Das vergangene halbe Jahr wird Mihai Tararache wahrscheinlich nie vergessen.

MSV: Bei Mihai Tararache greift im Sommer eine Klausel

tt
14. Januar 2007, 10:02 Uhr

Das vergangene halbe Jahr wird Mihai Tararache wahrscheinlich nie vergessen.

Das vergangene halbe Jahr wird Mihai Tararache wahrscheinlich nie vergessen. Zwei Rote Karten, dazu eine Matchstrafe – ein Pensum, das manche Sportler in ihrer gesamten Karriere nicht schaffen. „Ich werde meine Spielweise nicht ändern“, sagt „Tara“, „in Karlsruhe habe ich zum Schiedsrichter gesagt: Spinnst du? Da kann man drüber hinweghören oder man zückt eben die Karte, wie es bei mir passiert ist. In Burghausen wurde mir ein Zweikampf als Notbremse ausgelegt. Zu meiner Schweizer Zeit bin ich ein Mal vom Platz geflogen – in sieben Jahren. Ich sehe mich wirklich nicht in der Rolle des bösen Buben.“

Dass seine Hinserie im Duisburger Dress mit negativen Eindrücken behaftet ist, sieht der Rumäne ein. „Ich war ja selbst nicht zufrieden – nicht nur wegen der Platzverweise, auch sportlich.“ Zu große Umstellung von Bundesliga auf Zweite Liga? Tararache: „In der Schweiz spielten wir mit den Grasshoppers und dem FC Zürich immer um den Titel, waren jedes Mal im Uefa-Cup vertreten. Der Start in Deutschlands höchster Spielklasse verlief für mich gut, aber eine Etage tiefer ist das ein ganz anderer Fußball. Ich bin 29 Jahre alt und muss lernen. Ich hoffe, dass die Hinrunde als Lehrzeit gereicht hat.“

Den Versuch, sein Spiel umzukrempeln, das Taktieren mehr gegen Attackieren einzutauschen, hat der ruhige Vertreter schon gemacht. „Teilweise habe ich im Spiel 20 Ballkontakte, weil eben ganz anders agiert wird. Vorher wurden im Mittelfeld Stationen gesucht, jetzt läuft es anders. Du willst zwar aktiv sein, kannst es aber nicht. Zuhause sind wir eigentlich immer Favorit, da läuft es besser.“

Noch eineinhalb Jahre läuft der Vertrag des ehemaligen Nationalspielers bei den „Zebras“, allerdings kann er aus dem Arbeitspapier vorzeitig aussteigen. „Es gibt eine Klausel, die im Sommer in Kraft tritt“, verrät der Mittelfeld-Stratege, „wenn ein Verein einen gewissen Betrag bezahlt, kann ich gehen.“ Den dringenden Wunsch, Duisburg zu verlassen, verspürt „Tara“ aber nicht: „Es gefällt mir beim MSV.“ Und in Deutschland allgemein? „Das“, sagt er, „kannst du mit der Schweiz nicht vergleichen. Dort herrscht mehr Ruhe, hier gibt es mehr Druck.“ Auch ein Lernprozess mit 29 Jahren.

Autor: tt

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