Spielmacher Rafael van der Vaart von Bundesligist Hamburger SV sieht seine Chancen auf den bislang von seinem Arbeitgeber untersagten Wechsel zum spanischen Spitzenklub FC Valencia offenbar schwinden.

Reuiger van der Vaart verliert Glauben an Wechsel

"Ich habe die HSV-Fans tief beleidigt"

21. August 2007, 12:12 Uhr

Spielmacher Rafael van der Vaart von Bundesligist Hamburger SV sieht seine Chancen auf den bislang von seinem Arbeitgeber untersagten Wechsel zum spanischen Spitzenklub FC Valencia offenbar schwinden. "Es ist ein Rennen mit der Zeit. Auch wenn Valencia hinter mir steht, werden sie bald sagen, dass es ihnen zu lange dauert und einen einen anderen Spielmacher holen. Das ist mir klar", sagte der niederländische Nationalspieler der Bild-Zeitung (Dienstag-Ausgabe).

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/293-1310_preview.jpeg Will wechseln, darf aber (weiterhin) nicht: Rafael van der Vaart. (Foto: firo)[/imgbox]Übereinstimmenden spanischen Medienberichten zufolge soll der Champions-League-Qualifikant bereits eine Verpflichtung von van der Vaarts Landsmann Ibrahim Afellay vom niederländischen Meister PSV Eindhoven als Alternative ins Auge gefasst haben. "Momentan macht es keinen Sinn, nach Hamburg zu reisen, um einen Wechsel van der Vaarts zu forcieren", erklärte Valencias Sportdirektor Miguel Angel Ruiz der Sporttageszeitung AS.

Beim HSV zeigt man sich derweil auch von einer angeblichen Erhöhung von Valencias Ablöseangebot von 14 auf 22 Millionen Euro unbeeindruckt. "Das interessiert uns nicht", meinte Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der seiner konsequenten Linie im Transferpoker somit weiter treu bleibt und van der Vaart bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August nicht ziehen lassen will. Stattdessen erhielt der umworbene Star für seine Pose mit dem Valencia-Trikot in einer spanischen Zeitung eine Geldstrafe in Höhe von geschätzten 40.000 Euro.

"Das Geld wird mir vom Gehalt abgezogen. Aber ich zahle nur unter Protest", sagte van der Vaart, gestand aber ein, dass diese Aktion eine "Dummheit" gewesen sei: "Das hätte ich sein lassen sollen. Das war nicht gut." Auch gegenüber den Anhängern des HSV, die den Mittelfeldspieler beim 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag nicht mit dem erwarteten Pfeifkonzert bedachten, zeigte der Holländer Reue.

"Ich hätte einige Sätze viel besser formulieren müssen. Ich habe die HSV-Fans tief beleidigt. Und die Anhänger haben es nicht verdient, enttäuscht zu werden", erklärte van der Vaart: "Sie haben uns unterstützt, als wir Tabellenletzter waren. Da gab es keine Pfiffe für die Mannschaft. So etwas gibt es nirgendwo."

Als generelle Entschuldigung für sein Verhalten der vergangenen Tage will der Profi seine Worte aber offenbar nicht verstanden wissen: "Man muss manchmal im Leben ein Arschloch sein. Auch wenn ich es nicht gerne bin", sagte van der Vaart und übte erneut harsche Kritik an der HSV-Führung.

So habe er zuletzt gelernt, dass es im Fußball kein Vertrauen mehr gebe: "Mir wurden Verhandlungen von der HSV-Seite versprochen, wenn ich so ein Angebot bekomme. Aber am Ende erinnert sich niemand mehr daran. Und bei Ungerechtigkeiten drehe ich eben durch. Das soll keine Entschuldigung sein, aber eine Erklärung."

Die Hamburger wollen dem Spielmacher erst nach der Saison die Freigabe aus seinem bis 2010 befristeten Vertrag gewähren. 2009 könnte der Niederländer den Verein für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro verlassen. Die einst vom HSV angestrebte vorzeitige Verlängerung des Kontraktes ist nach den Entwicklungen der vergangenen Tage wohl ausgeschlossen.

So will sich van der Vaart in der kommenden Saison für den HSV noch "voll reinhauen". "Und irgendwann in ein, zwei Jahren, spiele ich in Spanien. Da bin ich sicher", sagte der Regisseur.

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