Es gibt zahlreiche Traditionsvereine, die eine große Geschichte haben, derzeit jedoch weit entfernt von früheren Erfolgen sind. RevierSport schaut nach, wo diese Klubs heute spielen. Wie steht es um den TSV Marl-Hüls?

Amateure

Vergessene Vereine: Das Auf und Ab des TSV Marl-Hüls

Justus Heinisch
15. April 2020, 17:59 Uhr
Vor noch gar nicht allzu langer Zeit spielte der TSV Marl-Hüls in der Oberliga Westfalen. Hier trifft der Klub um Stürmer Michael Smykacz auf den ASC Dortmund. Foto: Thorsten Tillmann

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit spielte der TSV Marl-Hüls in der Oberliga Westfalen. Hier trifft der Klub um Stürmer Michael Smykacz auf den ASC Dortmund. Foto: Thorsten Tillmann

Es gibt zahlreiche Traditionsvereine, die eine große Geschichte haben, derzeit jedoch weit entfernt von früheren Erfolgen sind. RevierSport schaut nach, wo diese Klubs heute spielen. Wie steht es um den TSV Marl-Hüls?

Die Geschichte des TSV Marl-Hüls ist eine Geschichte des Ruhrgebiets. Einer der Vorgängerklubs wurde 1912 von streikenden Bergarbeitern gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg, Republik und Region wurden neu aufgebaut, ging es mit dem Verein bergauf.

Fritz Szepan, Legende auf Schalke, wurde Trainer und führte den TSV in die damals höchste Amateur-Klasse Westfalens. 1954 gewann Marl-Hüls die Deutsche Amateurmeisterschaft. Die Truppe, die Spieler stammten ausschließlich aus dem Marler Stadtteil Hüls, schlugen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg in der Schalker Glückauf-Kampfbahn mit 6:1.

In jenem Jahr bekam der Verein seinen heutigen Namen. Er spielte zu Beginn der 1960er Jahre in der Oberliga, der höchsten Spielklasse, konnte sich jedoch 1963 nicht für die neugeschaffene Bundesliga qualifizieren. Anschließend setzten finanzielle Probleme ein. Nicht zum letzten Mal. Fast zeitgleich begann der Bergbau zu ächzen, der Klub tingelte durch die Verbands- und Landesliga. Anfang des neuen Jahrtausends fand sich der TSV gar in der Bezirksliga wieder.

Abruptes Ende in der Oberliga Westfalen

Doch es ging wieder nach oben, zurück in die Westfalenliga. Mit einem Sponsor im Rücken und Holger Flossbach an der Seitenlinie. Kurz darauf führte Michael Schrank den TSV in die Oberliga Westfalen. Alles lief nach Plan. Im zweiten Oberliga-Jahr, der Saison 2016/17, schnupperte der Traditionsverein am Regionalliga-Aufstieg.

Dann allerdings wurde die Bochumer Steuerfahndung auf den Klub aufmerksam. Spielergehälter sollen nicht ordnungsgemäß versteuert worden sein. Lothar Gedenk, Vereins-Boss und Chef des besagten Sponsors, trat im April 2017 zurück. Im Oktober folgte die Mannschaft. Sie wurde aus der Oberliga zurückgezogen.

Schrank, der damalige Trainer, wohnt noch heute in der Nähe des Stadions. "Es war eine sehr, sehr anstrengende Zeit", erinnert sich der 54-Jährige. In dieser turbulenten Phase kümmerte er sich um Spieler-Verträge, Versicherungen, etc. pp. "Wir hatten einfach eine super Mannschaft und ich wollte, dass diese zusammenbleibt. Wir wären für die nächsten Jahre top aufgestellt." Wären.

Der Bergbau ist mittlerweile tot. Prosper Haniel schloss am 21. Dezember 2018 für immer. Als letzte Zeche im Pott. Lediglich 24 Tage später stellte der TSV Marl-Hüls den Insolvenzantrag.

Verein hat sich neu gegründet

Die Region findet sich nun mitten im Strukturwandel und auch am Loekamp rollt weiterhin der Ball. Der TSV gründete sich im vergangenen Jahr neu und startete in der Kreisliga B2 Recklinghausen. Dort belegen die "Blauen Funken" zurzeit den sechsten Tabellenplatz.

Nach wie vor ist die Jugendarbeit das Aushängeschild des Vereins. Und der Blick zurück bleibt. "Die Zeit beim TSV halte ich in sehr positiver Erinnerung", ergänzt Schrank.

Liga, Erfolge und bekannte Spieler

Aktuelle Liga: Kreisliga B2 Recklinghausen
Größte Erfolge: Deutscher Amateurmeister 1954, Westfalenmeister 1954, Meister der Westfalenliga 2015
Bekannte Spieler/Trainer: Tim Hoogland, Noah Korczowski, Nassirou Ouro-Akpo, Fritz Szepan, Rudi Gutendorf, Michael Schrank

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Kommentieren

15.04.2020 - 20:33 - Spieko

Wo bleibt die Tradition...planlos zusammen gestellt. Ich vermisse einiges bei dieser Serie.
Hier interessiert vor allem das, was diese Vereine früher ausgezeichnet hat. Nur so können diese Traditionsvereine
unvergessen bleiben....

15.04.2020 - 19:16 - Ruhrperle

Wer hat denn diesen " Bericht " zusammengekloppt ? Billige Phrasen und leere Allgemeinplätze , lieblos zusammengefügt - dazu noch äußerst unvollständig !
Und die Chefredaktion hat das auch noch abgesegnet ? Vielleicht sollten die Verantwortlichen Kritik üben und mehr Substanz fordern - ansonsten wäre es wohl
besser , die Serie einzustellen....

15.04.2020 - 18:40 - UNVEU

Spvgg Erkenschwick bitte als vergessenen Verein vorstellen

15.04.2020 - 18:35 - billyboy

Ich finde so eine Serie "Vergessene Vereine" richtig gut.
Man darf aber keinesfalls dieses Gebilde vom Schloß Strünkede in Herne mit seinem erfolglosen fünftklassigen Übungsleiter vergessen.
Die kannst du nämlich auch vergessen.....

15.04.2020 - 18:24 - DerSportbeobachter

Schlampig recherchiert. Schon mal was von Heinz van Haaren gehört?
Könnt Ihr ja mal "googeln".