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Von wegen Tote Hosen
Essener Pyro-Spektakel vor 26.000 Fans

(23) Kommentare
Foto: dpa

Über fehlende Mitspieler konnten sich Campino und seine Toten Hosen nicht beklagen. Im Stadion Essen boten sie ein Konzert mit Fußball und Feuer.

Offensichtlich war doch nicht nur die Opel-Gang erschienen. Statt einer kauzigen Clique von Autofahrern - auf dem gleichnamigen Debüt-Album der Toten Hosen im Jahr 1983 besungenen - zog es am Donnerstag unweit des Autokinos im Essener Stadtteil Bergeborbeck gleich 26.000 Fans ins Stadion Essen. Ein Konzert voller abgefahrener Zitate und prall gefüllter Parkplätze für sämtliche fahrbaren Fabrikate.

Um das Fazit eines doch sehr schwitzigen Open-Air-Abends vorwegzunehmen: In der Oldtimer-Klasse spielen die Toten Hosen trotz ihrer rund 35 Band-Jahre und einiger angezogener Stellschrauben beim musikalischen Profil noch lange nicht. Tote Hose wäre bei diesem Konzert-Reigen auch völlig unpassend gewesen. Die sicher nicht mehr ganz taufrischen Düsseldorfer Protagonisten für Rock und Punk veranstalten noch einmal ein schallendes Spektakel und zünden zwischendurch sogar in den gesperrten Puffer-Zonen des Innenraums eine kontrollierte Pyro-Show mit feurig-roten Bengalos.

Was kann es für einen Fortuna-Fan Schöneres geben, als eine Tour bei Rot-Weiss Essen zu starten!

Campino

Der Westen des Ruhrgebiets freut sich: Die Bühne samt der kräftigen Lautsprecher-Türme hat sich eine Lieblingshimmelsrichtung ausgesucht. Außerhalb der Stadionmauern lauschen Konzert-Kiebitze problemlos Campinos einleitenden Worten: „Was kann es für einen Fortuna-Fan Schöneres geben, als eine Tour bei Rot-Weiss Essen zu starten!“ Der Fußball fasst thematisch Fuß.

Dass sich die dunklen Gewitterwolken über dem Stadion während des gesamten Abends nicht in den Vordergrund mogeln, kann man nur als angenehme Laune der Natur interpretieren. Das erste von zwei ausverkauften Konzerten in Essen geht gut ins Ohr, bietet allerdings nicht immer eine akustisch ganz sauber schnurrende Zeitreise.

Alle haben gesehen, dass Rot-Weiss Essen gegen Rot-Weiß Oberhausen besser war!

Campino

So richtig ruhig ist es um Campino, Andreas von Holst, Michael Breitkopf, Andreas Meurer und Vom Ritchie aber zuletzt sowieso nicht gewesen. Ein Konzert-Abenteuer beim Yugong-Yishan-Musikfestival vor den Toren von Peking führte die Band erstmals nach China, wo der Hosen-Frontmann nach eigenem Bekunden in einer Karaoke-Bar recht rustikal „Hey Jude“ von den Beatles schmetterte.

Hinzu kommt Campinos klare Kante gegen die umstrittenen Rapper Farid Bang und Kollegah während einer Rede bei der Echo-Verleihung - viel Krach in der Republik.

Toten Hosen unterstützen Jürgen Klopp

In Essen gibt sich der 55-Jährige ebenfalls nicht gerade kurz angebunden. Zwischen den Allzeit-Klassikern „Hier kommt Alex“; „Bonnie & Clyde“ und „Zehn kleine Jägermeister“ gibt es bissige Spitzen. Die Toten Hosen singen bei ihrem Auswärtsspiel in Essen sogar vom gerade erst beendeten Niederrheinpokal-Finale. Sie meinen: „Alle haben gesehen, dass Rot-Weiss Essen gegen Rot-Weiß Oberhausen besser war!“ Damit spielt Campino auf die unglückliche Niederlage gegen den kickenden Nachbarn an. Immerhin folgt „Steh auf, wenn du am Boden bist“ als aufbauende Hymne für den Verbandspokal-Vize. Reaktion: aufbrausender Jubel. Danach benennt Hosen-Bassist Andreas Meurer als gebürtiger Essen noch unvermittelt Schwarz-Weiß Essen als seinen Lieblings-Fußballverein. Reaktion: Ungefähr die Szene im Western, wenn der Strohballen vorbeirollt.

Dass Campino als offensiv bekennender FC-Liverpool-Sympathisant mit dem Gänsehaut-Cover „You'll never walk alone“ noch dem von Jürgen Klopp trainierten englischen Spitzenverein einen Mutmacher für das am Samstag anstehende Champions-League-Finale gegen Real Madrid mit auf den Weg gibt, ist dagegen weniger überraschend.

Und drumherum? Viele Fans sind im Kern zwischen 30 und 50 Jahre alt, aber nicht wirklich leiser geworden. Die Anheizer-Bands Donots, The Vaccines und Adam Angst locken zusätzlich, sind bei der Hosen-Sause jedoch nur zu Besuch. Geölte Stimmen, gegrölte Erinnerungen. Auch wenn einige Puristen den größer werdenden Graben zwischen den bissigen Anfängen („Betrunken im Dienst“) und dem heute teils anschmiegsamen Mainstream der Gegenwart („Tage wie diese“) bemängeln: Zweieinhalb Stunden lang sorgen die Toten Hosen beim großen Teil der 26.000 Fans für jubelnde Stadionatmosphäre.

Nostalgie-Punk auf dem Stadionparkplatz

Und so summen sie hinterher auf dem Weg zum Parkplatz noch langsam die nimmer vergilbten Songzeile aus der Zeit des Hosen-Urknalls, die beim Konzert fehlten: „Einmal rund um den Häuserblock. Danach wird die Karre aufgebockt. Und sich unter die Kiste gehockt. Samstags nachmittags um halb vier, Fußball-Reportage und ein Bier...“ Die Opel-Gang rüstet sich für den nächsten Hosen-Besuch.

Am Freitag (25. Mai) gibt es ein weiteres ausverkauftes Konzert der Toten Hosen im Stadion Essen.

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  • schullemax69 25.05.2018 09:23 Uhr
    Mit der richtigen Band und Promotion scheint das Stadion Essen ja wohl doch auch als Umsatzträger (mit verbleibendem Gewinn für die Stadt) möglich zu sein.
    Also gerne mehr davon in Zukunft, geile Konzerte sind gut für die Menschen in Essen und gut für die Stadt Essen (Einnahmen).
    Nur bei der Terminierung bitte darauf achten, dass sich die Daten nicht mit einem möglichen Finalspiel von RWE kreuzen ....
  • o.aki 25.05.2018 09:59 Uhr
    Wenigstens hat Hosen-Bassist Andi Meurer Ahnung vom Fußball, auch wenn das dem RS natürlich nicht passt!
  • rotweissmarkus 25.05.2018 10:34 Uhr
    Theoretisch würde in Essen alles gehen, aber da müsste RW schon die
    Mannschaft von R Madrid haben. Die T Hosen sind seid den 80 Jahren aktiv
    und werden immer besser !!
    Am Hauptbahnhof waren auch viele Fortuna Fans zu sehen die alten Erzrivalen ,viel Glück für die 1 Liga .
  • RWE-ole 25.05.2018 11:49 Uhr
    Naja, ob die TH im Laufe der Jahre wirklich besser oder eher einfach kommerzieller geworden sind ist dann doch eher Geschmackssache.

    Ich frage mich viel mehr, was so ein Artikel der Funke-Mediengruppe in einem Sportteil zu suchen hat. Berichtet ihr demnächst auf RS von jedem Konzert, welches in irgendeinem Stadion stattfindet !?
  • BS 25.05.2018 13:31 Uhr
    Pyro Spektakel? Paradox
  • redbull1de 25.05.2018 17:09 Uhr
    Jetzt schon ein Sommerloch?
    Keine Kracher mehr?
    Nichts mehr los im eigenen Verein?

    Kontrollierte Pyroshow wäre doch auch was für den DFB.
  • jimmy_carter1 25.05.2018 18:53 Uhr
    Die Hosen hätten mal das Stimmungslied "nie mehr zweite Liga, nie mehr nie mehr..... bringen sollen natürlich in Bezug auf RWE
  • jimmy_carter1 25.05.2018 19:08 Uhr
    Übrigens dachte ich es geht bei Reviersport um Sport, anscheinend nicht....
  • peterd17 25.05.2018 20:57 Uhr
    Hauptsache das Wort Pyro irgendwie verbaut bekommen
  • Takahara 26.05.2018 00:24 Uhr
    Eine halbe Stunde für ein Bier vorm Konzert.
    Jetzt stehen wir seit einer Stunde auf dem Parkplatz und es bewegt sich nix.
    Das Stadion Essen ist anscheinend untauglich für Großveranstaltungen(incl.Niederrheinpokal ).
    So etwas habe ich nicht in Oberhausen und auch nicht in Duisburg erlebt.
    Da Sollte das Essener Fan Magazin mal drüber berichten.


    Zuletzt modifiziert von Takahara am 26.05.2018 - 00:26:17
  • Takahara 26.05.2018 00:53 Uhr
    Halbe Stunde später.Stehen immer noch auf dem Parkplatz.Wenn ich mich nicht mehr melde bin ich eingenickt.
    Die Hosen waren übrigens endgeil.
    Aber nie mehr Stadion Essen.
  • Fenriz 26.05.2018 08:12 Uhr
    @Takahara Ihre Kommentare lassen mich leicht schmunzeln, vor allem ""in Oberhausen noch nicht erlebt" : )) Da ist ja auch nichts los, und wenn ausnahmsweise doch, dann ist es dorthin katastrophal unorganisiert. Vielleicht bei derlei Kommentaren mal Vereinsvorlieben weglassen ...
  • Takahara 26.05.2018 10:45 Uhr
    Also ich war in den letzten Jahren mit dem MSV einige male in OB bei immer mehr als 10000 Zuschauern.
    Und ich kann immer von einer entspannten an und abreise sprechen.
    Noch nie habe ich irgendwo zwei Stunden auf dem Parkplatz verbracht.
    Und so lange auf zwei Bier musste ich auch noch nirgends warten und ich Stand als vierter in der Reihe.Ich will nicht wissen wie lang die Zwanzig hinter mir warten mussten.Alles in allem ein Trauerspiel.Und das in einer neu. gebauten Arena.
  • rotweissmarkus 26.05.2018 11:18 Uhr
    Die Hafenstraße hat ihren eigenen Scham die 1 Liga ist schon 45 Jahre her wo 35000 des öfteren da waren auch gegen Fortuna ( k Alofs Woike im Tor Herzog Zimmerman ) die sind den Ansturm gar nicht gewohnt.
    So wollte man doch vor 10 Jahren ein Stadion für 35000 bauen mit einer fanmeile entlang der Hafenstraße , das ist alles nichts geworden schade da Essen nun mal die vorzeige Stadt im Revier interessant ist nur der Hauptbahnhof und die Innenstadt.
  • RWE-ole 26.05.2018 14:20 Uhr
    @Takahara:
    Ein Fußballspiel mit 10tsd. Besuchern mit einem Konzert mit 26tsd. Besuchern zu vergleichen zeugt schon von einer „besonderen“ Intelligenz
  • Astradet 26.05.2018 14:58 Uhr
    Mal ehrlich , was hat so ein Bericht über ein Konzert der Toten Hosen im Revier Sport zu suchen?Ich denke Revier Sport ist ein Sport Magazin und kein Musik Magazin bzw. Zeitung.Nur weil die in Essen gespielt haben???Und man darüber negativ berichten kann???Frage mich ob der Bericht und die Kommentare auch so ausgefallen wären , wenn RWE das Pokalendspiel gewonnen hätte!!!!Gibt es sonst keine Nachrichten mehr.
    Schade Reviersport das Ihr solche Berichte schreibt und veröffentlicht.
  • Takahara 26.05.2018 18:29 Uhr
    @RWE-ole
    Ich war schon auf etlichen Konzerten mit der doppelten oder dreifachen Menge an Zuschauern.
    Es geht darum selbst wenn in Düsseldorf Düsseldorf 60000 Zuschauer sind bricht dort nicht alles zusammen.Ebenso in Oberhausen bei 15-17000 Zuschauern.Das Stadion Essen ist von der Infrastruktur für diese Menge an Menschen wie gestern einfach nicht ausgelegt.Das war einfach eine Katastrophe in allen belangen Das fängt an bei der Getränkeversorgung,den Schlangen vor den Damentoiletten und der Parkplatzsituation.Der Höhepunkt war das rausführen der Zuschauer über eine winzige Brücke wo sich sofort die Zuschauermassen stauten.
    In Oberhausen wird man wohl keine Veranstaltungen Veranstaltungen mit 26000 Zuschauern erleben,weil es dafür nicht ausgelegt ist.Aber das Stadion Essen ist es noch weniger.
  • Red-Whitesnake 26.05.2018 21:51 Uhr
    Wenn man natürlich mit dem Auto ins Stadion fahren wollte, dann kann es schon sein, dass man bei der Ausfahrt/Rückfahrt länger steht.
    Stand überall, dass man mit den öffentlichen Verkehrsmittel kommen soll.
    Oder außerhalb parken und ein paar Meter laufen. Wäre auch ne Möglichkeit gewesen.
    Es gab auch genügend Bierstände. Ich war am Donnerstag im Stadion.
    Und selbst in der Sturm oder Drangzeit mußte ich keine halbe Stunde auf Bier warten. Man kann auch alles schlecht reden. Und wer nicht mehr kommt, der muß auch nicht gehen. Ist doch ganz einfach.
  • RWE SG 26.05.2018 22:11 Uhr
    Zitatgeschrieben von Takahara

    @RWE-ole
    Ich war schon auf etlichen Konzerten mit der doppelten oder dreifachen Menge an Zuschauern.
    Es geht darum selbst wenn in Düsseldorf Düsseldorf 60000 Zuschauer sind bricht dort nicht alles zusammen.Ebenso in Oberhausen bei 15-17000 Zuschauern.Das Stadion Essen ist von der Infrastruktur für diese Menge an Menschen wie gestern einfach nicht ausgelegt.Das war einfach eine Katastrophe in allen belangen Das fängt an bei der Getränkeversorgung,den Schlangen vor den Damentoiletten und der Parkplatzsituation.Der Höhepunkt war das rausführen der Zuschauer über eine winzige Brücke wo sich sofort die Zuschauermassen stauten.
    In Oberhausen wird man wohl keine Veranstaltungen Veranstaltungen mit 26000 Zuschauern erleben,weil es dafür nicht ausgelegt ist.Aber das Stadion Essen ist es noch weniger.



    In Oberhausen ist die Versorgung von Getränken unterirdisch schlecht. Da werden schon mal nicht gespülte Becher wieder neu gefüllt. Und auf die versifften Toilettenanlagen braucht man eh nicht hinweisen. Oberhausen halt.
  • Takahara 27.05.2018 00:48 Uhr
    @Red-Whitesnake
    Wir wollten ausserhalb an der Bottroper Strasse parken.Liebend gern,den das war kostenlos,aber keine Chance weil alles voll war.Aber du denkst sicher das alle die 7(in Buchstaben sieben) Euro Parkplatzgebühr am Autokino freiwillig gezahlt haben statt zehn Minuten zu laufen.Am Wedastadion parken wir immer zehn min. Fussweg vom Stadion enfernt weil ich keinen bock habe die Drei Euro zu zahlen.Und das alle zwei Wochen.
    So traurig es ist,die Infrastruktur in Essen ist katastrophal.
    Unglaublich wie steil hier einige gehen weil sie Kritik an ihrem tolle Stadion nicht akzeptieren können.Aber in Essen ist anscheinend alles super.


    Zuletzt modifiziert von Takahara am 27.05.2018 - 01:00:52
  • Red-Whitesnake 27.05.2018 08:42 Uhr
    Takahara...

    ich gehe gar nicht steil.
    Sondern ich sage nur, dass man mache Sachen umgehen kann/könnte.
    7 Euro Parkplatz Gebühr ist natürlich heftig. Sehe ich auch so.
    Und ich denke schon, dass das/die Hosenkonzerte eine Herausforderung für das Stadion und Umfeld waren.
    Manche Sachen sind dann nun mal eben so wie sie sind.
    Da muß man doch nicht alles schlecht reden... und direkt den Bezug zu Rot-Weiss und der Stadt suchen.
    Wenn man dann daraus seine Schlüsse zieht und Essen bzw. Konzerte nicht mehr anfährt, dann ist es doch auch in Ordnung.
    Ich hatte diese Erlebnisse am Donnerstag nicht.... weder am Bierstand, Bratwurst/Pizza/Hamburgerstand.... beim Lokusgang oder beim verlassen des Stadions.
    Hatte also einen coolen Abend und habe mich mit netten Fortunen unterhalten.
  • RWE-Tom 27.05.2018 17:37 Uhr
    Also ich war am Freitag beim ausverkauften Zusatzkonzert, habe wie bei den meisten Spielen auch auf der Vogelheimer geparkt und war ungefähr eine halbe Stunde nach dem Konzert zu Hause in Überruhr.
    Auch der Einlass war unproblematisch und nach dem Gig gab's noch ne Bratwurst ohne jede Wartezeit.
    Alles perfekt!
    Danke den Organisatoren und gerne mehr davon. :-)
  • RWE-Tom 27.05.2018 17:42 Uhr
    Und Onkel Aki, ihr seid jetzt unser kleiner Kooperationsverein, also sei schön lieb.
    Von Calella bis Malindi, immer wieder RWE! (kleiner Insider) ;-)

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