Der neue Co-Trainer der Nationalmannschaft ist voller Tatendrang: Joachim Löw zeigt sich begeistert von seiner neuen Aufgabe und will gemeinsam mit seinem Chef Jürgen Klinsmann die WM 2006 erfolgreich abschließen.

Joachim Löw geht mit viel Optimismus an die Arbeit

as
02. August 2004, 13:13 Uhr

Der neue Co-Trainer der Nationalmannschaft ist voller Tatendrang: Joachim Löw zeigt sich begeistert von seiner neuen Aufgabe und will gemeinsam mit seinem Chef Jürgen Klinsmann die WM 2006 erfolgreich abschließen.

Joachim Löw und Jürgen Klinsmann verbindet ein großer Optimismus. Der neue Co-Trainer glaubt genau wie sein "Chef" an eine erfolgreiche WM 2006 in Deutschland. "Es ist ein Vorteil, dass die WM in Deutschland stattfindet. Wir gehen mit Optimismus an die Sache, mit viel Selbstvertrauen. Ich hätte gezuckt, wenn er gesagt hätte, Ziel ist es, nur die Vorrunde zu überstehen", sagte der 44-Jährige im Interview mit dem Fachmagazin kicker. Klinsmann hatte in seiner Antrittsrede am vergangenen Donnerstag den WM-Titel als Zielsetzung ausgegeben.

Der zuletzt arbeitslose Löw, der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Freitag einen Vertrag bis 30. Juli 2006 unterschrieben hatte, sieht in "Klinsi" ohnehin den idealen Bundestrainer. "Der Jürgen hat eine immense Erfahrung. Er hat alle großen Turniere gespielt und im Trainerkurs, den wir gemeinsam machten, alle Fragen hervorragend bewältigt. Er bringt alle Voraussetzungen mit", meinte Löw, der an seinem schwäbischen "Landsmann" besonders eine Tugend schätzt: "Er kann bestens vermitteln. Jürgen ist prädestiniert für den Job des Trainers."

Positive Ansätze bei der Zusammenarbeit

Der Klinsmann-Assistent zeigte sich begeistert von den positiven Ansätzen für die Zusammenarbeit des Trios: "In dieser Konstellation war eine unglaublich große und positive Energie zu spüren. Viel Elan, viel Begeisterung, Optimismus, Tatkraft. Das ist am Allerwichtigsten."

Löw sieht sich nicht als "Hütchenaufsteller", sondern als Trainer, der für eine eigene Fußball-Philosophie steht. "Ich stehe für offensiven, aggressiven Fußball mit einer gewissen Spielkultur. Dazu gehört Risiko", sagte Löw, der zwischen 1996 und 1998 Trainer des Bundesligisten VfB Stuttgart war. Dass noch ein Trainer für den Schnellkraftbereich in der Nationalmannschaft dazu kommt, schließt Löw nicht aus: "Sie muss sich verbessern. Wir wollen, dass in jedem Bereich absolut professionell gearbeitet wird, damit die Ziele erreicht werden."

Die Tatsache, dass in den kommenden 22 Monaten bis zum WM-Eröffnungsspiel nur Freundschaftsspiele für Deutschland auf dem Programm stehen, sieht der Fußballlehrer nicht als Nachteil an: "Es ist ein Vorteil, dass die WM in Deutschland stattfindet. Hinzu kommt: Die Spieler sind das ganze Jahr über im Dreitagerhythmus akiv; deshalb ist es ganz gut, bei einer Asien-Reise oder gegen Brasilien ohne diesen immensen Druck viel zu lernen."

Bindeglied zwischen Nationalelf und Bundesliga

Neben der Trainingsarbeit will Löw, der in den vergangenen vier Jahren nur im Ausland tätig war, gemeinsam mit Teammanager Oliver Bierhoff zudem als Bindeglied zwischen Liga und dem DFB-Team fungieren. "Ich habe die Bundesliga nie aus den Augen verloren und bin auf dem aktuellsten Stand. Wir müssen den Kontakt zu den Klubs intensivieren, die Vereinstrainer sind für uns sehr wichtig, mit ihnen brauchen wir den permanenten Gedankenaustausch", meinte Löw.

Autor: as

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