MSV Duisburg

Wenn nicht jetzt...

23. November 2015, 10:07 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Am Ende gab es noch einmal eine innige Umarmung. Ilia Gruev herzte seinen Gegenüber Frank Kramer und flüsterte ihm ein paar aufbauende Worte ins Ohr.

Das 1:1 des MSV Duisburg gegen Fortuna Düsseldorf ähnelte mehr einem Freundschaftsspiel als einem Derby. Dass sie ein gutes Verhältnis haben, hatte Duisburgs neuer Coach schon vor der Partie betont. Deshalb war es ihm wohl auch ein besonderes Anliegen, Kramer für die Zukunft viel Glück zu wünschen – persönlich wie sportlich.

Dass der MSV und die Fortuna aktuell große Konkurrenten sind, davon war nicht nur auf der abschließenden Pressekonferenz nichts zu spüren. Auch auf dem Platz war nichts davon zu sehen, dass es für die beiden Teams sportlich ums Überleben geht. Dass Gruev nach der Partie erklärte, der MSV sei „auf eine sehr starke Fortuna getroffen“, ist wohl auch nur dadurch zu erklären, dass die Duisburger aktuell einfach nicht besser Fußball spielen können.

Sicherlich, zu viel erwarten darf man nicht, Gruev ist gerade einmal knapp drei Wochen als neuer Trainer im Amt. Dass es ein wenig dauert, bis seine Spielphilosophie zu erkennen ist, ist normal. Eigentlich möchte er viel Ballbesitz sehen, kurze Pässe und ein dominantes Auftreten seiner Mannschaft. Doch gerade Letzteres hätten die Duisburger bei ihrem Gastspiel in Düsseldorf zeigen können. Zumal Gruev zuletzt immer wieder betonte, dass seine Mannschaft als Tabellenletzter in keinem Spiel etwas zu verlieren hat.

Doch statt mutig – mit dem Unentschieden gegen Tabellenführer Freiburg im Rücken – aufzuspielen, agierten die Zebras stellenweise sehr abwartend. Die Frage ist nur: Wenn es schon gegen Düsseldorf nicht gelingt, endlich einen Schritt in Richtung Nichtabstiegsplätze zu machen, gegen wen soll dann die Trendwende gestartet werden? Langsam aber sicher müssen drei Punkte her.

Der erste Auswärtspunkt

Immerhin, auch diesmal stimmte die Einstellung der Zebras wieder, die sich nach dem 0:1 zurückkämpften. Und Zlatko Janjic liegt mit seiner Einschätzung gar nicht so falsch. „Der Trainer-Effekt ist auf jeden Fall da“, erklärte der Rückkehrer. „Ich weiß nicht, ob wir so ein Spiel vor vier Wochen noch umgebogen hätten. Wir haben den ersten Auswärtspunkt geholt, das ist wieder ein Fortschritt“, freute sich der Mittelfeldmann.

An diesen kleinen Fortschritten muss sich der MSV im Moment hochziehen. So steht nach den letzten beiden Spielen (je 1:1) immerhin eine kleine Serie ohne Niederlage zu Buche. „Wir kriegen mehr Sicherheit, spielen Torchancen raus“, hat Thomas Bröker eine Erklärung parat. Und doch ist das noch zu wenig, wie Janjic weiß. „Wir haben jetzt zwei Punkte aus zwei Spielen, aber wir müssen jetzt mal drei Punkte nachlegen.“

Bleibt zu hoffen, dass den Zebras diese abgewendete Niederlage zumindest mental einen weiteren Aufschwung gibt. Die nächsten Wochen werden nicht leicht.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren