Zurückhaltung ist angesagt in der Fußball-Bundesliga. Vor dem Start in die Saison 2006/2007 kalkulieren die Teams mit 425 Millionen Euro Umsatz. Liga-Krösus bleibt dabei unverändert Rekordmeister Bayern München.

Bundesliga-Klubs gehen kein finanzielles Risiko

twe
07. August 2006, 11:40 Uhr

Zurückhaltung ist angesagt in der Fußball-Bundesliga. Vor dem Start in die Saison 2006/2007 kalkulieren die Teams mit 425 Millionen Euro Umsatz. Liga-Krösus bleibt dabei unverändert Rekordmeister Bayern München.

Trotz des WM-Booms haben sich die "Schatzmeister" der Bundesliga-Klubs nicht zu waghalsigen Aktionen hinreißen lassen. Trotz prognostizierter Rekorderlöse aus der TV-Vermarktung und dem Verkauf von Eintrittskarten kalkulieren die 18 Klubs der Eliteliga für die bevorstehende Saison mit insgesamt etwas mehr als 425 Millionen Euro für den laufenden Geschäftsbetrieb zurückhaltend.

Ein Faktor für den Rückgang im Vergleich zu den Haushalts-Ansätzen der vergangenen Saison sogar um rund fünf Prozent sind - abgesehen von teilweise erheblich unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen - die "Mini-Etats" der Aufsteiger VfL Bochum (13 Millionen Euro), Alemannia Aachen (10,5) und Energie Cottbus (10). Die Planungen des Trios machen die Drei-Klassen-Gesellschaft im Oberhaus deutlich: Branchenführer Bayern München gab als Kosten für sein Meister-Team über 50 Millionen Euro und damit mehr als eineinhalbmal soviel wie Bochum, Aachen und Cottbus zusammen (33,5) an. Auch Schalke 04 übertrifft mit kalkulierten 39 Millionen Euro die Summe der Aufsteiger-Haushalte noch deutlich.

Zur Hautevolee zählen auch noch die Bayern-Jäger Werder Bremen und Hamburger SV sowie der VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen. Die "Nordlichter" erhöhten ihre Planungen im Gleichschritt auf 30 Millionen Euro und liegen damit gleichauf mit Stuttgart. Leverkusen hüllt sich traditionell in Schweigen über seinen Aufwand für seine Profi-Abteilung, doch dürfte sich der Etat der Rheinländer zwischen 30 und 35 Millionen Euro bewegen.

Nach zuletzt eher mageren Jahren pirscht sich Borussia Dortmund wieder an die "Top 5" heran. Der Börsen-Klub erhöhte seinen Etat nach der dringend gebotenen Rotstift-Politik dank einer neuerlichen Kapitalerhöhung und des Rückkaufs seines Stadions erstmals wieder auf nunmehr 28,5 Millionen und geht damit immerhin schon einmal wieder auf Tuchfühlung zu den "Großen".

Mit vergleichbaren Investitionen ins Personal peilen auch Hertha BSC Berlin (gut 27 Millionen Euro), der VfL Wolfsburg, schätzungsweise Eintracht Frankfurt (beide 25) und Borussia Mönchengladbach (22) den Sprung ins internationale Geschäft an. Hannover 96 bildet mit 18 Millionen Euro das untere Ende der Mittelschicht.

Bei einem Drittel der Liga ist Schmalhans Küchenmeister. Der 1. FC Nürnberg stellt mit 14 Millionen Euro nur geringfügig mehr als Bochum und auch Arminia Bielefeld (ebenfalls 13 Millionen) in seinen Haushalt ein. Der FSV Mainz 04 pflegt seine "Underdog"-Rolle auch im dritten Bundesliga-Jahr und kalkuliert mit 12 Millionen Euro unwesentlich großzügiger als Aachen und Cottbus.

Autor: twe

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