Am heutigen Sonntag, 11. Februar, schlägt für Essen ein gewaltiges Pendel aus.

RWE: Erst "Rasur", dann Geschlossenheit

og
11. Februar 2007, 11:59 Uhr

Am heutigen Sonntag, 11. Februar, schlägt für Essen ein gewaltiges Pendel aus.

Am heutigen Sonntag, 11. Februar, schlägt für Essen ein gewaltiges Pendel aus. In Jena muss sich die Truppe von Coach Lorenz-Günther Köstner ab 14 Uhr beweisen, beim Mitaufsteiger ist es Pflicht, dass unbedingt gepunktet wird. Sollte Köstner in seinem neunten Spiel seit seiner Amtsübernahme am 17. November als Nachfolger von Uwe Neuhaus keinen Erfolg feiern, könnte es sein, dass die RWE-Verantwortlichen ihm beim Kofferpacken höflich aber bestimmt zur Hand gehen. Bislang blieb es bei traurigen sechs Zählern, so dass der Austausch dieser betrieblichen Führungskraft nur ein Luftloch schlug.

"In Jena haben wir irgendwie die Ausgangssituation wie Augsburg bei uns vor einer Woche", sinniert der Fußball-Lehrer. Beim 0:0 stand der FCA massiv hinten drin, nichts, was RWE tun sollte. Köstner: "Wir werden auf jeden Fall mehr nach vorne machen." Mit den drei im Wechselfenster leihweise verpflichteten neuen Akteuren im Team - Barbaros Barut (Fürth), Denis Epstein (1.FC Köln), Solomon Okoronkwo (Hertha BSC). Wenn Köstner nicht einen anderen Gedanken hat. Der 55-Jährige: "Carl-Zeiss hat in der Winterpause insgesamt acht Spieler geholt." In der Tat begrüßte Heiko Weber, Köstners CZ-Kollege, dem im Misserfolgsfall auch Ungemach droht, massig frisches Blut. Darunter Routiniers wie Alexander Voigt, mit dem Köstner zu seiner Kölner Zeit noch kooperierte, sowie Ronny Maul. Dazu kamen auch die Nationalspieler Georgiens Georgi Lomaia, der auch im Kasten stehen wird, und Mikheil Ashvetia. Rainer Zipfel, CZ-Präsident: "Gegen Essen ist ein Sieg Pflicht." Alles klar?

Köstner in Bedrängnis? Weber auch! Dessen Sportlicher Leiter Lutz Lindemann ist Inhaber eines Trainerscheins, hockt auch auf der Bank und wird konkret als Notnagel erwähnt. Ist Essen erfolgreich, wäre Köstner aus dem Schneider, Weber nicht. Im umgekehrten Fall hätte Olaf Janßen, RWEs "Lindemann", bekanntlich auch den Trainerschein - so rein theoretisch.

Kühl ist die Atmosphäre aktuell stellenweise - die Ausnahme war das 100. Wiegenfest - beim Essener Vereinsleben, kalt könnte auch das Klima rund um das Ernst-Abbe-Sportfeld sein. "Jena hat keine Rasenheizung", weiß Köstner, der auch private Wetterprognosen einholte, "vielleicht ist das Geläuf dann auch extrem schwer." Der Ex-Hachinger hatte bei der Abfahrt des Busses am Samstag kurz nach dem Vormittagstraining und dem Mittagessen alle Aspekte - Schnee-Optionen, Kältegrade - vorliegen. Mit einem eventuellen Ausfall könnte sich Köstner überhaupt nicht anfreunden. "Das darf nicht passieren, so was zerstört den Rhythmus." Nach der Ankunft im Osten der Republik "machten wir noch einen lockeren Spaziergang." So entspannt wird es heute nicht ansatzweise.

Deshalb legt sich Köstner bei seiner Forderung fest: "Ich will Geschlossenheit sehen, das ganze Team muss das beherzigen." Unter der Woche "rasierte" Köstner formulierungstechnisch Akteure wie Paulo Sergio und Alex Löbe, was gegenseitiges Kuscheln erschwert. Ex-Profi Köstner: "Jena steht auf jeden Fall wahnsinnig unter Druck. Jeder muss bei uns auch hart gegen sich selbst sein, genau wie in der Vorbereitung. Dann bin ich mir auch absolut sicher, dass wir die Kurve kriegen." Und nachgelegt: "Nichts ist schlimmer, als jetzt aufzugeben, der Verantwortung entziehen wir uns nicht." Alles schon gehört - ein Szenario, das Punktefutter benötigt.

Autor: og

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