Juve-Manager drohen empfindliche Haftstrafen

as
25. Oktober 2004, 13:28 Uhr

Wegen der angeblichen Verabreichung von verbotenen Dopingsubstanzen und Transfusionen mit stimulierenden Mitteln drohen einem Geschäftsführer und dem Teamarzt von Juventus Turin empfindliche Haftstrafen.

Die Staatsanwälte haben zwei Jahre und einen Monat Haft für den Geschäftsführer des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin, Antonio Giraudo, und drei Jahre und zwei Monate Haft für den Teamarzt Riccardo Agricola gefordert. Giraudo und Agricola werden in dem Verfahren in Turin, das bereits seit Januar 2002 läuft, des Betrugs beschuldigt.

Nach der Überzeugung des renommierten Anti-Doping-Staatsanwalts Raffaele Guariniello sollen Giraudo und Agricola den Juve-Spielern zwischen 1994 und 1998 verbotene Dopingsubstanzen wie EPO verschrieben und ihnen Transfusionen mit stimulierenden Mitteln verabreicht haben.

Die Vorwürfe gegen das Juve-Management wurden bekräftigt, nachdem vergangene Woche die Resultate eines Gutachtens des Professors der römischen Universität Cattolica, Giuseppe D'Onofrio, vorgestellt wurden. Im Auftrag der Turiner Richter, die im Dopingprozess gegen Juventus urteilen müssen, überprüfte der Professor die Blutanalysen etlicher Juve-Fußballer. Aus den starken Werteschwankungen schloss D'Onofrio, dass mindestens zehn Juventus-Profis, darunter Alessandro Del Piero, Didier Deschamps, Paolo Montero, Antonio Conte und Alessio Tacchinardi, EPO eingenommen haben sollen.

Im Rahmen des Turiner Anti-Doping-Prozesses waren in den vergangenen Monaten mehrere Spieler vernommen worden, darunter der ehemalige französische Nationalspieler und Stürmer von Real Madrid, Zinedine Zidane. Weitere Juve-Spieler sollen am 20. November von den Richtern vernommen werden. Der Turiner Prozess soll bis Jahresende abgeschlossen werden.

Autor: as

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