Für den ehemaligen Oberhausener Gideon Jung ist am vergangenen Freitag ein Traum in Erfüllung gegangen.

Gideon Jung im Interview

Glückwünsche von den alten Kollegen

Martin Herms
20. August 2015, 09:37 Uhr
Foto: Firo

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Für den ehemaligen Oberhausener Gideon Jung ist am vergangenen Freitag ein Traum in Erfüllung gegangen.

Der 20-jährige Youngster feierte gegen die Weltstars der Bayern sein Bundesliga-Debüt. Dass die Partie erwartungsgemäß deutlich mit 0:5 verloren ging, lag nicht am Sechser der Hamburger. Jung, der vor seinem Wechsel in die Hansestadt zwei Jahre für Rot-Weiß Oberhausen spielte, verkaufte sich gegen den haushohen Favoriten teuer und konnte sich für weitere Einsätze empfehlen.

RevierSport sprach im Interview mit dem langjährigen Jugendspieler der Sportfreunde Baumberg unter anderem über seinen steilen Aufstieg beim HSV, das Leben in Hamburg und seinen ehemaligen Trainer Peter Kunkel.

Gideon Jung, Sie haben eine komplette Vorbereitung mit den Profis des Hamburger SV hinter sich. Beim Bundesligaauftakt gegen Bayern standen Sie zudem gleich in der Startelf. Wie fällt Ihr persönliches Fazit der letzten Wochen aus?
Die letzten Wochen waren für mich natürlich sehr aufregend. Ich war schon letzten Sommer mit den Profis in der Vorbereitung, deshalb war nicht alles neu für mich. Jetzt war es aber noch einmal ein ganz anderes Gefühl. Ich konnte mich zeigen und habe viel gelernt von den erfahrenen Spielern.

Ich hoffe sehr, dass noch ein paar Bundesligaspiele dazukommen. Ich hatte so viel Spaß auf dem Platz, auch wenn wir leider verloren haben
Gideon Jung

Wie war es denn gleich gegen die Bayern anzutreten?
Natürlich war ich vor dem Anpfiff ein bisschen nervös. Die Mannschaftskollegen haben mir aber viel Mut zugesprochen. Als ich dann auf dem Platz stand, verging die Nervosität auch schnell. In der ersten Halbzeit standen wir defensiv kompakt, das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Ich hoffe sehr, dass noch ein paar Bundesligaspiele dazukommen. Ich hatte so viel Spaß auf dem Platz, auch wenn wir leider verloren haben.  

Trainer Bruno Labbadia hat Ihnen das Vertrauen geschenkt. Hat er Ihnen in Gesprächen signalisiert, dass er auch künftig auf Sie setzt?
Ob es jetzt gleich wieder mit Einsätzen klappt, kann ich nicht beurteilen. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich genau so weiter machen soll. Ich möchte so viel wie möglich von den anderen Spielern lernen und mich immer weiter entwickeln.

In der vergangenen Saison hat es noch nicht für einen Einsatz ganz oben gereicht. Gab es Phasen, in denen Sie an sich gezweifelt haben?
Nein. Für mich war es ein großer Schritt von Rot-Weiß Oberhausen zum HSV zu wechseln. So lange hatte ich noch nicht im Herrenbereich gespielt. Deshalb war es für mich gut, trotz einiger Verletzungen 23 Spiele in der Regionalliga Nord zu machen. Das war genau der richtige Schritt. Ich bin noch jung und werde nicht so leicht ungeduldig.

Er hat eine große Rolle gespielt
Jung über seinen alten Mentor Peter Kunkel

Wie gefällt Ihnen Ihr Leben in Hamburg? Ist es richtig, dass Sie noch mit Ihrer Mutter zusammen wohnen?
(lacht): Nein, ich wohne mittlerweile alleine. Ich habe eine schöne Wohnung gefunden. Dort gefällt es mir sehr gut. Zurzeit ist meine Mutter gerade zu Besuch bei mir. Generell fühle ich mich in Hamburg sehr wohl. Die Leute hier sind einfach total nett und ich habe hier viele gute Freunde gefunden.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem Ex-Verein Rot-Weiß Oberhausen? Verfolgen Sie die Entwicklung der Kleeblätter?
Na klar verfolge ich die Entwicklung in Oberhausen noch. Zu manchen meiner ehemaligen Teamkollegen habe ich auch noch regelmäßigen Kontakt. Nach meinem Debüt gegen Bayern München haben mir fast alle gratuliert und Glückwünsche gesendet.

Sie haben es innerhalb kürzester Zeit aus der A-Jugend von RWO bis in den erweiterten Bundesliga-Kader des HSV geschafft. Welche Rolle hat Ihr ehemaliger Trainer Peter Kunkel bei diesem rasanten Aufstieg gespielt?
Er hat eine große Rolle gespielt. Er hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt und mich nach der Vorbereitung bei der ersten Mannschaft gleich oben behalten. Im Laufe der Hinrunde bekam ich immer mehr Einsätze, in der Rückrunde wurde ich sogar zur Stammkraft. Er hat mir immer Tipps gegeben und mich mit Hinweisen auf den Platz geschickt, was ich noch verbessern kann. Das hat mir sehr geholfen.

Autor: Martin Herms

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