Mittlerweile ins 13. Jahr geht die Partnerschaft zwischen dem FC Schalke 04 und der Gesamtschule Berger Feld.

SCHALKE - Partnerschaft mit GS Berger Feld blüht

hb
28. August 2006, 09:04 Uhr

Mittlerweile ins 13. Jahr geht die Partnerschaft zwischen dem FC Schalke 04 und der Gesamtschule Berger Feld.

Mittlerweile ins 13. Jahr geht die Partnerschaft zwischen dem FC Schalke 04 und der Gesamtschule Berger Feld. Als im Sommer 1994 Schulleiter Georg Altenkamp das Projekt "Fußball in Gelsenkirchen" aus der Taufe hob, waren die Skeptiker im Kollegium und auch außerhalb der Einrichtung noch in der Überzahl. "Das Projekt ist schulisch in höchstem Maße akzeptiert, doch das war nicht immer so", weiß der Rektor, dass er innerhalb der nur einen Steinwurf von der Schalker Arena liegenden Einrichtung viel Überzeugungsarbeit leisten musste.

Heute darf die mit 1.500 Pennälern größte Schule Gelsenkirchens darauf hoffen, vom Deutschen Fußball-Bund zur "Eliteschule des Fußballs" ausgezeichnet zu werden. Damit geht der DFB in der Förderung des Schulsports und besonders des –Fußballs neue professionelle Wege, die sicherlich auch durch die positive Ausstrahlung der WM 2006 im eigenen Land angeschoben wurden. "Das Zertifikat 'Eliteschule des Fußballs' ist mit 20 Schulen in ganz Deutschland ab Herbst geplant. Für unsere Schule wäre das natürlich ein weiterer großer Imagegewinn", freut sich Arthur Preuß, Fußball-Koordinator am Berger Feld. "Durch den Spitzensport bieten wir sicherlich auch den Schülern gute Argumente, die eigentlich aufs Gymnasium gehen würden", weiß der Lehrer für Gesellschaftskunde und Deutsch um die Attraktivität des "flächendeckenden Angebots auch über die Grenzen Gelsenkirchens hinaus" der Gesamtschule.

Zurzeit gehören dem Projekt 29 junge Fußballer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren an, doch nicht alle kicken beim FC Schalke. Drei spielen beim Nachbarn RWE, einer bei RWO und weitere drei bei kleineren Clubs in Gelsenkirchen. Alle hoffen darauf, in die Fußstapfen von Manuel Neuer, Markus Heppke, Tim Hoogland, Alex Baumjohann, Sebastian Boenisch, Timo Kunert, Mario Klinger und Mesut Özil treten zu können, die allesamt den Sprung in den Profiaufgebot schafften. "Im aktuellen Lizenzspieler-Kader sind von insgesamt 27 Profis acht auf die Gesamtschule Berger Feld gegangen", nickt Helmut Schulte, Sportlicher Leiter der königsblauen Nachwuchsabteilung. "Seit dem Jahr 2000 haben nur noch Nachwuchsspieler einen Lizenzvertrag bekommen, die auf dieser Schule waren. Daher sind wir sehr, sehr zufrieden mit dem Projekt, besonders seit 2000, als wir die 'Fußballschule AufSchalke' durchgesetzt haben."

Doch nicht immer gelingt der schwierige Spagat zwischen schulischer und sportlicher Ausbildung. Hoogland und Baumjohann brachen die "Penne" nach der elften Klasse ab, Özil besucht die Einrichtung bis zu seinem 18. Geburtstag nur noch zwei mal die Woche, um der Schulpflicht zu genügen. Die anderen fünf hielten bis zur Zwölf durch und haben das Fachabitur in der Tasche. Nicht nur für Boenisch eine Riesenleistung, der noch im Frühling diesen Jahres das angestrebte Ziel zu verpassen drohte. "Sebastian hatte auf dem Weg zu einem Profivertrag die Schule etwas vernachlässigt. Da hat sich Mirko Slomka eingeschaltet und ihm gesagt: Junge, Du trainierst ab sofort nicht mehr vormittags bei uns, sondern in der U19 und machst erst die 12. Klasse zu Ende", berichtet Schulte von einem Gespräch des Schalker Chef-Coaches mit den Lehrern Boenischs. " Sebastian war zunächst sehr traurig, für ihn war das hart. Doch letztlich hat sich die Maßnahme als genau richtig erwiesen. Er hat seinen Abschluss geschafft und ist jetzt bei uns im Profiaufgebot", meint Slomka.

"Unser Ansatz zur schulischen Erziehung jugendlicher Fußball-Talente ist ganzheitlich", betont "Direx" Altenkamp. Um diesem gerecht zu werden, bietet die Gesamtschule nicht nur das ab der achten und neunten Klasse greifende Fußball- Projekt an, sondern bereits ab der 5. Klasse spezielle Sportförderklassen mit sechs statt der sonst üblichen drei Wochenstunden aktiver Bewegung. Ein Ansatz, von dem nicht nur der FC Schalke in höchstem Maße profitiert.

Autor: hb

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