31.12.2017

VfL

So fällt das Transferzeugnis für Hochstätter aus

Foto: Hendrik Steimann

Sechs Spieler hat der VfL Bochum zur neuen Saison verpflichtet, zudem kam der 19 Jahre alte Luke Hemmerich auf Leihbasis vom Bundesligisten Schalke 04 an die Castroper Straße.

Das Transferzeugnis für Sportvorstand Christian Hochstätter fällt – wieder einmal – durchwachsen aus.

Lukas Hinterseer (FC Ingolstadt): Der Österreicher erzielte im vierten Spiel sein erstes Zweitligator – seine Leistungen schwanken immer wieder stark. Er besitzt durchaus Vollstrecker-Qualitäten, gehört jedoch nicht zu den laufstärksten Spielern auf dieser Position. Der als Königstransfer angepriesene Stürmer entpuppte sich mehr und mehr als würdiger Nachfolger des streitbaren Peniel Mlapa, der den VfL mittlerweile Richtung Dresden verlassen hat. Immerhin: Hinterseer hat bewiesen, dass er auch zu einem späten Zeitpunkt des Spiels wichtige Tore schießen kann. Eine Qualität, die der VfL unbedingt benötigt.

Dimitrios Diamantakos (Karlsruher SC): Er kam vom Drittliga-Absteiger aus Baden-Württemberg, wollte mit dem VfL Bochum aufsteigen. Die Realität sieht für den Griechen anders aus. Er traf zwar in Darmstadt und in Nürnberg, entwickelte sich aber nie zu dem Stürmer, den der VfL unbedingt benötigte. Macht er keine Wende um 180 Grad, dürfte er im Sommer ein Kandidat für einen Wechsel sein. Vielleicht hatte er sich zu Beginn auch zu viel vorgenommen, als er sich den beim VfL zur Kultfigur erklärten griechischen Stürmer Theofanis Gekas zum Vorbild nahm.

Danilo Soares (TSG Hoffenheim): Der Brasilianer, den Christian Hochstätter von der TSG Hoffenheim loseiste, startete richtig gut in die Saison. Es war mitunter erfrischend, dem quirligen Außenverteidiger zuzuschauen. Der 26-Jährige entpuppte sich zunächst als richtig guter Transfer. Im Laufe der Saison aber baute auch er ab – doch wer will es ihm bei diesem Chaos im Verein verdenken? Trotz dieser abfallenden Leistungskurve darf Soares nicht als Fehleinkauf abgeschrieben werden. Ruft er sein Potential wieder ab, wird er dem VfL noch weiterhelfen.

Robbie Kruse (vereinslos): Die Überraschung war groß, als der Australier, der bereits für Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf in der 1. Bundesliga gespielt hatte, plötzlich an der Castroper Straße auftauchte. Kruse ist eine Bereicherung für den Bochumer Kader. Besonders stark ist sein Zusammenspiel mit Mittelfeld-Regisseur Kevin Stöger. Die beiden entpuppten sich in der Hinrunde als gefährlichste Waffe der Bochumer – allerdings auch mangels Alternative. Für den VfL bleibt zu hoffen, dass Kruse von seinem alten Muster abweicht. Bei allen vorherigen Stationen überzeugte der flinke Angreifer zunächst, baute dann jedoch ab.

Sidney Sam (Schalke 04): Es wurde viel Tamtam um die Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers gemacht. Sam kam von Schalke 04, nachdem Domenico Tedesco den Angreifer nach dessen Rückkehr vom Zweitligisten SV Darmstadt 98 ausgemustert hatte. Gleich im ersten Training überzeugte er den damaligen Trainer Ismail Atalan, um anschließend in der Versenkung zu verschwinden. Er veröffentlichte ein Bild von der Regionalexpress-Tour von Bochum nach Kassel – damit war ein Grundstein für das Chaos gelegt.

Robert Tesche (Birmingham City): Der VfL Bochum beklagt sich über Besucherschwund – doch so weit reicht die Sehnsucht nach Zuschauern dann auch nicht, dass ein altgedienter Edelreservist als Dauer-Rezipient der fußballerischen Magerkost herhalten muss. Tesche zeigte bei seinem 63 Minuten dauernden Einsatz beim Auswärtsspiel in Nürnberg gute Ansätze – danach wurde er kaum noch wahrgenommen. Um Christian Hochstätter jedoch in Schutz zu nehmen: Mit der Verpflichtung des bei Birmingham City ausgemusterten Ex-Bundesliga-Spielers war der Bochumer Sportvorstand ein hohes Risiko eingegangen.

Luke Hemmerich (Leihe): Zweifellos ein Spieler allererster Güte. In Schalkes Knappenschmiede ausgebildet, großer Fußballverstand, ein starker Techniker – aber er bleibt eben nur ein Jahr, dann wird er zu den Königsblauen zurückkehren. Bis zu diesem Zeitpunkt wird er ein Dasein bei einem mittelmäßigen Zweitligisten fristen. Bleibt zu hoffen, dass das seiner Entwicklung nicht schaden wird.

Autor: RS

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