Entspannte Miene! Die zeigt Tanja Schulte, neue Trainerin der SG Wattenscheid 09, nach dem der Club Vorgänger Peter Scheuren von seinen Aufgaben entband.

SGW 09: Trainerin Schulte kein Feldwebel

og
30. Januar 2005, 18:12 Uhr

Entspannte Miene! Die zeigt Tanja Schulte, neue Trainerin der SG Wattenscheid 09, nach dem der Club Vorgänger Peter Scheuren von seinen Aufgaben entband.

Entspannte Miene! Die zeigt Tanja Schulte, neue Trainerin der SG Wattenscheid 09, nach dem der Club Vorgänger Peter Scheuren von seinen Aufgaben entband. "Es läuft schon fast zu gut", formuliert die 29-Jährige, "alle Mädels ziehen voll mit, keiner murrt, selbst bei harten Trainingseinheiten nicht." Selbstverständlich ist das alles nicht, schließlich vollzog Schulte den Sprung von der Akteurin zur Bankverantwortlichen. "Ich hatte vorab alles dem Team-Rat dargestellt, dazu haben wir eine Gesamtbesprechung durchgeführt."
Dem Kader wurden auch schriftliche Unterlagen ausgehändigt, einige Theorie-Aspekte ans Herz gelegt. "Dazu noch ein neuer Strafenkatalog", grinst Schulte breit, "ich habe mich sofort richtig beliebt gemacht." Ihr Fazit: "Es funktioniert." Übersetzt: Keine Meuterei oder Motzerei. Schulte: "Der Respekt mir gegenüber ist da, klar ist aber, es wäre Quatsch, jetzt den großen Feldwebel raushängen zu lassen, wenn wir vorher locker miteinander gesprochen haben."
Wichtig für die Stürmerin, die allerdings aktuell mit einer Fußverletzung (Sehne) auf Eis liegt und sich zwei Tage nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen TB Berlin operieren lässt: "Wir haben noch keine Einheit verpasst, das schlechte Wetter ist kein Problem." Indoor-Einheiten werden im Wattenscheider "Kick In" (Besitzer: Ex-VfL Keeper Ralf Zumdick) absolviert, außerdem steht auch der Kraftraum des TV Wattenscheid offen. Schulte: "Die Bedingungen, die uns zur Verfügung stehen, haben ohne Zweifel bereits Bundesliga-Qualität." Nicht dabei ist zurzeit nur Nadia Inan, die Neuerwerbung vom FCR Duisburg weilt mit der U19 von FVN-Verbandstrainerin Martina Voss in Andalusien.
Die körperlichen Grundvoraussetzungen stimmen also. "Absolut", nickt Schulte, "wir müssen auf den 20.Februar hin arbeiten." Dann kommt Oberaußem zur Wattenscheider Lohrheide. Schulte: "Uns ist klar, wir haben eine Bringschuld." In der Tat, in den letzten sechs Monaten sorgte die SGW für zuviel Theater, Schulte ist nach Scheuren und Oliver Lörsch mittlerweile die Dritte, die sich an der Truppe versucht.
Versteckt wird sich nicht - Schulte: "Wir planen für das Match gegen Oberaußem eine Aktion zu Gunsten der Organisation Ärzte ohne Grenzen." Alles mit Blick auf die Flutopfer in Asien. Ein T-Shirt wird unter die Fans gebracht, "die an diesem Tag hoffentlich zahlreich erscheinen, schließlich läuft nicht viel anderes im Frauenfußball." Aufdruck auf dem Baumwolle-Produkt - Vorderseite: "Untrainierbar? Trotzdem mit Herz". Auf der Rückseite wird auf die Aktion hingewiesen. Kein schlechter Ansatz, um am Image zu arbeiten.

Autor: og

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