Niederrheinpokal

Mühevoller MSV-Sieg – jetzt wartet der KFC

Martin Herms
28. September 2016, 20:52 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Selbst der Gang in die Kabine fiel nicht leicht. Als MSV-Profi Thomas Bröker nach dem Halbzeitpfiff über den Rasen des PCC-Stadions schlenderte, folgte ihm entschlossenen Schrittes ein gewisser Roland Oppong.

Der 28-Jährige trägt die Kapitänsbinde des Landesligisten Rather SV. Er stürmte auf den 194-fachen Bundesliga-Spieler zu und beschimpfte diesen so lautstark, dass es ein Teil der rund 1000 Zuschauer in Duisburg mitbekam.

Es war kein Spaziergang, der den MSV Duisburg in der zweiten Runde des Niederrheinpokals erwartete. Der Sechstligist stellte den Drittliga-Spitzenreiter gerade im ersten Durchgang vor ernsthafte Probleme. Den Einzug des Favoriten in die dritte Runde konnte der krasse Außenseiter trotz einer überzeugenden Leistung aber erwartungsgemäß nicht verhindern. Mit 5:1 (1:0) setzte sich der MSV beim Rather SV durch. Die Fans der Zebras können sich nun auf eine äußerst attraktive Poakl-Begegnung freuen. Denn in der nächsten Runde wartet der ehemalige Bundesligist KFC Uerdingen. Diese Knaller-Partie hatte die Auslosung am Montag in Oberhausen ergeben.

Gegen den Oberliga-Spitzenreiter bedarf es für den MSV einer besseren Leistung als am Mittwochabend in Homberg. Die Düsseldorfer, die das Spiel aufgrund von Sicherheitsbedanken in Duisburg-Homberg und nicht auf ihrer heimischen Platzanlage austragen durften, machten den Zebras das Leben äußerst schwer. Dass der Favorit nur schleppend ins Spiel kam, war sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass MSV-Trainer Ilia Gruev wie angekündigt seinen zweiten Anzug ins Rennen schickte.

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Tugrul Erat und Stanislav Iljutcenko waren die beiden einzigen Spieler, die am Sonntag beim 1:0-Sieg in Erfurt mit von der Partie waren. Letzterer war es auch, der den Meiderichern das angestrebte frühe Tor bescherte. Eine der wenigen Unachtsamkeiten in der Rather Defensive nutzte Iljutcenko eiskalt aus und erzielte das 1:0 (15.).

Der Treffer gab dem Drittligisten allerdings nicht die erhoffte Sicherheit. Einige haarsträubende Patzer in der Abwehr der Duisburger und ein couragierter Auftritt der Rather machten die Begegnung spannender, als zu vermuten war. Immer wieder kam der RSV in die Nähe des Duisburger Tores und ab und an sogar zu guten Gelegenheiten. Die größte Möglichkeit in den ersten 45 Minuten vergab Dejan Schmitz, der freistehend vor dem MSV-Tor den Ball nicht richtig traf.

Das Selbstvertrauen des Landesligisten wuchs von Minute zu Minute und so kam der Landesligist noch mutiger aus der Kabine. Lediglich das Tor wollte für die Mannschaft von Trainer Christian Schmitz nicht fallen. In der 56. Minute war der Rather Anhang schon bereit zum Jubeln, doch Simon Atiye konnte einen kapitalen Bock in der Duisburger Abwehr nicht nutzen und haute die Kugel über den Kasten. Die Quittung erhielten die Gastgeber nur drei Minuten später. Thomas Bröker war nach einer Standardsituation per Kopf zur Stelle und sorgte für die Entscheidung (59.). Nach diesem Treffer verließen den Underdog sowohl der Mut als auch die Kräfte. Erneut führte ein ruhender Ball zu einem Duisburger Treffer. Beim 3:0 war Enis Hajri per Kopf zur Stelle (68.).

Die beiden weiteren MSV-Tore waren Stürmer Kingsley Onuegbu vorbehalten (72.,91.). Der Ehrentreffer für die Düsseldorfer war dem eingewechselten Timo Ziegler vorbehalten, der eine abermalige Unachtsamkeit der Duisburger bestrafte. Bei so viel Einsatz war dieses Tor auch mehr als verdient.

Autor: Martin Herms

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