Der überraschende Rücktritt von Rudi Völler als Trainer des AS Rom hat die italienische Hauptstadt in einen Schockzustand versetzt.

Völler: "Es ist besser, dass ich gehe"

26. September 2004, 11:22 Uhr

Der überraschende Rücktritt von Rudi Völler als Trainer des AS Rom hat die italienische Hauptstadt in einen Schockzustand versetzt. "Der AS Rom bricht zusammen", titelte die Gazzetta dello Sport am Tag danach.

Nach dem Blitz-Rücktritt von Rudi Völler beherrscht Schock und Ratlosigkeit die Szenerie beim italienischen Ex-Meister AS Rom. 93 Tage nach seiner Demission als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft am 24. Juni nach dem 1:2 gegen Tschechien und dem Vorrunden-Aus bei der Euro in Portugal gab der 44-Jährige unmittelbar nach der 1:3-Pleite des italienischen Vizemeisters im Punktspiel beim FC Bologna wiederum seinen Posten auf. "Rudi Nazionale" war beim Hauptstadtklub nur 26 Tage im Amt.

Bayer macht sich Hoffnungen

"AS Rom bricht zusammen, Völler geht. Demission nach dem Debakel in Bologna", titelte die Gazzetta dello Sport und zitierte den Weltmeister von 1990: "Die Mannschaft unterstützt mich nicht, es ist besser, dass ich gehe." Sein Ex-Klub Bayer Leverkusen macht sich Hoffnungen, dass Völler nun doch wieder in die Dienste des Werksklubs tritt. Er war dort Spieler, Sportdirektor und Interimscoach. Bei den Verhandlungen von Bayer mit dem Trainer der deutschen Vize-Weltmeistermannschaft von 2002 hatte es vor Völlers Wechsel nach Rom Probleme bezüglich der Kompetenzen gegeben.

"AS Rom versinkt im Chaos", schrieb der Corriere dello Sport am Sonntag: "Der Klub stürzt in ein schwarzes Loch kurz vor dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid und dem Meisterschaftsduell gegen Inter am kommenden Sonntag." Tuttosport ergänzte: "AS Rom k.o., Völler geht. Die Zukunft der Römer wird immer ungewisser. Drama nach Ende des katastrophalen Spiels gegen Bologna." La Repubblica berichtete: "Nach Fabio Capello und Cesare Prandelli geht auch Völler. Hektische Suche nach einem Nachfolger."

Demütigung gegen Bologna

Zuvor war die Völler-Truppe von Bologna gedemütigt worden. Nachdem der Völler-Klub schon bis zur 37. Minute mit 0:3 in Rückstand geraten war, nutzten die Römer nach zwei kurz aufeinander folgenden Platzverweisen gegen die Gastgeber in den letzten 39 Minuten eine numerische Überlegenheit von zwei Spielern lediglich zum Ehrentor durch Superstar Francesco Totti. Baldini: "Rudi hat schon vor dem Spiel in Bologna auf die Probleme innerhalb der Mannschaft hingewiesen, doch die Partie hat die Schwierigkeiten nur noch größer gemacht."

Als aussichtsreichster Kandidat für Völlers Nachfolge gilt der ehemalige Trainer von Chievo Verona und des FC Porto, Luigi del Neri (54). Als Alternative wird auch der Ex-Chelsea-Trainer Gianluca Vialli (40) gehandelt, der derzeit als Kommentator für den Bezahlsender Sky Italia tätig ist. Der ehemalige Milan-Trainer Alberto Zaccheroni und Italiens Ex-Nationalcoach Arrigo Sacchi werden ebenfalls gehandelt.

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