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Rückkehr der Geisterspiele
Profifußball vor hartem Corona-Winter

Rückkehr der Geisterspiele: Profifußball vor hartem Corona-Winter
Foto: firo

Die Corona-Pandemie hat den deutschen Profifußball wieder fest im Griff. Vor allem die Rückkehr der Geisterspiele in manchen Stadien sorgt für hitzige Diskussionen.

Geisterspiele in Sachsen, immer mehr infizierte Spieler und sogar die Forderung nach einem „Fußball-Lockdown“ - die Pandemie hat die Profivereine längst wieder fest im Griff. Dem deutschen Fußball steht ein knallharter Corona-Winter bevor.

Bereits an diesem Wochenende müssen einige Klubs mit tiefen Einschnitten umgehen. Für RB Leipzig ist am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen Bayer Leverkusen die Party auf den Rängen schon wieder vorbei, auch andere Bundesländer verschärften in dieser Woche angesichts des ungebremsten Anstiegs der Corona-Fallzahlen in Deutschland ihre Maßnahmen. Bei den Vereinen wachsen auch deshalb die Sorgen.

In der angespannten Lage sorgte der spektakuläre Vorschlag des Präsidenten des Zweitligisten Erzgebirge Aue keineswegs für Ruhe. „Wir brauchen bis Ende Dezember einen Fußball-Lockdown. Die nächsten vier Wochen werden extrem schwierig für unser Land und stellen uns vor eine Zerreißprobe“, sagte Helge Leonhardt der Bild - und er brachte damit die Deutsche Fußball Liga (DFL) gegen sich auf.

Der Ligaverband trat der Forderung umgehend entgegen. Seit Beginn der Pandemie sei die „abgestimmte Linie“ der Klubs, „auf Basis der staatlichen Vorgaben zu agieren. Ein selbstverhängter, flächendeckender Lockdown im Sinne einer Saison-Unterbrechung ist daher kein Thema“, teilte die DFL mit. Präsidiumsmitglied Steffen Schneekloth bezeichnete die Forderungen gar als „höchst unsolidarisch“.

Auch andere Klub-Verantwortliche schalteten sich in die Diskussion ein. „Wenn wir den Spielbetrieb einstellen, fehlt uns ein beträchtlicher Teil unserer wirtschaftlichen Grundlage. Das halte ich nicht für den richtigen Ansatz“, sagte Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche dem kicker. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl betonte, man halte sich „an die Politik. Ich plädiere für das Impfen und Boostern, das ist unser Ausweg aus Corona.“

Allein die Geisterspiele und die Partien mit begrenzten Kapazitäten reißen erneut große Löcher in die ohnehin knapp gefüllten Kassen der Vereine - wie schon in der vorherigen Corona-Saison. Maßnahmen wurden nun nicht nur in Sachsen ergriffen: Die 2G-Regel ist inzwischen ohnehin die Mindestanforderung in allen Stadien, in einigen Bundesländern greift sogar 2G plus. In Bayern dürfen maximal 25 Prozent ausgelastet werden, in Baden-Württemberg und Niedersachsen 50 Prozent.

Ganz im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen, wo die Party auf den Rängen fast überall vorerst weitergeht. Der 1. FC Köln etwa kann sein Stadion wohl mit 50.000 Fans im Derby am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach füllen. Die sächsischen Vereine befürchten dadurch einen Wettbewerbsnachteil. RB teilte etwa mit, dass sie schließlich der „einzige Erstligist sind, der seine kommenden Heimspiele vor leerer Kulisse austragen muss“.

Doch Geisterspiele auch in anderen Teilen des Landes sind keinesfalls ausgeschlossen. Nicht umsonst prophezeite BVB-Boss Hans-Joachim Watzke seiner Branche zuletzt „ein paar schwere Monate“. Die Einschränkungen auf den Rängen treffen die Vereine hart, sind aber keinesfalls das einzig heiß diskutierte Thema.

Die hitzige Debatte um eine mögliche Impfpflicht für Profis, die zunehmende Zahl an positiven Fällen und die Angst vor einer Zuspitzung der Lage - all das steht in diesen Tagen deutlich mehr im Fokus als das Spiel auf dem Rasen.

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