigt, wer am Austreten des Ammoniaks Schuld trägt.

War es ein Mitarbeiter der Seidenweberhaus GmbH, der einen Leitung angebohrt hat, oder wurden die Leitungen von Beginn an falsch gelegt? „Das ist uns eigentlich egal“, schimpft Schäfer nun. „Wir können auf jeden Fall nichts für den Störfall und wollen nur unser Geld haben.“ Aktuell wird die Liquiditätslücke, die den Schwarz-Gelben entstanden ist, auf rund 480 000 Euro beziffert. Wie jetzt aber bekannt wurde, ist ein Gang in die Insolvenz kein Thema.

Rückblick: Es war der 21. Dezember 2006, als sich kurz vor zehn Uhr ein beißender Geruch in der Arena an der Westparkstraße breit machte. Der KönigPalast wurde umgehend geräumt. Und die Pinguine mussten sechs Wochen in der altehrwürdigen Rheinlandhalle ihre Spiele austragen. Sportlich hatte dieser Umzug keine Folgen, jedoch waren die wirtschaftlichen Auswirkungen wesentlich gravierender: Die Logen-Besitzer stellten Regress-Ansprüche, Werbeeinnahmen gingen verloren und vieles mehr.

„Wir mussten diese Ansprüche ausgleichen, haben aber unseren Schaden noch nicht ersetzt bekommen“, klagt Schäfer nicht zu Unrecht und bemüht sich, weiter Druck auf die Stadtoberen auszuüben. „Von der Insolvenz wollen wir noch nicht reden. Dies wird erst so sein, wenn nichts mehr geht“, sagt der Geschäftsführer und ergänzt: „Es gibt ja auch noch Alternativen.“

Was damit gemeint sein könnte? Ein Umzug in die Rheinlandhalle. Die wirtschaftlichen Folgen für die Stadt wären verheerend. Uns genau dies wissen die Pinguine als Hauptmieter der Arena genau. Eines ist zumindest sicher: Die Sommerpause dürfte erneut nicht langweilig werden...

Autor: Jörg Zellen

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