Für den ETB Schwarz-Weiß Essen steht am Sonntag das zweite Auswärtsspiel binnen einer Woche auf dem Programm. Am neunten Spieltag der Oberliga Nordrhein tritt die Kontny- Elf beim Tabellenelften Turu Düsseldorf an. Nachdem es für den Essener Traditionsclub am letzten Wochenende in Bonn beinahe zum ersten Auswärtssieg gereicht hätte - in der 89. Minute hatten die Essener den 2:2 Ausgleich hinnehmen müssen - soll jetzt gegen Turu  der  ersehnte erste „Dreier“ in der Fremde her.

Oberliga Nordrhein: 9. Spieltag, Vorschau & Expertentipp

ETB muss erneut auswärts ran - MSV II möchte nachlegen

Moritz Rieckhoff
21. September 2006, 17:23 Uhr

Für den ETB Schwarz-Weiß Essen steht am Sonntag das zweite Auswärtsspiel binnen einer Woche auf dem Programm. Am neunten Spieltag der Oberliga Nordrhein tritt die Kontny- Elf beim Tabellenelften Turu Düsseldorf an. Nachdem es für den Essener Traditionsclub am letzten Wochenende in Bonn beinahe zum ersten Auswärtssieg gereicht hätte - in der 89. Minute hatten die Essener den 2:2 Ausgleich hinnehmen müssen - soll jetzt gegen Turu der ersehnte erste „Dreier“ in der Fremde her.

Diesen könnten die Schützlinge von Trainer Frank Kontny angesichts der Tabellensituation auch gut gebrauchen. Mit bereits fünf Niederlagen stehen die Schwarz- Weißen auf dem 13. Tabellenplatz. Sieben Zähler stehen auf der Habenseite. Nicht viel, bedenkt man, dass bis auf den GFC Düren (4Punkte) alle Teams zwischen Platz 14 und 17 mit der gleichen Punktzahl aufwarten können. Auch dem Trainer würden drei Punkte am Wochenende gerade recht kommen. Die im Umfeld des Vereins aufgekommene Trainerdiskussion macht die Situation des 42-jährigen Übungsleiters beim Essener Traditionsklub nicht gerade leichter. Vor dem Spiel in der Landeshauptstadt gibt sich ETB SW Essen-Mittelfeldakteur Sunay Acar dennoch optimistisch. Der vor der Saison vom 1.FC Passau in den Ruhrpott gewechselte Arcar ist gebürtiger Duisburger. „Wenn wir in Düsseldorf so auftreten wie in der zweiten Hälfte in Bonn, dann können wir gegen Turu auch gewinnen“, glaubt der 28-Jährige.

Mit dem Gegner hat sich Acar nicht besonders stark auseinandergesetzt, weiß aber dennoch: „Die haben eine starke Mannschaft. Doch wenn wir unser Spiel konzentriert durchziehen, sind die für uns auf alle Fälle zu packen.“ Für ein Essener Happy- End soll vor allem Sascha Wolf sorgen. Der Stürmer traf in Bonn doppelt und präsentierte sich auch sonst in glänzender Form.

Eine schwierige Auswärtsaufgabe erwartet am Wochenende auch die Zweite des MSV Duisburg. Beim Wuppertaler SV II wartet mit SV-Trainer Joachim Hopp nicht nur ein alter Bekannter auf die Zebras, sondern auch eine der torhungrigsten Mannschaften der Oberliga. Bereits 17 Mal hat es im Gehäuse der Wuppertaler Gegner eingeschlagen. 13 Punkte aus sechs Spielen und Tabellenplatz sechs heben die Hopp- Elf vor dem Duell gegen die Meidericher in die Favoritenrolle. Doch der MSV möchte nach dem mühsamen Heimsieg gegen den 1.FC Kleve nun die Gunst der Stunde nutzen und sich mit drei weiteren Punkten aus den Niederungen der Tabelle verabschieden. Schwierig genug wird es jedenfalls. Der bisherige Saisonverlauf spricht Bände und gegen die Duisburger. Ausschließlich drei Teams konnte der MSV bislang hinter sich lassen. Auswärts setzte es teils bittere Niederlagen, nur in Bergisch-Gladbach gelang es der von Horst Steffen trainierten Elf einen Punkt zu entführen. Trotz aller Kritik sagt MSV Coach Steffen:„Wir haben die letzten Spiele teilweise auch ein wenig Pech gehabt. Velbert und Oberhausen sind zwei sehr starke Mannschaften. In beiden Spielen haben wir gezeigt, dass wir mithalten können und nur unglücklich verloren.“

Das am vergangenen Wochenende gerade spielerisch eindeutige Zeichen der Besserung zu sehen waren, stimmt den Teamchef zusätzlich positiv: „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Woran wir weiterhin arbeiten müssen, ist vor allem unsere Chancenauswertung. Da stimmt es noch nicht“. Personell sieht es beim MSV dagegen gut aus. An der Wupper wird Steffen bis auf den weiterhin rotgesperrten Kai Koitka aus dem Vollen schöpfen können. Steffen: „Wir wollen in Wuppertal jetzt eine Serie starten und dort gewinnen“. Sollte dies gelingen, wäre dies ein Umstand der den Verantwortlichen an der Wedau keine Minute zu früh käme.

Zu spät und nicht zu früh ist es für den VfB Homberg bei einer eventuellen Niederlage gegen den SV Straelen zwar noch nicht, aber die Situation an der Rheindeichstraße würde sich im Fall der Fälle nicht entspannen. Im Gegenteil: Vom euphorisierten Umfeld vor der Saison in die Rolle des Aufstiegsfavoriten bugsiert, dümpeln die Duisburger Vorstädter momentan auf Platz 16. der Tabelle herum. Immerhin holten die Schwarz-Gelben am letzten Wochenende den ersten Auswärtspunkt der Saison. Durch Treffer von Sebastian Radtke und Ercan Aydogmus egalisierten die Duisburger die 2:0-Führung des Gastgebers aus Bocholt. Nun kommt mit dem SV Straelen der Tabellenzweite ins PCC- Stadion. Patrick Goncalves ist vor der Saison nach vier Jahren in Straelen nach Homberg gewechselt und kennt den kommenden Gegner daher gut: „Offensiv sind die ganz stark. Wenn ich überhaupt über Schwächen reden kann, dann würde ich die eher im Defensivverbund sehen. Ich denke das wird ein ganz schwieriges Spiel für uns“, analysiert der gebürtige Portugiese und fügt lachend und mit einer Portion Galgenhumor hinzu: „Ist doch auch mal schön wenn man mal nicht der Favorit ist.“

Nicht nur ob des kommenden Gegners ist dem 22-Jährigen in der letzten Zeit nicht zum Lachen zumute. Viel schlimmer: Der Defensivakteur, der sich im Spiel gegen den VfB Speldorf schwer verletzt hatte, kann am Sonntag gegen seinen Ex-Klub nur zuschauen: „Das schmerzt wirklich sehr. Ich hätte so gerne gespielt und gezeigt was ich kann“, sagt Goncalves. „Nur drei Punkte für uns könnten mich über meinen Schmerz hinwegtrösten“. Ein Grund mehr für seine Mannschaftskameraden sich am Sonntag so richtig ins Zeug zu legen.

Den 9. Spieltag tippt: Sunay Acar (Spieler ETB Schwarz-Weiß Essen)

Autor: Moritz Rieckhoff

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