Ist der Traum vom Aufstieg schon nach sieben Spieltagen zerplatzt? Wattenscheids Coach Hannes Bongartz mahnt auf jeden Fall zur Vernunft und stellt klar:

WAT: "Wer noch an Aufstieg denkt, lebt in einer anderen Welt"

rk
19. September 2003, 10:44 Uhr

Ist der Traum vom Aufstieg schon nach sieben Spieltagen zerplatzt? Wattenscheids Coach Hannes Bongartz mahnt auf jeden Fall zur Vernunft und stellt klar: "Wer jetzt noch an den Aufstieg denkt, der lebt in einer anderen Welt."

Ist der Traum vom Aufstieg schon nach sieben Spieltagen zerplatzt? Wattenscheids Coach Hannes Bongartz mahnt auf jeden Fall zur Vernunft und stellt klar: "Wer jetzt noch an den Aufstieg denkt, der lebt in einer anderen Welt." Sein Blick ist zunächst nach unten gerichtet. "Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und sehen, dass wir zunächst so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller kommen. Alles andere ist illusorisch, da unsere Leistungen nicht entsprechend sind."

Die erste Möglichkeit dazu bietet sich den Schwarz-weißen schon am Samstag in Paderborn. Der dortige SC war in der letzten Saison ein Lieblingsgegner für die 09er, die gleich zwei deutliche Siege (4:0 und 3:0) gegen die Ostwestfalen eingefahren konnten. Die Hoffnung des SG-Coaches: "Vielleicht kommt dieses Spiel gerade zur rechten Zeit. Dort erwartet uns zwar ein echter Brocken, doch gerade deshalb können wir gegen den nicht viel verlieren, dafür aber eine Menge gewinnen. Punkte und Selbstvertauen."

Doch auch vor der Begegnung in Paderborn plagen Bongartz erneut personelle Probleme. Thomas Puschmann knickte am Dienstag im Training um und wird wohl passen müssen. Glücklicherweise ist Tim Jerat wieder fit, so dass der Ex-Leverkusener die Lücke schließen kann. Zudem plagen Bastian Pinske muskuläre Probleme, so dass hinter seinem Einsatz zumindest ein kleines Fragezeichen zu setzen ist. Klar, dass der Wattenscheider Fußball-Lehrer gerne eine Verstärkung an Land ziehen möchte. Das Geld dazu ist vorhanden, allerdings gibt der Markt momentan nicht viel her. Bongartz: "Bei einer Verpflichtung müssen wir gleichzeitig an die Zukunft denken. Das heißt, der Spieler darf nicht zu alt sein, sonst wird unser Durchschnitt, der nach dem Kommen von Marcel Witeczek schon gestiegen ist, zu hoch." Zweite Schwierigkeit: "Wir können jetzt nur auf Akteure zugehen, die seit dem 30. Juni arbeitslos sind und gerade die sind meisten etwas älter." Das trifft auch auf den ehemaligen Ahlener Ingo Schlösser zu, der inzwischen 30 ist. Trotzdem überlegt der 09-Trainer, ihn zum Probetraining einzuladen.

Eine andere Möglichkeit zur Stabilisierung des Sorgenkindes Abwehr, das bisher bittere 17 Gegentreffer einstecken musste und in der Liga nur von Holstein Kiel mit 18 Einschlägen übertroffen wird, wäre der interne Umbau, sprich Auflösung der Viererkette. Bereits beim gestrigen Pokalspiel experimentierte Bongartz mit Variationsmöglichkeiten, die eventuell in Paderborn schon auf Herz und Nieren geprüft werden sollen. Uwe Grauer, dem für das bisherige Spielsystem etwas die Grundschnelligkeit fehlt, könnte dann als klassischer Libero besser seine anderen Stärken ausspielen.

Autor: rk

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