MSV Duisburg: Merier bewahrt Ruhe: "Flagge zeigen"

rl
07. November 2003, 10:39 Uhr

Großangelegte Jammerarien haben sie sich in Duisburg verkniffen. Dabei hätte wohl jeder Verständnis dafür gehabt, wenn die Zebras in den letzten Tagen auf die Tränendrüse gedrückt hätten.

Großangelegte Jammerarien haben sie sich in Duisburg verkniffen. Dabei hätte wohl jeder Verständnis dafür gehabt, wenn die Zebras in den letzten Tagen auf die Tränendrüse gedrückt hätten. Mit 0:2 ging vergangenen Sonntag eine überlegen geführte Partie gegen den Karlsruher SC unglücklich verloren. Bei gleicher Gelegenheit zog sich mit Markus Kurth der bisher erfolgsreichste MSV-Torjäger (4 Treffer) eine Schultereckgelenk-Sprengung zu und wird nach einer am Dienstag durchgeführten Operation in der Hinrunde wohl nicht mehr auflaufen können. Und im DFB-Pokal brachte die Achtelfinal-Auslosung, dass der MSV am 2. Dezember zum Zweitliga-Kontrahenten Jahn Regensburg reisen muss. Ein finanziell unattraktives Spiel, das auch sportlich kein Selbstläufer wird.

Trotzdem jammern sie in Duisburg nicht. "Natürlich trifft es uns, wenn ein weiterer Center-Stürmer ausfällt. Wir können das aber nicht ändern", zeigt sich Norbert Meier als Realist. Der Trainer muss nun mit den Begebenheiten klar kommen und gerade in der Offensive zu anderen Optionen greifen. Bis jetzt hat das oft gut geklappt. Immerhin wird schon seit Saisonbeginn auf den mutmaßlichen Goalgetter Josef Ivanovic verzichtet. Meier hat das ordentlich kompensiert, genauso wie den Ausfall von Leistungsträger Andreas Voss, der nach einer Schulterverletzung ebenfalls erst in der Rückrunde wieder einsatzfähig ist. Angesichts derlei Vorkommnisse ist es sogar eine gute Leistung, dass sich der MSV nach elf Spieltagen überhaupt noch im Dunstkreis der Aufstiegsränge befindet und seit Saisonbeginn einen soliden Ball spielt. Probleme werden akzeptiert und gewissermaßen geschultert.

Zumal auch Besserung in Sicht ist. Ivanovic beendete gestern seine Reha-Maßnahmen und trainiert ab heute wieder an der Westenderstraße. Ein Ziel soll es sein, dass der Stürmer in 14 Tagen beim Heimspiel gegen Mainz erstmals zum Kader stößt. "Wir sind da aber vorsichtig, bei Ivanovic gab es schon zu viele Rückschläge", meint Meier Am Sonntag, wenn der MSV in Burghausen antritt, wird wohl Abdelaziz Ahanfouf in die Startformation rücken. Der bisherige Joker hat seine Chance verdient.

Insgesamt fordert Meier, dass die Mannschaft "Flagge zeigt." Zwar gelte es, die Geduld zu bewahren, die Ansprüche, an den Aufstiegsrängen dran zu bleiben, sind aber deutlich formuliert. "Wir dürfen uns durch eine Niederlage, die immer mal passieren kann, nicht verunsichern lassen", findet Meier.
Deswegen ist den Zebras vor den nächsten Spielen auch nicht bange. Walter Hellmich geht da mit gutem Beispiel voran. Als halb Duisburg gähnte, weil dem MSV im Pokal die unattraktive Aufgabe in Regensburg zugelost wurde, reagierte der Vorsitzende euphorischer. "Es gibt bessere, aber auch viel schlechtere Lose. Jetzt fahren wir eben nach Regensburg und gewinnen da", kündigte Hellmich an. "Im Viertelfinale bekommen wir dann bestimmt ein Heimspiel und können unseren Fans etwas bieten", glaubt der MSV-Bosss. Manchmal sollen mit der richtigen Portion Optimismus ja auch Berge versetzt werden können.

Autor: rl

Kommentieren