Flagge zeigen! Genau das will Rot-Weiss Essen nach der Sommerpause. Sebastian Schoof, Winterneuzugang aus Leverkusen für das Sturmzentrum, interpretiert das auf seine Weise:

RWE: Semmelblond und mit Weihe für Liga zwei - Schoof machte alles richtig

og
07. Juni 2004, 21:39 Uhr

Flagge zeigen! Genau das will Rot-Weiss Essen nach der Sommerpause. Sebastian Schoof, Winterneuzugang aus Leverkusen für das Sturmzentrum, interpretiert das auf seine Weise:

Flagge zeigen! Genau das will Rot-Weiss Essen nach der Sommerpause. Sebastian Schoof, Winterneuzugang aus Leverkusen für das Sturmzentrum, interpretiert das auf seine Weise: Semmelblond läuft der siebenfache Bundesligaspieler mittlerweile herum. Und das war nicht die bleichende mallorquinische Sonne beim Kurztrip des Aufsteigers nach Cala Ratjada. "Das ist ein echter Wahnsinn", sprudelt es auch dem "Langen" heraus, der mit dem RWE-Deal in der Weihnachtspause echtes Näschen bewies. "Wir sind völlig verdient in der Zweiten Bundesliga", lässt sich Schoof auch nicht großartig beirren, "es wurde eine einfach sensationelle Rückrunde hingelegt." In der Tat: Durch das letzte 3:1 zuhause vor über 17.000 Fans gegen die Amateure von Borussia Dortmund und den 2:0 Erfolg in der gescheiterten Olympiastadt Leipzig schmierte die Auswahl von Coach Jürgen Gelsdorf die Konkurrenz beeindruckend ab. Schoof: "Eine Top-Ausbeute." Auch hier wird kein Widerspruch ertönen.
Der 24-Jährige hat alles richtig gemacht. Insgesamt ist er in der Regionalliga-Nord-Statistik mit satten acht Einschlägen notiert, keine schlechte Quote aus bislang 15 Matches. "Die Zweistelligkeit sprang nicht mehr heraus", grinst der ehemalige Kölner Preuße. Der Saison-Kehraus stieg im schicken, neuen Leipziger Zentralstadion. "Keiner sollte daran zweifeln, dass wir auch dieses Match noch einfahren wollten", lautet der Kommentar des Attacke-Kandidaten. Die Sachsen, bei denen bekanntlich ein Harry Pleß kurz nach seiner verordneten Demission in Essen für einige Monate wirkte, wird es nicht mehr viel kratzen: Der Club steigt ab - trat auch so auf: Leblos, traurig.
Schoof grübelt: "Klasse, dass es für mich alles so wunderbar hingehauen hat, in Leverkusen hatte ich sehr wenig Aussichten, oben rein zu rutschen, die Option, mit RWE hoch zu gehen, war logisch und hat voll geklappt." Jetzt läuft die Planung, Schoof: "Frank Kontny", Essens Sportlicher Leiter, "hat gesagt, der Kader würde auf keinen Fall aufgebläht." Es werden 22 Leute! "Verstärkungen müssen sein", weiß Schoof.
Apropos Pleß: Der gute Mann saß beim Match gegen die BVB-Amateure zusammen mit seiner neuen Lebensgefährtin in den Reihen der Essener Chef-Etage auf der Tribüne und wurde insbesondere beim Jubel und bei der offiziellen Ehrung durch den Verband mächtig nachdenklich: "Unglaublich, wenn man bedenkt, wie knapp ich damals mit den Jungs in Münster gescheitert bin." Klar, Pleß ist aktuell auf Jobsuche, während andere die Zweite Bundesliga planen. Normalerweise wollte er - als er noch für das sich stellenweise absurd präsentierende Leipzig tätig war - im schicken Zentralstadion gleich eine doppelte Sau raus lassen: Für den sächsischen Klassenerhalt und gleichzeitigen RWE-Aufstieg. Schon bitter. Und weiter: "Ein Sascha Kirschstein geht nach Hamburg, ein Benny Weigelt nach Mainz. Den Benny habe ich aus der Jugend geholt, Sascha aus Braunschweig." Die Gesetze der Branche haben für derartige Nostalgie-Tendenz nur ein Schulterzucken übrig, so ist das Geschäft.

Autor: og

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