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FC Schalke 04
Schalke in "beschissener" Lage

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Schalke: "Wir machen uns unseren guten Start kaputt"

Vedad Ibisevic hat Schalke 04 in der Liga noch tiefer in die Krise geschossen. Auf Huub Stevens und sein Team wartet ein ungemütliches Weihnachtsfest.

Huub Stevens war sichtlich gezeichnet. Nach einem kleinen Eingriff war der 59 Jahre alte Trainer von Schalke 04 an der Stirn genäht worden. Noch mehr schmerzt den Niederländer und seinen Klub derzeit aber der anhaltende Absturz in der Liga. Trotz des Einzugs ins Achtelfinale der Champions League wird die Lage bei den Königsblauen deshalb kurz vor Weihnachten immer bedrohlicher. Dass nach fünf Spielen ohne Sieg bereits offen über einen Abschied von Stevens im Sommer spekuliert wird, passt derzeit ins Bild, das Schalke abgibt: Liga-Frust statt Europa-Lust.

Auch Horst Heldt war nach dem 1:3 (0:1) beim VfB Stuttgart durch einen Dreierpack von Vedad Ibisevic reichlich bedient. Er habe kein Problem damit, "wenn man das als Krise bezeichnet", meinte der Schalke-Manager an alter Wirkungsstätte genervt. Zu Fragen nach der Zukunft des in die Kritik geratenen Trainers antwortete er ausweichend. Er habe dazu schon alles gesagt. Doch das, was Heldt dann von sich gab, ließ durchaus Raum für Spekulationen: "Wir müssen das letzte Spiel gewinnen und im Pokal weiterkommen. Dann werden wir gucken, wo wir stehen und wie wir das zu bewerten haben."

"Es läuft ein bisschen was schief"

Die aktuelle Bewertung der Lage fiel nach der vierten Auswärtsniederlage vor den anstehenden Spielen gegen Freiburg und Mainz (Pokal-Achtelfinale) schon einmal niederschmetternd aus. Beim VfB habe "alles spritziger und leidenschaftlicher" gewirkt, betonte Heldt. Zeitweise habe man gedacht, "wir hätten am Donnerstag gespielt", fügte er süffisant an, nachdem der VfB 43 Stunden nach seiner 0:1-Niederlage in der Europa League gegen Molde schon wieder hatte antreten müssen.

"Wir haben zu viele Fehler gemacht. So einfach ist das", fasste Stevens die mäßige Darbietung seines Teams kurz zusammen. So ein bisschen haderte er aber auch mit der Leistung von Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin, der dem VfB in der 38. Minute nach einer ungeschickten Attacke von Christian Fuchs gegen Christian Gentner einen Foulelfmeter zugesprochen hatte. Dies sei "keine Entschuldigung für unser Spiel. Aber das beeinflusst natürlich."

Entscheidend war die Szene aber defintiv nicht. Zu schwach präsentierten sich die ambitionierten Schalker vor 55.880 Zuschauern. Entsprechend bescheiden war auch die Laune bei Kapitän Benedikt Höwedes: "Wir sind gerade dabei, dass wir uns unseren guten Start so kaputt machen. Das ist natürlich beschissen. Es läuft ein bisschen was schief."


Das ist maßlos untertrieben. Es läuft in der Bundesliga sehr viel schief bei Schalke. "Wir waren nicht durchschlagskräftig. Sven (Ulreich, d. Red.) hat nur einen Ball halten müssen", moserte Schalke-Keeper Timo Hildebrand, 2007 mit dem VfB noch deutscher Meister. Schalke hat aus den letzten sieben Spielen so nur einen mageren Sieg und gerade einmal fünf Pünktchen holen können. Dass Jermaine Jones (73.) wegen eines Frustfouls an Ibrahima Traoré noch die Rote Karte sah, rundete die Sache ab.

Ein Abschied von Stevens in Gelsenkirchen spätestens am Saisonende - da läuft sein Vertrag aus - wird nun immer wahrscheinlicher. Der Mainzer Thomas Tuchel wird bereits als Nachfolger gehandelt. "Huub ist ein erstklassiger Trainer. Doch das heißt nicht, dass er noch zehn Jahre hier ist. Ich weiß bislang nicht, ob er weiterarbeiten will", hatte Heldt der Bild-Zeitung zu den Gerüchten vor dem Spiel in Stuttgart gesagt.

Die Probleme auf Schalke interessierten bei Stuttgart indes keinen. VfB-Coach Bruno Labbadia war vielmehr stolz und sprach von einem "großen Sieg nur 43 Stunden nach dem Molde-Spiel. Ich zähle Schalke mit weitem Abstand zu den Vereinen, die vor uns sind. Für uns sind das drei Superpunkte."

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