Die Derby-Niederlage gegen den MSV Duisburg ist acht Tage her. Dennoch hat sie Narben in der rot-weißen Seele hinterlassen, sorgt immer noch für reichlich Gesprächsstoff an der Landwehr.

RWO - Andersen vom Team enttäuscht

gri
06. September 2004, 12:06 Uhr

Die Derby-Niederlage gegen den MSV Duisburg ist acht Tage her. Dennoch hat sie Narben in der rot-weißen Seele hinterlassen, sorgt immer noch für reichlich Gesprächsstoff an der Landwehr.

Die Derby-Niederlage gegen den MSV Duisburg ist acht Tage her. Dennoch hat sie Narben in der rot-weißen Seele hinterlassen, sorgt immer noch für reichlich Gesprächsstoff an der Landwehr. Das liegt nicht zuletzt auch an der länderspielbedingten Pause an diesem Wochenende, durch die man die Schlappe nicht so schnell vergessen machen kann. "Wir haben aus drei Spielen gerade mal zwei Punkte geholt. Das ist ein klarer Fehlstart", nimmt Vorstands-Vorsitzender Hermann Schulz kein Blatt vor den Mund.

Das sieht Trainer Jörn Andersen zwar ähnlich, allerdings will er die Ergebnisse nicht überbewerten - im Gegensatz zur Leistung seines Teams. Die stimmt noch nicht, wird den gestiegenen Ansprüchen in Oberhausen in keiner Weise gerecht. Die neu zusammen gestellte Mannschaft wirkt nicht wie eine Einheit, kann an die Leistungen der Vorsaison nicht anknüpfen. "Wir haben gehofft, dass wir durch unsere Neuzugänge spielerisch besser werden. Im Endeffekt haben wir uns sogar verschlechtert. Wir spielen nicht mehr den unbekümmerten Fußball wie früher und machen daher auch weniger Tore", zeigt sich der Norweger enttäuscht von den bisherigen Darbietungen. Auf der Spurensuche stößt der Coach ganz hinten auf eine Schwäche: "Die Fehler fangen schon in der Defensive an, wo wir die Bälle zu schnell verlieren". Demenstprechend wurde reagiert, auf den letzten Drücker mit Marius Baciu ein Mann für die Abwehr und das defensive Mittelfeld verpflichtet.

Dass gegen den MSV nach dem frühen Rückstand kein Aufbäumen in seiner Mannschaft erkennbar war, stößt Andersen dann aber doch übel auf: "Wir müssen jetzt enger zusammenrücken, damit wir in Cottbus eine andere Mannschaft auf dem Platz sehen." Die Typen, die auch mal den Mund aufreißen, fehlen bis auf wenige Ausnahmen ganz offensichtlich in der Truppe.

Zu der Leandro Simioni nicht mehr lange gehören dürfte, wenn seine Leistungskurve nicht schnell nach oben zeigt. "Falls er weiter so spielt wie am Wochenende, muss er umdenken. Wenn man reinkommt, muss man sich einfach anders verkaufen. Sollte er das nicht begreifen, wird es sehr schwer für ihn bei uns."

Dass auch der Coach in der schwierigen Situation Gegenwind bekommt, ficht ihn nicht an. "Druck hat man als Trainer immer, wenn es nicht so läuft. Den hat auch ein Felix Magath oder ein Bert van Marwijk, das bringt der Beruf mit sich."

Die Enttäuschung über die dürftigen Vorstellungen in den ersten Partien bewegt Andersen dazu, im Training dort anzufangen, wo die Jugendteams an der Landwehr im Vorfeld der Profi-Einheiten aufhören: "Wir müssen die Zweikämpfe aufnehmen und den einfachen Fußball spielen." Hoffentlich nicht so einfach wie gegen die "Zebras", die gleich drei Mal nach Eckbällen der Oberhausener im direkten Gegenzug ihren Gegenspielern davon galoppierten.

Zeit genug ist noch, in Cottbus den Bock umzustoßen. Ärgerlich, dass ausgerechnet in dieser Phase mit dem albanischen Nationalspieler Adrian Aliaj ein wichtiger Eckpfeiler voraussichtlich erst wieder beim Abschlusstraining zur Verfügung steht.

Autor: gri

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