Bei allem Ärger über die anhaltende Torflaute sollte die andere Seite der Medaille nicht vergessen werden. Die Defensive des MSV ist ein reines Bollwerk.

MSV Duisburg

Altes Eisen rostet nicht

20. November 2016, 08:37 Uhr
Foto: Getty-Images

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Bei allem Ärger über die anhaltende Torflaute sollte die andere Seite der Medaille nicht vergessen werden. Die Defensive des MSV ist ein reines Bollwerk.

15 Spiele, acht Gegentore - der MSV stellt weiterhin die mit Abstand sattelfesteste Defensive der 3. Liga. Diese Quote ist Ausdruck einer überragenden Stabilität der Zebras. Und sie trägt vor allem einen Namen: Branimir Bajic.

Zugegeben: Zu den jüngsten Eisen zählt der mittlerweile 37-Jährige längst nicht mehr - und dennoch ist der Routinier für Trainer Ilia Gruev absolut unverzichtbar. Denn in der permanenten Verjüngung des Profi-Kaders ist der Oldie der so wichtige Ruhepol bei den Meiderichern: „Branimir ist ein erwachsener Spieler“, lobte der Chefcoach seinen Akteur nach der Partie in Frankfurt und vertiefte seine Aussage: "Heutzutage sind die Jungs ein bisschen kindisch. Er ist aber ein echter Mann. Mit seiner Professionalität hilft er nicht nur seinen Mitspielern, sondern auch mir als Trainer."

In seiner momentanen Verfassung ist er für uns unersetzbar
Ilia Gruev (MSV Duisburg)

Der bulgarische Trainer belohnt den momentan treuesten Duisburger Spiel um Spiel mit einem Platz in der Startelf. Bajic verpasste in dieser Saison, wenn spielberechtigt, keine einzige Sekunde. Nur im Heimspiel gegen Hansa Rostock musste der Haudegen aufgrund einer Gelbsperre passen. Dass die Meidericher ausgerechnet in dieser Partie ihre erste Heimpleite erlitten, kann durchaus mit dem Fehlen des Bosniers in Verbindung gebracht werden. Vor allem für seinen Nebenmann Dustin Bomheuer ist die Erfahrung des Kapitäns unerlässlich: „Branimir hat eine enorm wichtige Rolle in unserer Mannschaft“, weiß auch der 25-Jährige. Die beiden Abwehrrecken haben sich gesucht und gefunden, bis auf die enttäuschende 0:3-Pleite bei Wehen Wiesbaden kassierte der MSV in keiner Begegnung mehr als einen Gegentreffer.

Auch nicht gegen den FSV Frankfurt, der mit dem besten Angriff der Liga pure Offensivpower auf den Platz brachte. Dieser Fakt schien jedoch für die Defensive und vor allem für Bajic nur ein zusätzlicher Ansporn gewesen zu sein, die Schotten hinten dicht zu halten: „Branimir kann mit diesem Druck umgehen“, erklärt sein Trainer vielsagend und ergänzt: "Er hat in seiner Karriere schon so viel erlebt, ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe."

Eine Aussage, die unterstreicht, wie viel der Fußballlehrer von seinem Leader hält. Dennoch weiß er selbst am besten, wie schnelllebig das Profi-Geschäft heutzutage ist. Vielleicht auch deshalb verlängerten beide Parteien ihre Zusammenarbeit vor dieser Spielzeit auch nur um ein Jahr. An ein baldiges Karriereende seines verlängerten Arms will Gruev aber noch keinen Gedanken verschwenden. Denn der 47-Jährige weiß, wie wichtig seine Erfahrung ist, um die Zebras zu führen: "Er macht neben dem Training noch ein individuelles Programm, um sich so fit wie möglich zu halten. In seiner momentanen Verfassung ist er für uns unersetzbar."

Bei einem möglichen Aufstieg des MSV würde Bajic mit dann 38 Jahren weiterhin zu den ältesten Spielern im Profi-Zirkus zählen. Frei nach dem modifizierten Motto: Altes Eisen rostet eben doch nicht.

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