Die Tage bis zum Regionalliga-Start werden immer weniger, die WSV-Kicker müssen bis zum Samstags-Auftakt gegen den VfB Lübeck (14 Uhr) nur noch zwei Mal aufwachen. Auch Mahir Saglik, der sich schon mächtig auf die Pflichtspiel-Premiere im Trikot der Rot-Blauen freut:

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Saglik: "Brauchen die Fans"

gri
27. Juli 2007, 16:40 Uhr

Die Tage bis zum Regionalliga-Start werden immer weniger, die WSV-Kicker müssen bis zum Samstags-Auftakt gegen den VfB Lübeck (14 Uhr) nur noch zwei Mal aufwachen. Auch Mahir Saglik, der sich schon mächtig auf die Pflichtspiel-Premiere im Trikot der Rot-Blauen freut: "Es kann gerne losgehen, auch wenn wir noch ein bisschen brauchen, ehe wir komplett eingespielt sind."

Die Voraussetzungen scheinen zu stimmen, im letzten Testspiel wurde der Verbandsligist Union Solingen mit 10:1 (4:1) abgeschossen. Dabei erzielte Saglik einen lupenreinen Hattrick, zudem trafen Dirk Heinzmann (3), Marcel Reichwein, Mike Rietpietsch, Jan Hammes und Fatlum Zaskoku. "Nach einem unsicheren Start gab es einige Lichtblicke. Dennoch ist das Match kein Maßstab für den Samstag", betont Saglik. Schließlich erwartet den 24-Jährigen ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus Paderborner Zeiten: "Mit Daniel Cartus und Pino Canale habe ich zusammengespielt. Ich freue mich, die beiden zu treffen. Eigentlich sind wir Freunde, das wird man während der 90 Minuten aber nicht merken."

Keine Frage, der Goalgetter will sich direkt beim ersten Auftritt im Stadion am Zoo von seiner besten Seite präsentieren. "Ich hoffe, dass 4.000 bis 5.000 Zuschauer kommen. Wir brauchen die Fans in unserem Rücken", beschwört der Ex-Dortmunder das Publikum.

Und auch im Streit mit dem 1. FC Saarbrücken, der in Person von Manager Wolfgang Loos einen bis 2008 gültigen Vertrag mit dem Offensiv-Mann vorweisen wollte, wähnt sich Saglik auf der sicheren Seite: "Ich habe am Dienstag mit unserem Sportlichen Leiter Achim Weber gesprochen. Er hat mir bestätigt, dass sich diese Sache erledigt hat." Anders als bei Innenverteidiger Daniel Voigt, der noch auf seine Spielgenehmigung aus der Heimat wartet, momentan zudem ohnehin mit Adduktoren-Problemen auf Eis liegt. "Wir hoffen nach wie vor, dass er bis Freitag die Freigabe erhält. Noch haben wir seinen Einsatz nicht abgeschrieben", betont Co-Trainer Joachim Hopp.

Gegner-Vorschau: VfB Lübeck "Wir sind der Underdog"

Mit dem VfB Lübeck präsentiert sich gleich am ersten Spieltag ein rundum renoviertes Team im Stadion am Zoo. 15 neue Akteure mussten die Hansestädter in ihren Kader einbauen, darunter auch bekannte Gesichter aus dem Westen. Allen voran "Pino" Canale, der von Fortuna Düsseldorf an die "Lohmühle" wechselte. "Wir haben eine ganz neue Truppe, die muss erst einmal zusammenwachsen", betont der Belgier, der mit seinen 30 Jahren schon zu den ältesten Kickern gehört.

Nur Torwart Michael Frech, Kapitän Dietmar Hirsch und Ibrahim Türkmen haben mehr Lenze auf dem Buckel. "Trainer Uwe Erkenbrecher hat mich direkt in die Verantwortung genommen. Mir gefällt das, ich kenne es auch von meinen früheren Stationen so."

Das letzte Problem wird am kommenden Montag gelöst sein, wenn seine Frau mit dem Nachwuchs in Lübeck eintrifft, um die gemeinsame Wohnung zu beziehen. "Ich habe meine Familie die letzten fünf Wochen nicht mehr gesehen. So konnte ich mich voll auf die Vorbereitung konzentrieren, aber ich habe sie schon sehr vermisst", räumt Canale ein.

Den gestrigen freien Mittwoch nutzte er, um alles für seine Lieben herzurichten – und um seine Nackenprobleme in den Griff zu bekommen. "Ich habe schon seit der letzten Woche Schwierigkeiten, bekomme Spritzen gegen die Schmerzen", erklärt der frühere Bocholter. Sein Zusatz: "Ich bin mir sicher, dass ich beim WSV auflaufen werde."

Dennoch merkt der Sympathieträger an: "Wir sind in dem Match der Underdog, spielen schließlich erst seit viereinhalb Wochen in dieser Formation zusammen." Das ist mehr als bloßes Understatement, schließlich zog der VfB eine radikale und dringend notwendige Verjüngungskur durch. Die Folge: Viele Akteure verfügen über keine oder nur sehr geringe Regionalliga-Erfahrung. Dementsprechend fallen die Saison-Ziele für einen ehemaligen Zweitligisten eher bescheiden aus. "Wir wollen unter die ersten zehn kommen, das ist realistisch. Was Düsseldorf für Axel Lawaree zahlt, das kostet bei uns die ganze Mannschaft", schüttelt der Familienvater den Kopf.

Die mangelnde Erfahrung der Truppe "wird sich möglicherweise in den ersten Partien auf unsere Ergebnisse auswirken", überlegt Canale, "daher könnten wir auch mit einem Punkt gut leben. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch einen Sieg mitnehmen würden." Schließlich wird er sich auch ein Privat-Duell mit seinem ehemaligen Paderborner Mitspieler Mahir Saglik liefern: "Ich freue mich schon aufs Wiedersehen. Mahir ist ein Top-Stürmer, aber gegen uns wird er hoffentlich nicht treffen."

Autor: gri

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