Es war ja der sonnige Sonntag der Ehrungen, Abschiede und Danksagungen.

VfL Bochum

Das Ziel kann nur der Aufstieg sein

Ralf Ritter
10. Mai 2016, 08:22 Uhr
Foto: firo

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Es war ja der sonnige Sonntag der Ehrungen, Abschiede und Danksagungen.

Feucht-fröhliche Partystimmung mit ein bisschen Wehmut. Nur das Spiel, vor allem das Ergebnis wollten nicht dazu passen. 2:3 gegen Eintracht Braunschweig - ein Erfolgserlebnis zum Abschluss in Heidenheim täte der VfL-Seele wahrlich gut. Intern wie extern.

Denn natürlich blickten Fans und Spieler nicht nur zurück auf die Zeit, in der Legenden geboren wurden, die nun gekürt wurden und gefeiert von den bis zum Schluss doch recht gut gestimmten Fans in der Ostkurve. Bis auf zwei der überwiegend gewählten Bochumer, die somit praktisch das Team des Jahrhunderts bilden, waren sie alle auf dem Rasen: Hermann Gerland etwa, ein dicker Kumpel von VfL-Rekordmann Ata Lameck, kam gleich nach seinem Titelgewinn mit den Bayern aus Ingolstadt in seine Heimat, auch Coach Klaus Toppmöller war da, Jupp Tenhagen, Lothar Woelk.

Nur Heinz Höher fehlte und Ralf Zumdick: Die „Katze“ im Tor des VfL gewann auch einen Titel. Als Co-Trainer von Thomas Doll holte er mit Ungarns Ferencvaros Budapest das Pokalfinale und damit, nach der 29. Meisterschaft, das Double.

Fans: „Auf zum gemeinsamen Ziel“

Ein Pausenintermezzo, das Erinnerungen weckte an bessere Zeiten als in Liga zwei. Dort aber wird der VfL mindestens ein weiteres, sein siebtes Jahr in Folge verbringen. Es soll ja im Aufstieg enden. „Danke, Jungs. Nächste Saison auf zum gemeinsamen Ziel“, stand auf einem Banner der Anhänger; das VfL-Team trug auch eines über den Rasen: „Danke für die tolle Unterstützung. Wir zählen auf euch 2016/17.“ So sieht es auch Simon Terodde: „Wenn man Vierter, Fünfter oder Sechster wird, dann hat der Verein natürlich das Ziel, nächstes Jahr aufzusteigen.“

Ob der Torjäger selbst noch seinen Teil dazu beiträgt, ist fraglich, auch Vorstand Christian Hochstätter schließt einen Wechsel nicht aus: „Er hat einen Vertrag für die kommende Spielzeit und es gibt noch kein konkretes Angebot für ihn. Aber ausschließen, dass das so bleibt, kann ich nicht.“ Eine Vertragsverlängerung beim VfL ist aktuell kein Thema für Terodde.

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Sein Preis wird jedenfalls nicht fallen, wenn er bester Torschütze der 2. Liga bleibt: Nach seinem Doppelpack gegen Braunschweig hat Terodde, trotz der zwei verschossenen Elfmeter, nun ein Tor mehr auf dem Konto als Freiburgs Nils Petersen. Motivation genug für ihn dürfte das sein für das Spiel in Heidenheim am Sonntag. Für das Team, für den Club gilt: Realistisch betrachtet kann der VfL, aktuell Fünfter, noch Vierter werden oder bis auf Rang acht zurückfallen.

In allen Fällen ändert das nichts an der Platzierung in der Fernsehgeld-Tabelle: Bochum dürfte die Saison als Zweitliga-Elfter und damit zwei Plätze besser als im Vorjahr abschließen und dafür rund 7 Millionen kassieren. Einen Platz abrutschen und damit rund 340 00 Euro verlieren kann Bochum nur noch, wenn Paderborn nicht absteigt. Allerdings spielt die jetzige Platzierung auch in den vier Jahren darauf eine Rolle beim Errechnen der TV-Geld-Tabelle. Jeder Platz also kann auf Sicht noch wertvoll sein.

Emotional, für die Stimmung, damit auch für die Vermarktung und womöglich das Interesse neuer Spieler ist ein ordentlicher Abschluss aber bedeutender nach zuletzt drei Pleiten und einem Remis.

Autor: Ralf Ritter

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