Den Abend nach seinem ersten Erstliga-Einsatz genoss Danny Fuchs in vollen Zügen.

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16. August 2007, 12:29 Uhr

Den Abend nach seinem ersten Erstliga-Einsatz genoss Danny Fuchs in vollen Zügen. "Es war einfach ein gutes Gefühl, wenn du plötzlich in der höchsten Spielklasse zum Einsatz kommst, die du eigentlich schon abgeschrieben hattest." Verständlich, denn Danny Fuchs ist 31 Jahre alt, und das ist eigentlich kein Alter, mit dem man noch den Sprung ins Oberhaus schafft. Dabei hat es Fußball-Experten schon verwundert, warum der glänzende Techniker seine Möglichkeiten in der zweiten Liga ein wenig verkümmern ließ. Und als Stefan Kuntz den Rechtsfuß, der zuletzt nur noch auf der linken Seite stürmte, nach Bochum holte - und das gleich für drei Jahre -, da runzelten viele im VfL-Umfeld nur mit der Stirn.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/818-2854_preview.jpeg "VfL-Fuchs" Danny. (Foto: firo)[/imgbox]Um so bemerkenswerter der Auftritt von Danny Fuchs am vergangenen Samstag. Dabei waren es inklusive Nachspielzeit ja gerade zehn Minuten, die Fuchs für Dennis Grote 'ran durfte. Doch wie er diese wenigen Zeigerumdrehungen nutzte, das war schon eindrucksvoll. Fuchs: "Das ist ein nicht einfacher Spagat. Du musst die richtige Mischung finden, auf dich aufmerksam machen, ohne dabei Fehler zu produzieren." Alle waren sich danach einig: Das ist ihm gelungen.

Und so genoss er es, dass er am Abend auf dem kulinarischen Treff in der Innenstadt nicht nur erkannt, sondern auch mit wohlwollendem Schulterklopfen begleitet wurde: "Da waren viele VfL-Fans unterwegs, alle haben gestrahlt. Das war ein richtig schöner Abend."

Das Einzige, was ihn in Bochum noch nervt ist, dass er seine Wohnung am Stadtpark erst zwei Monate später als geplant beziehen kann: "Ich bin froh, wenn ich in drei Wochen den Umzugsstress hinter mir habe. Dann werde ich mich hier noch wohler fühlen."

Kein Wort mehr über den unglücklichen Verlauf der Vorbereitung, als der Mittelfeldspieler wegen eines Muskelfaserrisses nicht trainieren konnte und auch das Trainingslager versäumte. Doch vielleicht hat der 31-Jährige, der in der Vergangenheit auch schon einen Kreuzbandriss wegsteckte, auch die nötige Ruhe und Geduld, um auf seine Chance zu warten. In Dresden und erst recht bei seinem Kurzeinsatz gegen Bremen hat er unter Beweis gestellt, dass er dem VfL in dieser Saison noch wertvolle Dienste leisten kann.

Mit Fürth und 1860 München spielte er lange Zeit um den Aufstieg. Jetzt, wo er im Oberhaus angekommen ist, will er sich auch durchsetzen. Seit Samstag ist die Zahl derer, die ihm das nicht zutrauen, deutlich kleiner geworden. Und so darf Danny Fuchs, der es in 125 Zweitligaspielen auf 25 Tore brachte, zumindest auch auf einen Kurzeinsatz in Cottbus hoffen. An das Team aus der Lausitz hat er persönlich gute Erinnerungen. Fuchs: "Vor zwei Jahren habe ich mal in Cottbus gespielt, wir haben 2:1 gewonnen und ich habe beide Tore vorbereitet. Beim Rückspiel (1:1) habe ich auch den Treffer vorbereitet. Leider haben wir noch den Ausgleich kassiert, was uns den Aufstieg gekostet hat."

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