Eindreiviertel Jahre war Thorsten Legat Trainer des WSV Bochum, ist gleich in der ersten Saison in die Landesliga aufgestiegen, sorgte mit seiner Truppe auch dort für Furore, mischte in der Hinrunde lange ganz oben mit. Nun sein überraschender Rücktritt nach dem 4:3-Sieg in Wengern (RS online berichtete). RevierSport unterhielt sich mit dem Ex-Profi über seine Zeit in Werne, den Rest der Saison und seine Zukunftspläne.

WSV: Zurückgetretener Trainer Legat im Interview

"Es wäre das Allerschlimmste, wenn der WSV noch absteigen würde"

kru
22. März 2007, 17:49 Uhr

Eindreiviertel Jahre war Thorsten Legat Trainer des WSV Bochum, ist gleich in der ersten Saison in die Landesliga aufgestiegen, sorgte mit seiner Truppe auch dort für Furore, mischte in der Hinrunde lange ganz oben mit. Nun sein überraschender Rücktritt nach dem 4:3-Sieg in Wengern (RS online berichtete). RevierSport unterhielt sich mit dem Ex-Profi über seine Zeit in Werne, den Rest der Saison und seine Zukunftspläne.

Thorsten Legat, wie geht es Ihnen wenige Tage nach dem Rücktritt?

Nicht gut, die Mannschaft tut mir unendlich Leid. Schließlich sind es die Jungs, die unter der ganzen Situation am meisten leiden. Sie waren wie meine Kinder, die auch immer mitgezogen und versucht haben, das umzusetzen, was ich ihnen vermittelt habe.

Allgemein war Ihre Zeit beim WSV sehr erfolgreich. Sofort in der ersten Saison gelang Ihnen der Klassensprung, auch in der Landesliga spielt die Mannschaft eine ordentliche Rolle. Wie lautet Ihr Fazit?

Ich habe mit meinem Team immer zielstrebig den Erfolg gesucht. Es war eine hervorragende Zeit, die mir eine Menge gegeben hat. Wie meine Akteure sich weiterentwickelt haben, war klasse. Ich habe den Werdegang eines jeden einzelnen genossen. Ich bin mir auch sicher, dass sechs, sieben Leute das Zeug dazu haben, noch höher zu spielen. In einigen steckt viel Potenzial.
Jan Kiessling übernimmt bis auf weiteres das Training und wird am Sonntag gegen Leithe Verantwortlicher sein. Was halten Sie von der Entscheidung?

Aus meiner Sicht war es auf die Schnelle das Beste, was man machen konnte. Es ist die absolut richtige Lösung, auch wenn er erst 22 Jahre alt ist. Mit seiner Oberliga-Erfahrung bei Wormatia Worms kann er das sicher in die Hand nehmen. Ich halte es allerdings für schwierig, wenn ein Spieler die ganzen Anweisungen geben soll. Man braucht jemanden, der von außen das Sagen hat.
Wie geht es bei Ihnen weiter?

Ich werde jetzt zwei Wochen lang erstmal gar nichts machen. Doch die Mannschaft hat mich gefragt, ob ich am Sonntag vorbeikomme und ich habe ihnen versichert, dass ich bis zum Ende der Spielzeit bei den Partien anwesend sein werde. Natürlich wird man mich nicht an der Linie sehen und ich werde auch nicht in dem Ausmaß Anweisungen geben wie bisher, das ist doch klar. Doch ich werde jederzeit Ansprechpartner bleiben, wenn ich angesprochen werde. Für mich wäre es das Allerschlimmste, wenn der WSV noch absteigen würde. Dann hätte ich schlaflose Nächte.
Und was haben Sie nach der Saison vor?

Ich möchte auf jeden Fall als Coach weiterarbeiten, das ist einfach mein Ding. Es gibt auch schon Kontakte, aber richtige Gespräche wurden noch nicht geführt. Ich würde gerne wieder was im Seniorenbereich machen, aber auch zum Beispiel ein Job als A-Jugendtrainer beim VfL Bochum würde mich reizen. Es muss aber nicht unbedingt hier in der Umgebung sein, ich könnte mir vorstellen, ein Arrangement weiter weg anzunehmen. Meine Frau Alexandra unterstützt mich in meinen Dingen voll. Außerdem habe ich im kommenden Jahr vor, meinen Fußballlehrer zu absolvieren. Für mich ist es wichtig, dass ich Erfahrungen sammle und mich weiterentwickle.

Autor: kru

Mehr zum Thema

Rubriken

Kommentieren