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Fan: Ultras Gelsenkirchen werfen Polizei Willkür und Schikane vor
Kordts: „Verweigern jegliche Zusammenarbeit“

Erneut sind 50 Fans des FC Schalke durch den DFB mit Stadionverboten belegt worden. Das Verhalten der S04-Anhänger nach dem Spiel der Regionalligareserve am 28. März in Elversberg (RS berichtete) hat die ohnehin belastete Situation zwischen Ultras und Verein sowie Polizei nochmals verschärft.

Schalke sei nicht ernsthaft an einem Dialog interessiert, lautet der Vorwurf der „UGE“ in ihrem Sprachorgan „Blauer Brief“. Die Gruppe, die von den Stadionverboten teilweise betroffen ist, macht dies vor allem auch daran fest, dass knapp zwei Jahre nach den Festnahmen rund ums Derby vom 12. Mai 07 in Dortmund immer noch nicht alle der dreijährigen Stadionverbote aufgehoben wurden. Und das, obwohl niemand der 89 Beschuldigten verurteilt worden sei.

Gegenüber RevierSport äußert sich „Konni“ Kordts, Pressesprecher der Gelsenkirchener Polizei, zu den Vorwürfen.

Konrad Kordts, die Ultras Gelsenkirchen behaupten unter anderem, die Arbeit der eingesetzten szenekundigen Beamten sei von persönlicher Antipathie getrieben. Was halten Sie davon?

Meine Kollegen versehen seit Jahren ihren Dienst als SKBs (szenekundige Beamte, die Red.). Sie sind immer engagiert, kommunikativ und jederzeit ansprechbar. Alle leisten im Sinne der Gewährleistung von friedlichen Fußballspielen eine unverzichtbare und stets neutrale Arbeit.

Fahren Sie bei Einschätzungen von Gefährdungspotenzial, sofern sie bei Verhandlungen über Aufhebungen von Stadionverboten vom Verein gefordert werden, tatsächlich eine bewusst harte Linie?

Bei der Aufhebung von Stadionverboten prüft die Polizei Gelsenkirchen jeden Sachverhalt und jede Person individuell. Bei der Entscheidungsfindung wird die Gefahrenprognose zu Grunde gelegt. Dies bedeutet auch, dass aktuelle Vorkommnisse in die Bewertung einfließen.

Können Sie Pauschalverurteilungen und Willkür gegen Fußballfans ausschließen?

Ja, das schließe ich aus. Wir handeln nach Recht und Gesetz.
Beklagt werden weiterhin ständige Schikanen, vor allem gegen Personen, die bereits mit Stadionverbot belegt sind. So sollen Anzeigen gegen Fans wegen Beleidigung geschrieben worden sein, obwohl der Beamte die Täter gar nicht erkennen konnte!
In diesem Fall beleidigte die besagte Gruppe einen nicht anwesenden SKB durch Gesänge auf äußerst üble Art und Weise. Anwesende SKBs erstatteten gemäß ihrer gesetzlichen Verpflichtung eine Strafanzeige. Das Verfahren gegen einzelne Personen hat die Staatsanwaltschaft Köln nach Paragraph 170,2 eingestellt. Dies ist ein gesetzlich geordnetes Verfahren und unterliegt von daher nicht unserer Beanstandung.

Haben Sie Lösungsansätze, wie die Arbeit der Polizei auf mehr Verständnis bei den Fans stoßen kann?

Bei Fußballfans genießt die Arbeit der Polizei Gelsenkirchen ein hohes Ansehen. Lediglich die Gruppierung der ’Ultras GE’ verweigert seit Jahren jegliche Zusammenarbeit mit der Polizei. Wir haben mehrfach den Dialog mit ihnen gesucht und auch angeboten. Selbst unter Einbeziehung des Fan-Projektes haben die Ultras dies immer abgelehnt. Wir sind auch weiterhin bereit, mit ihnen in den Dialog zu treten.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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