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Mit dem VfL Osnabrück
Nach bewegenden Jahren - Ex-Talent Wiemann vor Premiere auf Schalke

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Mit dem VfL Osnabrück: Nach bewegenden Jahren - Ex-Talent Wiemann vor Premiere auf Schalke
Foto: firo
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Das Spiel des VfL Osnabrück beim FC Schalke 04 ist für Niklas Wiemann ein besonderes: Er kehrt nach "holprigen Jahren" als Zweitliga-Profi zu seinem früheren Klub zurück.

Am letzten Spieltag der Saison 2018/19 war Niklas Wiemann einem Einsatz in der Veltins-Arena nah. Das damalige Talent des FC Schalke 04 saß bei den Profis auf der Bank, wurde allerdings nicht eingewechselt.

Mehr als vier Jahre später steht der inzwischen 24-Jährige vor seinem Debüt im Gelsenkirchener Stadion. Mit dem VfL Osnabrück gastiert der Innenverteidiger am Freitagabend zum Zweitliga-Kellerduell bei den Königsblauen (18.30 Uhr, RS-Liveticker). Vorher spricht Wiemann bei RS über seinen holprigen Weg in den Profifußball.

Niklas Wiemann, Sie haben bis 2019 vier Jahre in der Knappenschmiede verbracht und werden am Freitag erstmals im Schalker Stadion auflaufen. Wird das ein besonderer Abend für Sie?

Bei meinem Wechsel nach Osnabrück im letzten Winter wurde ich gefragt, in welchem Stadion ich gerne mal spielen würde. Da habe ich die Veltins-Arena genannt. Die Stimmung, die dort herrscht, ist einmalig. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch überhaupt nicht abzusehen, dass es so schnell dazu kommen könnte. Schalke spielte in der Bundesliga, wir waren in der 3. Liga weit vom Aufstieg entfernt. Für uns ist es anschließend natürlich super gelaufen.

Die aktuelle Lage des VfL ist weniger erfreulich. Mit großem Rückstand steht Osnabrück am Tabellenende. Wo sehen Sie die Gründe dafür?

Unsere Punkteausbeute ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Ich glaube, die ersten Spiele waren von einer gewissen Unsicherheit geprägt, dadurch, dass für viele Spieler wie mich die 2. Bundesliga Neuland war. Durch fehlende Erfahrung haben wir Lehrgeld bezahlt. Einige Punkte haben wir unnötig liegen lassen. Wir lassen uns von der Tabelle aber nicht verrückt machen. Jeder im Verein wusste, dass die 2. Bundesliga eine riesige Herausforderung wird.

Mit Uwe Koschinat wurde zu Beginn der Woche ein neuer Trainer vorgestellt. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Er bringt eine sehr klare Vorstellung vom Fußball und Ansprache mit. Damit verbreitet er eine positive Stimmung. Durch seine Erfahrungen weiß er, was in Situationen wie unserer aktuellen gefragt ist. Die Zeit bis zum nächsten Spiel ist sehr kurz. Aber ich bin überzeugt, dass wir schon am Freitag von den Ideen des neuen Trainers profitieren können.

Vor einem Jahr haben Sie noch mit Rödinghausen in der Regionalliga gespielt. Jetzt sind Sie Stammspieler in der 2. Bundesliga. Können Sie das trotz der sportlichen Situation ein wenig genießen?

Wenn ich das letzte Jahr Revue passieren lasse, bin ich sehr zufrieden mit meiner Entwicklung. Ich bin erst kurz vor dem Ende der Winter-Transferperiode nach Osnabrück gekommen und habe seitdem viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ich habe mein Dritt- und Zweitliga-Debüt gegeben und den Aufstieg feiern dürfen.

War der Aufstieg mit dem dramatischen Saisonfinale das Highlight Ihrer bisherigen Karriere?

Definitiv. Zumal das zum Zeitpunkt meines Wechsels noch überhaupt nicht absehbar war. Bei meinem Wechsel war der Aufstieg weit weg und das war auch überhaupt kein Hintergedanke von mir. Hätte mir vor einem Jahr jemand erzählt, dass ich zeitnah in der 2. Bundesliga spiele, hätte ich demjenigen den Vogel gezeigt.

Auf Schalke waren Sie damals nah dran am Sprung zu den Profis. Was hat letztlich gefehlt?

Das ist schwer zu sagen. Meine Zeit in der A-Jugend war sehr erfolgreich. Wir haben es 2018 bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft geschafft, das leider gegen Hertha BSC verloren. Ich habe dann die Chance erhalten, mich im Trainingslager der Profis zu zeigen. Ich habe meine Sache gut gemacht, positives Feedback vom damaligen Trainer Domenico Tedesco bekommen. Mir war aber klar, dass ich mich danach weiter über die zweite Mannschaft anbieten muss. Dort haben wir zwar den Aufstieg in die Regionalliga gefeiert. Aber für mich persönlich war die Zeit kaum von Erfolg geprägt, da ich wenig gespielt habe. Deshalb wollte ich eine Luftveränderung und bin nach einem Jahr in der U23 nach Bremen gewechselt.

Weder in Bremen noch in der folgenden Saison in Hamburg konnten Sie in den U23-Teams Fuß fassen. Hatten Sie mit dem Traum vom Profifußball abgeschlossen, als Sie 2021 nach Rödinghausen gewechselt sind?

Es sollte nach den holprigen Jahren jedenfalls eine Art Neustart sein. Nach dem Ende meiner Hamburger Zeit war ich verletzt und stand plötzlich ohne Vertrag da. In Rödinghausen habe ich die Chance bekommen, in der Nähe meiner Heimat Detmold in der zweiten Mannschaft mitzutrainieren. Ich habe zunächst einen Vertrag für das Westfalenliga-Team unterzeichnet und bin dann durch einen Trainerwechsel glücklicherweise in die Regionalliga-Mannschaft gerutscht.

Der VfL hat immer wieder gezeigt, dass man ihn nie abschreiben darf

Niklas Wiemann über die Lage der Osnabrücker

Sie haben sich also von der sechsten in die zweite Liga vorgearbeitet. Wie stolz sind Sie auf diesen Werdegang?

Stolz ist wohl das falsche Wort. Ich bin ein Arbeiter und sehr diszipliniert, habe nie aufgegeben. Von daher bin ich glücklich, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat. Während meiner Zeit in Hamburg habe ich aber auch ein Fernstudium in Wirtschaftswissenschaften begonnen und inzwischen erfolgreich beendet. Ich bin sehr froh, dass ich mit dem Abschluss noch eine Alternative zum Profifußball in der Hinterhand habe. Trotzdem möchte ich herausfinden, wie weit es für mich noch gehen kann.

Haben Sie konkrete Ziele für Ihre weitere Laufbahn?

Norbert Elgert (Schalker U19-Trainer, d. Red.) hat mir damals eine Denkweise vermittelt, die mich bis heute prägt. Ich setze den Fokus auf die tägliche Arbeit und möchte immer das Maximum aus mir herausholen, damit ich mir eines Tages nichts vorwerfen kann. Alles Weitere ergibt sich daraus - oder eben auch nicht.

Was macht Ihnen Hoffnung auf den Klassenerhalt mit Osnabrück?

Der VfL hat immer wieder gezeigt, dass man ihn nie abschreiben darf. Im letzten Winter gab es auch die Stimmen, dass der Aufstieg nicht zu schaffen sei. Am Ende haben wir es trotzdem allen gezeigt. Jetzt ist der Klassenerhalt unser großes Ziel. Auch wenn der Rückstand gerade groß scheint: Es gibt viele Mannschaften in der Liga, die aktuell über- oder unterperformen. Da kann sich die Tabelle schnell wenden. Ich bin zuversichtlich, dass wir - genau wie Schalke - am Saisonende über dem Strich stehen werden.

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