Philipp Bönig wusste, was auf ihn zukommt. Als die Journalisten vor der Mannschaftskabine ihre Blicke auf den gebürtigen Erdinger richteten, da konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen:

BOCHUM: Philipp Bönigs Wiedersehen mit alten Bekannten

gp
18. August 2006, 10:57 Uhr

Philipp Bönig wusste, was auf ihn zukommt. Als die Journalisten vor der Mannschaftskabine ihre Blicke auf den gebürtigen Erdinger richteten, da konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen:

Philipp Bönig wusste, was auf ihn zukommt. Als die Journalisten vor der Mannschaftskabine ihre Blicke auf den gebürtigen Erdinger richteten, da konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Wenn die Bayern kommen, dann bin ich wohl wieder ein Thema." In der Tat, denn mit wem könnte man besser über den Gegner FC Bayern reden, als mit dem Linksfuß, der insgesamt sieben (!) Jahre für die Münchener kickte. Bönig: "Natürlich ist das ein besonderes Spiel. Die ganze Familie kommt nach Bochum, ich habe auch unzählige Karten für Freunde organisiert. Wenn alle da sind, ist das bestimmt ein gutes Omen."
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Eigentlich könnte der sympathische Bayer es mit Marius Müller Westernhagen halten: "Ich bin wieder hier, in meinem Revier, war nie richtig weg, habe mich nur versteckt." Denn als am vorletzten Spieltag gegen den Karlsruher SC im Ruhrstadion Rein van Duijnhoven und Sören Colding verabschiedet wurden, da hatte Bönig gedanklich auch schon Abschied genommen. Bönig rückblickend: "Ich stand auf dem Platz, war völlig unsicher und wusste nicht, ob es gleich auch noch einen Blumenstrauß für mich gibt."

Tatsächlich stand der 26-Jährige schon auf der Transferliste, suchte der VfL nach einem Nachfolger für die linke defensive Außenbahn. Doch weil der Markt nichts hergab und parallel dazu Bönig in der Rückrunde bewiesen hatte, dass er ein verlässliches Mannschaftsmitglied ist, wurde der Vertrag völlig überraschend verlängert. "Ich bin froh, dass es geklappt hat, denn ich fühle mich mit meiner Familie in Bochum pudelwohl", erzählt der Verteidiger.

Bönig ist nicht nur in Bochum geblieben, er hat sich auch einen Stammplatz erkämpft und deshalb will er am Sonntag nachholen, was ihm vor drei Jahren verwehrt blieb: "Wegen einer Meniskusverletzung saß ich nur auf der Tribüne als Peter Madsen zum 1:0 gegen die Bayern traf." So ein Ergebnis wünscht sich Bönig natürlich auch am Sonntag: "Wenn man den Rekordmeister überhaupt schlagen kann, dann jetzt zu Beginn der Saison, wenn noch nicht alles rund läuft." Auf jeden Fall gibt es ein Wiedersehen mit seinem Spezi Owen Hargreaves. Bönig: "Mit ihm habe ich noch Kontakt, wir haben zusammen in der Jugend und bei den Amateuren gespielt." Aber auch zu Philipp Lahm, mit dem er ein Jahr im B-Team spielte, oder zu Sebastian Schweinsteiger hat er einen guten Draht. Deshalb weiß Bönig: "Auf uns kommt Schwerstarbeit zu, aber die Partie ist auch eine große Herausforderung."

Familie Bönig und der FC Bayern – das hat mittlerweile Tradition: "Die Bönigs gehen beim FCB jetzt schon in die dritte Generation." Philipp Bönig spielte dort sowie sein Bruder Sebastian, der mittlerweile als Mannschaftskapitän bei Union Berlin aufläuft. Der dritte im Bunde ist schon auf dem besten Wege in die Fußstapfen von Philipp und Bastian zu treten. Bönig: "Vincent, kurz Fritzi genannt, spielt in der B-Jugend des FCB, sein Trainer ist Stefan Beckenbauer." Wahrscheinlich werden beide Brüder am Sonntag auf der Tribüne sitzen. Bönig: "Ich hoffe, dass sie dann eine erfolgreiche Bochumer Mannschaft sehen. Wir sind für eine Überraschung immer gut."

Autor: gp

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