Ingo Wald, Präsident des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, saß beim Auswärtsspiel in Sandhausen auf der Haupttribüne in der prallen Sonne.

MSV

„Das Wunder ist möglich“

Thomas Tartemann
08. Mai 2016, 20:56 Uhr
Foto: dpa

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Ingo Wald, Präsident des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, saß beim Auswärtsspiel in Sandhausen auf der Haupttribüne in der prallen Sonne.

Wald hielt sich zwischenzeitlich eine der zahlreichen ausgelegten Klatschpappen als Schattenspender über den Kopf und erlebte zum wiederholten Mal ein Wechselbad der Gefühle.

Der MSV wendete den wahrscheinlichen K. o., der sich nach einem 0:2-Rückstand bereits deutlich abgezeichnet hatte, doch noch ab und holte ein eminent wichtiges 2:2 (0:0). Wald: „So schlimm wie diese sportliche Achterbahnfahrt kann die Sonne gar nicht sein. Ich habe allergrößten Respekt davor, dass unsere Jungs noch einmal zurückgekommen sind. Als wir mit zwei Treffern im Rückstand lagen, war ich ehrlich gesagt am Boden zerstört.“

Nach dem Abstauber von Philipp Klingmann, der aus wenigen Zentimetern einen Lattenkopfball seines Teamkollegen Leart Paqarada ins Duisburger Tor drückte (68.), erhöhte Korbinian Vollmann aus vier Metern auf 2:0 (75.). In beiden Fällen gab die Duisburger Defensive, die vor allem auf der linken Seite mit Dan-Patrick Poggenberg und Kevin Wolze überhaupt keinen Zugriff bekam, ein erschreckendes Bild ab. Die Mannschaft war bemüht, verpasste es aber im ersten Durchgang, als Sandhausen noch nicht alles in die Waagschale geworfen hatte, die Weiche auf Auswärtssieg zu stellen. „Darüber ärgere ich mich im Nachhinein“, zeigte sich Brecher Kingsley Onuegbu selbstkritisch. Wir hätten im ersten Durchgang führen können“, fasste der Nigerianer zusammen, „nach der Pause haben wir nicht gut angefangen.“

Nach dem Rückstand reagierte Trainer Ilia Gruev, schmiss Nico Klotz ins Getümmel und lag damit wieder einmal richtig. Klotz schaffte das Anschlusstor zum 2:1 (80.), indem er einen feinen Pass von Victor Obinna ins Sandhäuser Netz bugsierte.

Die über 5000 Duisburger Fans, die in drei verschiedenen Stadionbereichen untergebracht waren und aus dem Auswärts- ein Heimspiel machten, peitschten die Zebras vehement nach vorne. Der Lohn: Giorgi Chanturias abgefälschter Freistoß zum 2:2 (83.). „Es war ein verdienter Punkt. Vielleicht ist er ganz, ganz wichtig in der Endabrechnung“, blickte Kingsley Onuegbu voraus. Der Stürmer schob nach: „Leipzig wird für uns am Sonntag kein Spaziergang, sondern ein sehr hartes und schwieriges Spiel. Vielleicht sind die Leipziger ja auch etwas im Feiermodus.“ Davon geht Trainer Ilia Gruev nicht aus. Er rechnet mit Rasenballern, die trotz des perfekt gemachten Bundesligaaufstiegs mit voller Konzentration auflaufen. „Dass RB jetzt Bundesligist ist, heißt nichts. Sie haben Ehrgeiz und wollen alle Spiele gewinnen. Wir haben unser tolles Publikum im Rücken und werden alles tun, um vernünftig zu bestehen.“

Autor: Thomas Tartemann

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