Youssef Mokhtari musste bei der Generalprobe für den Rückrunden-Start passen.

MSV: Ballgeflüster aus dem Trainingslager

tt
14. Januar 2007, 19:39 Uhr

Youssef Mokhtari musste bei der Generalprobe für den Rückrunden-Start passen.

Youssef Mokhtari musste bei der Generalprobe für den Rückrunden-Start passen. Beim Marokkaner traten Probleme am Fußgelenk auf, der Test gegen die Eintracht aus Frankfurt fand deswegen ohne ihn statt.

Test-Kandidat Nick Hamann, der eine Woche unter Beobachtung stand, stößt zumindest jetzt nicht zu den Zebras. „Ich habe den Eindruck, dass er noch nicht so weit ist“, meint Duisburgs Linien-Chef Rudi Bommer, „aber er zählt zu den ganz jungen Torhütern und kann sich noch entwickeln. Wir werden ein Auge auf ihn haben.“

In seiner langen Zeit als Bundesliga-Profi (417 Spiele, 54 Tore) hat Rudi Bommer so manche Marotte erlebt. Unter anderem die nicht ganz so angenehme „Taufe“, die junge Spieler in Trainingslagern über sich ergehen lassen mussten. „Da hat es dann an der Tür geklopft, die Älteren stürmten ins Zimmer, haben den Youngster auf das Bett geschmissen und ihm die Hose heruntergezogen. Anschließend gab es Zahnpasta auf das Hinterteil und einige Schläge mit dem Badelatschen. Das war früher so üblich“, schmunzelt Bommer. Mittlerweile haben sich die Zeit wohl geändert. Der Coach: „Bei uns in Portugal habe ich von so einer Taufe nichts mitbekommen. Sonst wurde schon Mal von den Routiniers gesagt: Trainer, es ist besser, wenn sie abends nicht im Hotel sind. Dann wusste ich schon, was kommt.“

Eine Finte baute die Trainer-Gruppe gegen Ende des Portugal-Trips in das harte Programm ein. „Wir sind am Strand gelaufen, hatten an einem Hügel, der es wirklich in sich hat, einige Abschnitte markiert. Manfred Stefes marschierte dort hinauf. Hinter mir merkte ich, wie bei den Jungs die ersten Kleidungsstücke in den Sand flogen, weil alle dachten, sie müssten ebenfalls den Berg hoch“, grinst Bommer. Doch dann kam das Kommando vom Trainer: „Leute, wir joggen zum Trainingsplatz und spielen dort Ecke.“ Bommer: „Da war die Erleichterung förmlich zu spüren. Man merkt einfach, wann eine Mannschaft kaputt ist und man das Tempo herausnehmen muss.“

Den vorletzten Nachmittag im Trainingslager hatten die Duisburger Spieler zur freien Verfügung. Rudi Bommer nutzte die Gelegenheit, um über den weitläufigen Falesia-Sandstrand zu spazieren. Carsten Wolters und Alexander Bugera schwangen sich auf Moutain-Bikes, um ins wenige Kilometer entfernte Yachthafen-Städtchen Vilamoura zu radeln. Pablo Caceres und Necat Ayguen wählten die Bräunungs-Option im Sand. Busfahrer Udo Jansen ging noch etwas weiter und tauchte ins kalte Atlantik-Wasser ein. „Ich habe mehrere Seezungen gesichtet und bin auf einem Tümmler geritten“, berichtete der ehemalige Boxer.

Andere Akteure zogen die Arbeit vor. Kai Koitka stemmte Gewichte im Kraftraum („Wer voran kommen will, muss mehr tun, als andere“), die Torhüter Georg Koch/Sven Beuckert arbeiteten mit Keeper-Coach „Mannix“ Gloger am Strand.

Mannschafts-Abend: Im Anschluss an das Testspiel gegen Eintracht Frankfurt ließ die MSV-Truppe das Trainingslager bei einem Restaurant-Besuch in Albufeira ausklingen.

Udo Jansen und Manfred Piwonski machten sich bereits Freitag Nacht mit dem Mercedes-Sprinter auf die rund 3.100 Kilometer lange Rückreise nach Duisburg. Rudi Bommer nahm sich zuvor einen Abend Zeit, um den Betreuern bei kühlen Drinks für die arbeitsreiche Woche zu danken.

Peter Kuhlbach plant nach Besuchen bei Manchester United, dem FC Liverpool und beim AC Mailand auch einen Bildungs-Trip zu Real Madrid, um sich dort über die Betreuung und Behandlungs-Methoden zu informieren: „Der Übersetzer, der Jung-Hwan Ahn in der letzten Saison bei uns betreut hat, verfügt über gute Kontakte zu den Madrilenen. Ich hoffe, dass er für mich einen Besuch einfädelt.“

Aufmunterung. Mit einem Schriftzug machten die mitgereisten Duisburger Fans dem leidgeprüften Georg Koch Mut. Auf einem weißen Laken prangte die Aufschrift: „Schorsch, unsere Nummer eins. Wir stehen zu Dir.“

Die letzte Aufstellung des MSV Duisburg im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Endstand 0:0. MSV Duisburg: Koch (46. Beuckert), Weber, Schlicke, Lanzaat (46. Fili), Bugera, Tararache (72. Bodzek), Kurth (60. Caligiuri), Grlic, Daun (60. Willi), Lavric (72. Book), Idrissou. Besondere Vorkomnisse: Tararache schießt Foulelfmeter neben das Tor (42.). Zuschauer: 100.

Gestern wurde nach der Ankunft in Düsseldorf noch an der Westender Straße trainiert. Heute haben die „Zebras“ trainingsfrei, ab Montag beginnt die Vorbereitung auf Koblenz. Dienstag und Donnerstag sieht der Plan Doppel-Einheiten vor.

Autor: tt

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