BVB: `Notnagel´ Röber kämpft um eine Chance

05. Januar 2007, 13:24 Uhr

Er ist womöglich nur der Platzhalter für Thomas von Heesen, und doch schwärmt Trainer Jürgen Röber in höchsten Tönen von seiner neuen Aufgabe bei Borussia Dortmund.

Er ist womöglich nur der Platzhalter für Thomas von Heesen, und doch schwärmt Trainer Jürgen Röber in höchsten Tönen von seiner neuen Aufgabe bei Borussia Dortmund. `Ich arbeite hier in einem Stadion mit 80.000 Besuchern, und als erster Gegner kommt gleich Bayern München. Wissen sie denn, wieviele Kollegen mich darum beneiden?´, fragte der Bundesliga-Rückkehrer nach der ersten Trainingseinheit unter seiner Regie in die Runde. Röber sieht den `Job auf Zeit´ als große Chance, seinen Namen in der Bundesliga aufzupolieren. Dabei droht selbst im Erfolgsfall der Abschied zum Saisonende, denn Bielefelds Thomas von Heesen wird seit Monaten als BVB-Chefcoach ab Sommer 2007 gehandelt. Dazu passt, dass der Europapokalsieger von 1983 mit dem Hamburger SV nur wenig Interesse signalisiert hat, seinen Vertrag mit der Arminia zu verlängern.

Die BVB-Verantwortlichen halten sich jedenfalls in der Frage nach einer Zukunft von Röber beim BVB bedeckt. Es seien keine Vereinbarungen für die neue Saison getroffen worden, weder mit Röber noch mit anderen Trainern, betonte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke unlängst bei der Vorstellung des Nachfolgers von Bert van Marwijk. So dokumentieren Trainer und Sportdirektor Michael Zorc unisono Einigkeit: `Zwischen uns ist alles geklärt. Es ist vorab nichts unangesprochen geblieben.´ So geht Röber, der am Donnerstag von 1000 Zuschauern beim Trainingsauftakt empfangen worden war, mit viel Elan voran. `Ich werde rund um die Uhr für den Verein da sein´, so Röber, für den Dortmund die vierte Station in der Bundesliga ist. Zuvor hatte der Rheinländer den VfB Stuttgart (1993 - 1995), Hertha BSC Berlin (1996 - 2002) und den VfL Wolfsburg (2003 - 2004) im Oberhaus trainiert.

Watzke formuliert derweil keine langfristigen Ziele mit Röber, sondern fordert: `Er soll unser Stadion wieder zu einer Festung machen.´ Zu `Spekulationen´ will sich der Geschäftsführer `überhaupt nicht mehr äußern´. Röber wischt derweil Bedenken beiseite, dass ein Nachfolger durch Erfolge des 53-Jährigen unter Druck gesetzt werden könne: `Es gibt ja Schlimmeres, als auf Platz fünf zu übernehmen und im Europacup zu spielen.´ Doch wie erreicht ein Trainer, der womöglich auf Abruf steht, eine Mannschaft, die in ähnlicher Situation unter Bert van Marwijk kläglich gescheitert und zusammengebrochen ist? `Die Eigenmotivation muss hoch bleiben´, meint Ex-Nationalspieler Christian Wörns. Und Christoph Metzelder, nach monatelanger Verletzungspause wieder im Trainingsbetrieb, ergänzt:

`Wir müssen jene Leidenschaft zeigen, die Borussia Dortmund so berühmt gemacht hat.´ Röber, der seine Aufgabe mit `strammen Zügeln´ angehen will, sieht keinerlei Motivationsprobleme. `Alle werden hier Gas geben. Niemand wird sich zurückhalten, weil es im Sommer vielleicht eine andere Trainer-Konstellation geben wird´, meint der 53-Jährige. Und spricht einen vielsagenden Satz: `Es ist egal, ob ich hier bin oder ein anderer.´

Autor:

Kommentieren