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Ex-Kommentator
Fast ein Jahr nach Spielsucht-Geständnis: „Es geht wieder aufwärts“ bei Werner Hansch

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Foto: dpa

Im vergangenen Jahr gestand Kommentatoren-Legende Werner Hansch seine Spielsucht in der Öffentlichkeit. Mittlerweile geht es für den 82-Jährigen wieder aufwärts. Den Fußball hat er dabei nie aus den Augen verloren.

Als Werner Hansch vor den Jugendfußballern des Wuppertaler SV seine Geschichte erzählt, wirkt sie fast surreal. Mit über 70 Jahren wurde der heute 82-Jährige von der guten Stimmung in ein Wettbüro in Recklinghausen gelockt. Dort ließ er sich zu einer 20-Euro-Wette auf ein Pferderennen überreden. „Das waren für mich Peanuts“, erinnert sich Hansch. Sein Pferd gewann, Hansch packte die Sucht.

„Nach drei Monaten habe ich Pferdewetten mit 3000 Euro Einsatz abgeschlossen. Das hat mir gar nichts gemacht“, blickt der Kommentator des UEFA-Cup-Finals 1997 auf die schwere Zeit zurück. Er rutschte immer weiter in die Sucht. Erst zehn Jahre später, im Sommer 2020, gelang es ihm, sich seiner Krankheit zu stellen. Im TV-Format „Promi Big Brother“, das Hansch später gewann, öffnete er sich. „Ich hatte gar keine andere Chance. Es war geradezu ein innerer Zwang, dort die Hose bis auf die Knöchel runterzulassen. Am Ende hat mir das sehr geholfen.“

Hansch: "Habe wieder einigermaßen Boden unter den Füßen"

Das Preisgeld von 180.000 Euro, das Hansch für den Sieg der Show erhielt, floss nahezu vollständig in die angehäuften Schulden. „Von dem Geld habe ich 89 Cent behalten können“, erinnert sich Hansch. Der gebürtige Recklinghäuser verlor durch seine Sucht aber nicht nur jede Menge Geld, sondern auch Freunde und sogar seine langjährige Lebensgefährtin.

Nach seinem öffentlichen Geständnis hat sich bei dem Ex-Kommentator einiges geändert. „Es geht wieder aufwärts. Ich bin weiterhin in Therapie und habe wieder einigermaßen Boden unter den Füßen“, berichtet er. Dazu ist er Teil einer Selbsthilfegruppe und nimmt ehrenamtlich an Veranstaltungen des Fachverbandes Glücksspielsucht bei. Dort erzählt er jungen Menschen wie der U17 und U19 des WSV von seinem Schicksal, um sie davor zu bewahren. „Das ist ein Teil meiner eigenen Therapie“, schildert der langjährige Sportreporter.

Hansch zieht den Hut vor dem VfL Bochum

Seine Leidenschaft, den Fußball, hat Hansch nie aus den Augen verloren. Auch zu dem königsblauen Abstieg hat der Mann, der die Schalker zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte kommentierte, eine klare Meinung. „Da waren Menschen in der Verantwortung, die dort niemals in Aktion hätten treten dürfen“, meint der Kult-Kommentator.

Positiv blickt er derweil auf die Entwicklungen in Bochum. „Ein Riesen-Kompliment an den VfL. Dafür, dass sie es geschafft haben, ziehe ich meinen Hut bis ganz nach unten! Ich wünsche denen ganz dringend, dass sie es schaffen, in der Liga zu bleiben“, lobt Hansch. Die ehemalige Stimme der Videospielreihe „FIFA“ vermutet, dass besonders das zweite Jahr zur Herausforderung werden wird. „Im ersten Jahr kann man schließlich mit dem Schwung des Aufstiegs eine Menge bewerkstelligen.“

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