In der Rückrunde der vergangenen Saison war Martin Dausch ein wichtiges Puzzleteil für den Aufstieg. Nun will er im Abstiegskampf helfen.

MSV

Martin Dausch kämpft sich zurück

Dirk Retzlaff
19. Januar 2016, 22:07 Uhr
Foto: FUNKE Foto-Service

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In der Rückrunde der vergangenen Saison war Martin Dausch ein wichtiges Puzzleteil für den Aufstieg. Nun will er im Abstiegskampf helfen.

Vor einem Jahr kam Martin Dausch als Hoffnungsträger im Trainingslager des MSV Duisburg in Lara in der Türkei an. Zwölf Monate später sitzt der Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten wenige Kilometer weiter in Belek und trägt viele Hoffnungen in sich. „Damals hatten wir Rückstand auf die Aufstiegsplätze und haben es am Ende geschafft. Warum soll es uns diesmal nicht auch gelingen, einen Rückstand aufzuholen?“, hat der 29-Jährige den Klassenerhalt der Zebras fest im Blick.

"Wir müssen an uns glauben"

Dausch erwies sich in der vergangenen Drittligasaison als entscheidende Personalie auf dem Weg zum Aufstieg. Das fehlende Puzzleteil, das das Bild komplettierte. „Wir müssen an uns glauben“, sagt der frühere Aalener. Die Negativserie aus der Hinrunde soll ein Ende haben. Nicht nur für den MSV, sondern auch für Dausch. Er bestritt in dieser Saison nur zwölf Partien, davon sechs über die volle Distanz.
In Bochum begann die Misere

Verletzungen warfen den Familienvater immer wieder zurück: das Knie, der Rücken, die Adduktoren. Rückblickend macht Dausch die Misere an einer Aktion fest: Am zweiten Spieltag in Bochum verdrehte sich der Mittelfeldspieler das Knie und musste vorzeitig vom Platz: „Von dieser Geschichte gingen dann auch die folgenden Beschwerden aus.“
Sein letztes Punktspiel bestritt Dausch am 24. Oktober beim 0:0 gegen Nürnberg. Im alten Jahr konnte er sich nach vielen Arztbesuchen und langwierigen Behandlungen zumindest wieder in den Kader zurückkämpfen.

Auch wenn Dausch sagt, „dass das alles immer noch nicht komplett ausgestanden ist“, will er nun mit seinen Kollegen angreifen. „Wenn wir geschlossen auftreten und auch das Quäntchen Glück erzwingen, können wir es schaffen.“ Dauschs Vertrag beim MSV läuft bis 2017, das muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Er fühlt sich mit seiner Frau und den beiden Söhnen in Moers sehr wohl. Dausch: „Ich kann mir auch vorstellen, in Duisburg meine Karriere zu beenden.“

Vor einem Jahr berichtete Dausch auch von der seltenen Augenkrankheit Aniridie seines Sohnes Luca. Der MSV-Spieler engagiert sich seit der Diagnose in diesem Bereich, hat Spendenaktionen ins Leben gerufen und möchte für die unbekannte Krankheit sensibilisieren. Dausch möchte damit auch beitragen, dass sich die Forschung weiter entwickelt. Auch MSV-Sponsor Schauinslandreisen engagiert sich mittlerweile, sodass es gelungen ist, die 3. europäische Aniridie-Konferenz nach Duisburg zu holen. Diese Ärztetagung findet am 27. und 28. August statt. „Es ist für die Erforschung der Krankheit unheimlich wichtig, dass sich die Ärzte international vernetzen.

In Kanada gibt es zum Beispiel Forschungsergebnisse, die in Deutschland nur schwer zugänglich sind“, so Dausch, der im August auch Ärzte aus Übersee erwartet. Um diesen Kongress zu finanzieren, gibt es eine Spendenseite im Internet. Dausch bittet auch die Fans um Unterstützung: „Es gibt sehr viele Betroffene, für die der Erfolg dieser Tagung sehr wichtig ist.“

Am 19. März steigt zudem ein Hallenturnier an der Krefelder Straße zugunsten des Projektes. Die Traditionsmannschaften des MSV und des FC Schalke 04 haben bereits zugesagt, auch Fanklubs können sich für das Turnier noch anmelden. Martin Dausch lässt auch die Drähte zu seinem Ex-Klub glühen, dem er auch nach seinem Wechsel zum MSV noch eng verbunden ist: „Vielleicht ist auch Union Berlin beim Turnier vertreten.“

Autor: Dirk Retzlaff

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