Dass es auch in den A-Kreisligen hin und wieder einmal zu einem zweistelligen Ergebnis kommt, ist eigentlich bekannt. Meist beschränken sich diese derben „Klatschen“ allerdings auf Begegnungen zwischen den Top-Mannschaften der jeweiligen Ligen und einem potenziellen Absteiger. Ganz anders zu bewerten ist dagegen das 10:0 vom Tabellenführer BSV Schüren gegen den VfL Hörde.

Dortmund: Kreisliga A 2: Spitzenreiter fertigt VfL Hörde mit 10:0 Toren ab

"Mein Co-Trainer und ich, wir waren die ärmsten Schweine"

nh
25. März 2008, 18:07 Uhr

Dass es auch in den A-Kreisligen hin und wieder einmal zu einem zweistelligen Ergebnis kommt, ist eigentlich bekannt. Meist beschränken sich diese derben „Klatschen“ allerdings auf Begegnungen zwischen den Top-Mannschaften der jeweiligen Ligen und einem potenziellen Absteiger. Ganz anders zu bewerten ist dagegen das 10:0 vom Tabellenführer BSV Schüren gegen den VfL Hörde.

Der VfL belegt einen Platz im gesicherten Mittelfeld und verfügte bis zum gestrigen Spieltag immerhin über die drittbeste Defensive der Liga. Daher wollte RevierSport online wissen: Was war da los?

Eckehard „Ecki“ Eigenwillig (Trainer VfL Hörde): Das ist mir absolut unerklärlich. Wir haben zwar schnell mit 0:1 zurückgelegen, doch die letzten 20 Minuten vor der Halbzeit dann immer besser ins Spiel gefunden, ja, die Schürener hatten da richtig Respekt bekommen und angefangen sich anzumaulen. In der Halbzeit habe ich dann noch einmal mehr Aggressivität und Laufbereitschaft eingefordert – allerdings vergessen, etwas Wichtiges zu wiederholen, was ich vor der Begegnung gesagt hatte: Nämlich, dass wir bei diesen Platzverhältnissen unbedingt einfach und geradlinig Fußball spielen müssen.

Und so kriegen wir dann nach einem unnötigen Dribbling von Stefan Pagel das 2:0 und unmittelbar danach im Anschluss an eine Ecke den Dritten eingeschenkt. Da brachen bei uns dann alle Dämme. [imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/856-5940_preview.jpeg Hatte gestern wenig zu lachen: "Ecki" Eigenwillig[/imgbox]Da hat jeder nur noch an sich gedacht und man kann sagen, dass die Gegentore vier bis zehn praktisch Eigentore gewesen sind. Richtig Leid tut es mir vor allem für meinen Co-Trainer, Enzo Guercio. Der musste nämlich nach dem Seitenwechsel für den verletzten Keeper Pietzak in den Kasten und bekommt in 45 Minuten neun Stück rein. Er und ich, wir waren gestern wirklich die ärmsten Schweine.

Aber ich habe so etwas kommen sehen, zwar nicht so dramatisch, doch es hat sich da etwas angedeutet. Zuletzt hatten wir nämlich recht viele Ausfälle und da stellte sich die Mannschaft fast von alleine auf. Das hat sich dann auch in den Trainingsleistungen gezeigt. In solch einer Situation fehlen uns einfach die richtigen Typen. Da herrscht überhaupt keine Hierarchie in der Truppe.

Daher habe ich angeordnet, dass sich die Elf heute vor dem Training mal zu einer internen Aussprache zusammensetzen soll, aber nicht um aufeinander rumhacken. Sondern jeder soll da mal schön bei sich selbst anfangen. Und am Donnerstag wird der Vorstand auch noch zu Wort kommen und ich führe anschließend Einzelgespräche.

Peter Walter (Trainer BSV Schüren): In der zweiten Halbzeit war meine Truppe einfach nicht mehr aufzuhalten, jedoch war für die Leistungssteigerung erstmal eine heftige Halbzeitansprache nötig. Ich habe jedem einzelnen aufgezeigt, was verbesserungswürdig ist. Wir waren in den ersten 45 Minuten einfach nicht spielfreudig. [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/006/950-7249_preview.jpeg Konnte sich über hohe Spielkultur seines Teams freuen: Trainer Peter Walter[/imgbox]Das hat mein Team nach dem Wiederanpfiff alles zu 100 Prozent besser gemacht.

Wir waren dann auf dem seifigen Boden immer einen Tick schneller als die Hörder, die doch recht behäbig wirkten. Der VfL – und besonders sein Keeper – hat mir dann allerdings schon ein bisschen Leid getan. Da kriegt der zwölf Bälle drauf und davon sind neun drin. Doch er war völlig schuldlos an den Gegentreffern. Da war ein Tor schöner als das andere. Ich muss aber auch meine Elf in der Gesamtheit loben. Man hat gesehen, dass wir ein intaktes Team stellen und stehen nicht zu unrecht da, wo wir stehen.

Autor: nh

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren