Nach der 2:3 (2:0)-Niederlage beim FSV Frankfurt wurde beim VfL Bochum Tacheles geredet.

VfL Bochum

Die Verantwortlichen reden Tacheles

24. Oktober 2015, 20:18 Uhr
Foto: firo

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Nach der 2:3 (2:0)-Niederlage beim FSV Frankfurt wurde beim VfL Bochum Tacheles geredet.

Es war kurz vor Mitternacht, als sich das Team nach der Rückkehr am rewirpowerSTADION auflöste und sich nach der Stunden zuvor erlittenen, peinlichen 2:3 (2:0)-Niederlage beim FSV Frankfurt schnellstmöglich auf den Heimweg machte.

„Aufgelöst“ könnte auch für die letzten 20 Minuten in der Volksbank-Arena stehen, als sich der VfL trotz einer 2:0-Führung die erste Auswärtsniederlage der Saison verdiente. Sorglos, pomadig und überheblich war der Auftritt der Gäste, die geblendet von der schnellen Führung (15./23.) glaubten, mit einem Herbstspaziergang über die Runden zu kommen. Die Warnungen, beim Stande von 0:0 prüfte der FSV gleich zweimal Andreas Luthe, wurden ignoriert. Am Ende war die Klatsche das gerechte Produkt eines mentalen Versagens.

Dass die Verantwortlichen unter dem Zeitdruck - bereits am Dienstag geht es im Pokal gegen Kaiserslautern - schnellstmöglich dem Motto „Wehret den Anfängen“ folgen würden, war klar und so sammelte Co-Trainer Raymond Libregts kurz nach Spielende den kompletten Kader ein und hinter verschlossenen Türen redete der Coach 19 Minuten Tacheles, ehe er sich auf den Weg zu der Pressekonferenz machte. Im ruhigen, sachlichen Ton soll Trainer Gertjan Verbeek seinen Spielern klipp und klar gesagt haben, was ihm nicht gefallen hat und das war an diesem verkorksten Abend wohl eine ganze Menge. Christian Hochstätter wollte sich nicht über die Inhalte der Kabinenpredigt äußern: „Deshalb war ja auch die Kabinentür zu.“

Er sprach aber tags darauf ausführlich über das Spiel, mögliche Konsequenzen und die Zukunft und nahm dabei kein Blatt vor den Mund: „Wir haben das Spiel verloren, weil wir nach dem 2:0 geglaubt haben, dass das reicht. Und weil wir es nicht schaffen, die Konzentration über 90 Minuten aufrechtzuerhalten.“ Und dann fügt er an: „Es war ein verdienter Sieg des FSV, weil sie mehr Leidenschaft und Aggressivität an den Tag gelegt haben.“ Besonders sauer war der VfL-Sportvorstand, weil dies eigentlich Tugenden sind, die seine Mannschaft in den ersten Wochen an den Tag gelegt hat: „Eigentlich ist das unser Spiel und deshalb finde ich es als ganz schlimm, wenn ich so etwas sagen muss.“

Nun schnellstmöglich den Hebel für das wichtige Pokalspiel gegen Kaiserslautern umzulegen, ist die primäre Aufgabe. „Ein 2:3 nach einer 2:0-Führung ist für das Selbstvertrauen nicht hilfreich, aber es ist aus meiner Sicht möglich, am Dienstag eine Trotzreaktion zu zeigen“, sagt Hochstätter und fügt hinzu: „Wir haben es uns selbst eingebrockt. Jetzt wird es sich zeigen, welchen Charakter die Mannschaft in den nächsten Tagen und Wochen hat.“ Dennoch will Hochstätter nicht alles auf den Kopf stellen: „Wir werden den Teufel tun, alles in Frage zu stellen. Wir haben mit unseren Siegen die Latte sehr hoch gelegt. Jetzt müssen wir mit der Erwartungshaltung unserer Fans umgehen.“ Und dann nannte der Sportliche Leiter das größte Manko: „Mir fehlte in Frankfurt die unbedingte Geilheit auf den Erfolg.“

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