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Lanxess Arena Köln
Boxweltmeisterin aus Essen kämpft sich zurück

Nadia Raoui: Weltmeisterin aus Essen kämpft sich zurück

Noch ist ihr Name nicht wirklich jedem Sportinteressierten ein Begriff. Doch das soll sich, wenn es nach dem Willen von Nadia Raoui geht, in Kürze ändern.

Die Rede ist von Nadia Raoui, der Weltmeisterin der WIBA und WPBO im Fliegengewicht und aktuell Weltranglistenerste der WIBF. Sie ist der Shootingstar der deutschen Boxszene. Sie ist jung, äußerst attraktiv und erfolgreich und zieht nicht nur die Blicke männlicher Box-Fans auf sich. Die Tochter zweier marokkanischer Gastarbeiter mit teilweise spanischen Wurzeln, ist eher ein Typ der leisen Töne und überzeugt am liebsten im Ring.

Dort jedoch lässt die 25-jährige Deutsche überzeugend die Fäuste fliegen und macht deutlich, wer die „Herrin“ im Ring ist. Ihre Bilanz von dreizehn Kämpfen, elf Siegen, ein Unentschieden und einer Niederlage, spricht Bände. Ihre sportlichen Vorbilder sind Laila Ali und Oskar de la Hoya, wobei sie Henry Maske und die Klitschkos für Ihr Auftreten außerhalb des Rings bewundert. „Keiner dieser vier hat jemals im Vorfeld eines Kampfes plumpe Parolen herausposaunt, sondern den Fokus immer auf die sportliche Leistung im Ring gelegt, das schätze ich sehr. Ich habe Respekt vor meinen Gegnerinnen, die allesamt ihr Bestes geben, doch Angst kenne ich nicht“, so die Weltmeisterin.


Mit 17 Jahren begann die sympathische Athletin mit dem Thai- und Kickboxen und verzeichnete bei 17 Kämpfen 13 K.O.-Siege, drei Punktsiege und eine Punktniederlage. Im August 2006 wechselte sie dann zum Boxen und feierte am 11. November 2006 mit einem Punktsieg gegen Elin Tissen ihr Debüt als Profiboxerin. Es war zugleich auch ihr erster TV-Kampf, der eine Woche später im DSF ausgestrahlt wurde. Dieser Sieg motivierte die junge Boxerin so stark, dass sie fortan sechs Mal die Woche trainierte, um ihren Traum vom Weltmeistertitel wahrzumachen.

Am 24.04.2010 war es dann endlich soweit. Als Herausforderin von Susi Kentikian kämpfte Nadia Raoui live im ZDF gleich um drei WM-Gürtel. Alles lief nach Plan. Raoui war die technisch bessere Boxerin und dominierte die dreifache Weltmeisterin. Selbst das Publikum in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg schwenkte um und feierte die hübsche Boxerin aus dem Ruhrgebiet. Doch am Ende kam alles anders. Die Kampfrichter werteten den Kampf als knappen 2:1-Punktsieg (96:94, 96:94, 95:96) für Kentikian, was zu massiven Unmutsbekundungen des Publikums in der Halle führte. Auch ZDF-Boxexperte Günther-Peter Ploog konnte seine Empörung nicht verbergen.


Nadia selbst brach nach dem Kampf in Tränen der Enttäuschung aus und wurde beim Verlassen der Halle vom Publikum frenetisch gefeiert. Raoui fiel im Anschluss in ein tiefes, schwarzes Loch. Zu tief saß der Schmerz über die Niederlage, die in ihren Augen und nach Meinung vieler Boxexperten mehr als unverdient war. Nadia hing die Boxhandschuhe an den Nagel und begann eine kaufmännische Ausbildung bei der Firma Elomech in Mülheim an der Ruhr. Vom Boxsport wollte sie über ein halbes Jahr nichts mehr wissen, denn ihr Verständnis von fairem Sport ist ein gänzlich anderes.

Doch im Herbst 2010 lernten sich ihr Sponsor Michael Emunds und Sportmanager Marc Stöckel kennen und verstanden sich auf Anhieb blind. Schnell waren beide Feuer und Flamme von der Idee eines Comebacks und dem Aufbau eines Profi-Boxstalls im Ruhrgebiet. Beide nutzten ihr ausgesprochen vielseitiges Netzwerk und bastelten hinter den Kulissen auf allen Ebenen an einem professionellen Umfeld für die Athletin. Nun musste nur noch Nadia von ihrem Comeback überzeugt werden, was den beiden gelang.


Mit Ausnahme ihres Techniktrainers Dirk Kiekhäfer, der selber 98 Boxkämpfe bestritt und zwei Mal die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft gewann, erhielt Nadia Raoui ein komplett neues Umfeld, das allerhöchsten Ansprüchen genügt. Mit dem Punch Fitnesscenter wurde ein Partner gefunden, der ihr mit seiner exklusiven Boxarena und modernsten Trainingsgeräten eine optimale Trainingsvorbereitung bietet. Hier trainiert sie Kraft und Athletik und hat damit auch ein neues sportliches Zuhause gefunden.

Darüber hinaus ermittelt bewegungsfelder, das Sport- und Höhenzentrum NRW, durch leistungsdiagnostische Untersuchungen in Verbindung mit den Vorteilen des Höhenklimas immer wieder Nadias Trainingszustand. Jürg Hösli, Schweizer Nahrungsergänzungsexperte und Inhaber des Unternehmens gsfood ist ab sofort für den Ernährungsplan zuständig.


Sportwissenschaftler Dr. Andreas Künkler konnte für den Bereich Trainingslehre gewonnen werden. Er ist zugleich auch Beachvolleyball-Nationaltrainer und freut sich auf die neue Aufgabe, da sie für den promovierten Sportwissenschaftler eine willkommene Abwechslung zum Sommersport Beachvolleyball darstellt. Für den medizinischen Bereich wurde mit Sven Rössler ein ausgebildeter Masseur und Sport-Physiotherapeut gewonnen. Neben seiner traditionellen Ausbildung bildete er sich in den Bereichen manuelle Lymphdrainage, Ernährung im Sport, Sportlerbekleidung, traditionelle asiatische Medizin und Tapen weiter und ist inzwischen Honorardozent an der Schule für Physiotherapie im Uni-Klinikum Essen.

Für das Jahr 2011 hat sich Raoui einiges vorgenommen. Am 25.06.2011 wird sie im Rahmen der WBA-Superchampion-Titelverteidigung von Felix Sturm gegen Matthew Macklin ihren ersten Aufbaukampf vor 20.000 Zuschauern in der Kölner Lanxess Arena bestreiten. Danach folgt ein weiterer Aufbaubaukampf, bevor die ehrgeizige Sportlerin aus dem Ruhrgebiet dann im Herbst dieses Jahres ihren nächsten WM-Kampf absolvieren soll. Derzeit laufen die Gespräche, was die Terminierung, den Austragungsort sowie die Gegnerin angeht.

Ende des Jahres wünscht sich Nadia Raoui unbedingt das Rematch gegen Susianna Kentikian. Das Team um Kentikian hatte ihr dieses Rematch nach dem unrühmlichen Urteil im April 2010 zugesagt. Bleibt zu hoffen, dass sich alle Beteiligten des Teams Kentikian auch an diese Aussagen halten und Nadia die Chance auf einen fairen Rückkampf erhält.

Mehr Infos zu Nadia finden Sie auch unter www.nadia-raoui.net

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