Ein Tor hatte Ilkay Gündogan (25) beim 4:0-Triumph über Borussia Mönchengladbach zwar nicht erzielt.

ManCity

Gündogan könnte eine große Zukunft bevorstehen

Michael Ryberg
15. September 2016, 20:28 Uhr
Foto: firo

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Ein Tor hatte Ilkay Gündogan (25) beim 4:0-Triumph über Borussia Mönchengladbach zwar nicht erzielt.

Die Leistung beim Debüt des Ex-Dortmunders im himmelblauen Dress von Manchester City allerdings war klar mehr wert als ein profaner Treffer. Trainer Pep Guardiola titelte Gündogans Auftritt im offensiven Mittelfeld nach der Gladbacher Champions-League-Lehrstunde schlicht als „superb“. Und der Nationalspieler selbst fühlte sich vier Monate nach seiner Verletzung an der rechten Kniescheibe „ziemlich kaputt, aber richtig glücklich“.

ManCity und Gündogan – das könnte nach den Eindrücken vom Mittwochabend aus dem Etihad Stadium etwas Großes werden. „Ich habe nach sieben Jahren Bundesliga eine neue Herausforderung gesucht und die perfekte Entscheidung getroffen“, erklärte Gündogan im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die lange Zeit in der Reha hat mich zwischenzeitlich schon gefrustet. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Wichtig war auch, dass Pep Guardiola mich nach der schweren Verletzung im Mai angerufen und mir gesagt hat, er wolle mich trotzdem haben. Es gibt fast nichts schöneres, motivierendes, wenn einer wie Pep erklärt, er will mich als seinen Wunschspieler verpflichten.“

Den bemerkenswerten Auftritt gegen Gladbach an der Seite von Kevin de Bruyne, mit dem dreifachen Torschützen Sergio Agüero sowie mit Nationalspieler Raheem Sterling, honorierten die City-Fans mit großem Applaus. „Gefeiert zu werden, das ist für Fußballer wie eine Droge“, sagt Gündogan.

Ändern muss er seinen Spielstil in der Premier League nicht. Manchester City ist ganz weit weg vom alt-britischen Kick-and-rush-Gebolze. „Ich spiele hier meine Art des Fußballs weiter, den ich auch unter Jürgen Klopp und Thomas Tuchel in Dortmund gezeigt habe.“ Technisch brillant, schnell mit dem Ball, viel in Bewegung. Das gefällt Guardiola, das passt ins System von Balldominanz und Druckaufbau auf den Gegner.

Ein Torjäger wird Gündogan nicht mehr. „Das wird auch Pep nicht schaffen. Aber so lange andere treffen, ist das nicht weiter schlimm“, sagt der gebürtige Gelsenkirchener.

"Wir haben auf die Nuss bekommen", so Eberl

Die Gladbacher trafen am Mittwochabend gar nichts. Und flogen genervt heim. „Wir haben auf die Nuss bekommen“, stellte Sportdirektor Max Eberl präzise fest. Zum zweiten Mal binnen fünf Tagen – rechnet man das Freiburg-Spiel (1:3) hinzu. „Läuferisch und kämpferisch waren wir nicht am Limit. Das hätte es aber gebraucht, um bei Manchester City zu bestehen“, meinte Trainer André Schubert.

Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Werder Bremen soll die Borussia wieder strahlen. Ilkay Gündogan spielt dann für die Citizens gegen den AFC Bournemouth. Wenn ihn Pep Guardiola wieder ranlässt.

Autor: Michael Ryberg

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