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Schalke
Gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung

(6) Kommentare
Susanne Franke, Manfred Beck, Judith Neuwald-Tasbach, Susanne Franke, Manfred Beck, Judith Neuwald-Tasbach
Foto: Olaf Ziegler

Zum Jubiläum blickt die Schalker Fan-Initiative, Gewinner des Julius-Hirsch-Preises, mit einer Sonderausstellung auf 25 erfolgreiche Jahre zurück.

Der Preis ist der wichtigste, den Fans in Deutschland verliehen bekommen können: Der Julius-Hirsch-Preis, seit 2005 verleiht ihn der DFB für den Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen. Und nun liegt er im Schalke-Museum. Als Teil einer Sonderausstellung über die Schalker Fan-Initiative.

Die hat den Preis nämlich gewonnen. Passend zum 25-jährigen Jubiläum der „Ini“ wurde sie in diesem Jahr mit diesem Preis ausgezeichnet. Aus der Sicht vieler überfällig, angesichts dessen, was die Fan-Initiative in ihren 25 Jahren auf Schalke geleistet hat. Selbstverständlich allerdings nicht. Denn der Julius-Hirsch-Preis ging bisher an zeitlich begrenzte Projekte. Aber jetzt, zum 25. Jubiläum, „jetzt ist es eine Story. Wer es jetzt nicht peilt, der hat es komplett verpennt“, meint Susanne Franke, acht Jahre lang Vorsitzende der „Ini“. Und deshalb schickte sie eine Bewerbung zum DFB. Im Urlaub in Rumänien bekam Susanne Franke einen Anruf, mit 069 begann die Nummer - die Telefonvorwahl von Frankfurt am Main, wo der DFB seine Zentrale hat.

Tatsächlich war es die DFB Kulturstiftung, und deshalb liegt der besagte Julius-Hirsch-Preis im Schalke-Museum. Doch warum liegt er?

Rückblick: Es war das Jahr 2002, Schalke holte mit einem 4:2-Sieg über Bayer Leverkusen den DFB-Pokal – und Manager Rudi Assauer ließ den Pott fallen. Ganz so dramatisch wie damals ging es bei der Verleihung des Julius-Hirsch-Preises nicht zu. Und doch mussten alle sofort an Rudi denken, als das Unheil bei dieser Verleihung seinen Lauf nahm. „Die mit Abstand schüchternste Mitpreisträgerin hat sich umgedreht und das Ding aus Versehen umgestoßen“, erzählt Susanne Franke. Und es war nicht nur Manfred Beck, langjähriger Stadtdirektor Gelsenkirchens und Mitglied der Fan-Initiative, der sofort an Rudis Malheur dachte: „Mit so etwas kennen wir uns auf Schalke ja aus.“

Nun kann man darüber streiten, wie wichtig dieser Pokalsieg für die Entwicklung des Vereins Schalke 04 ist. Unbestritten ist hingegen, wie wichtig die Arbeit der „Ini“ für den Verein ist. Nämlich riesig. „Wenn man sich anguckt, was da auf die Beine gestellt wurde, das ist schon grandios“, lobt Fanbeauftragter Thomas Kirschner. „Die Fan-Ini war, ist und bleibt ein ganz wichtiger Teil der Schalker Fanszene. Sie hat die Probleme mit Rassismus und Diskriminierung in den Vordergrund gestellt und Anstöße gegeben, sodass bei diesen Themen auch ein Konsens in der ganzen Nordkurve entstanden ist.“ Sprich: Kein Rassismus und keine Diskriminierung. Dank der Fan-Initiative.

Als die sich gegründet hatte, war das noch anders. Den heutigen Konsens bei den Themen Rassismus und Diskriminierung gab es in der Nordkurve vor 25 Jahren nicht. Und als die Fan-Initiative im Jahr 1992 aus der Taufe gehoben wurde, brauchte auch niemand die Themen Rassismus und Diskriminierung in den Vordergrund zu stellen. Sie waren dort bereits – im negativen Sinne. „Das war damals definitiv eine komplett andere Situation in allen Fankurven, da herrschte offener Rassismus“, sagt Thomas Kirschner. Auch auf Schalke wurden dunkelhäutige Spieler der Gastmannschaften mit Affenlauten bedacht.

Vor allem dank der Fan-Initiative sind diese Zeiten lange vorbei. Mit einem simplen Plakat, auf dem der Spruch „Schalker Fans gegen Rassismus“ und einem Schalker Bein, das ein Hakenkreuz tritt, zu sehen waren, fing alles an. Das Symbol ist geblieben, aus den „Schalker Fans gegen Rassismus“ ist die Fan-Initiative geworden, der Inhalt bleibt der alte: Gegen Rassismus und Diskriminierung. Schon kurz nach ihrer Gründung sorgte die „Ini“ dafür, dass der FC Schalke 04 auf seiner Jahreshauptversammlung eine Unvereinbarkeit mit Rassismus in seiner Satzung verankerte.

Doch warum ist die Arbeit der Fan-Initiative auf Schalke so erfolgreich? Andere Fußball-Vereine wissen immer noch nicht so recht, wie sie Rassismus und Diskriminierung aus ihren Stadien verbannen sollen. „Es liegt daran, dass wir keine Exklusivnummer daraus gemacht haben“, erklärt Susanne Franke. Die Fan-Ini holte von Anfang an andere Gruppen wie den Supporters Club oder später nach deren Gründung die Ultras Gelsenkirchen mit ins Boot, „was willst du auch mit knapp 350 Mitgliedern bei einem 60 000-Zuschauer-Stadion machen?“ Es entstand ein gemeinsamer Konsens.

Und so wurde die „Ini“ gemeinsam mit dem Antirassismus ein fester Bestandteil auf Schalke, und nun auch mit einer Sonderausstellung für kurze Zeit im Schalke-Museum. Eine naheliegende Idee, oder wie es der Fanbeauftragte Sven Graner bei der Eröffnung ausdrückte: „Viel naheliegender kann es eigentlich nicht sein.“

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1. Fußball Bundesliga

Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 FC Bayern München 34 27 3 4 92:28 64 84
2 FC Schalke 04 34 18 9 7 53:37 16 63
3 TSG 1899 Hoffenheim 34 15 10 9 66:48 18 55
4 Borussia Dortmund 34 15 10 9 64:47 17 55
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 FC Bayern München 17 14 2 1 56:15 41 44
2 TSG 1899 Hoffenheim 17 11 4 2 38:16 22 37
3 FC Schalke 04 17 10 5 2 27:15 12 35
4 VfB Stuttgart 17 10 4 3 18:9 9 34
5 Borussia Dortmund 17 9 4 4 40:21 19 31
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 FC Bayern München 17 13 1 3 36:13 23 40
2 FC Schalke 04 17 8 4 5 26:22 4 28
3 Bayer 04 Leverkusen 17 7 5 5 29:25 4 26
4 Borussia Dortmund 17 6 6 5 24:26 -2 24

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34 H
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Samstag, 12.05.2018 15:30 Uhr
1:0 (1:0)
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# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1 7 165 0,5
2
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Mittelfeld

3 465 0,2
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1
Naldo

Abwehr

5 306 0,3
2 4 293 0,2
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5

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  • Alles für Schalke 13.02.2018 01:27 Uhr
    Typisch Schalke, wir setzen uns für Menschen ein, die einer Diskriminierung ausgesetzt werden. Das entspricht dem Leitbild und ist wieder mal vorbildlich und beispielgebend. Niemand darf aufgrund seiner Herkunft, Rasse oder politischer Einstellung diskriminiert werden.

    Ich würde es begrüßen, wenn sich das Projekt auch gegen die Diskriminierung von AfD Wählern und Sympathisanten einsetzt. Vereinen wie Frankfurt sollte man so die rote Karte zeigen. Im DFB Pokalspiel gegen die Frankfurter Eintracht könnte man eine Aktion pro AfD starten. Ist allerdings eine Gratwanderung, Schalke sollte auch immer überparteilich sein und bleiben. Ein eindeutiges Statement gegen die verfassungsfeindliche Diskriminierung von unbescholtenen AfD Wählern durch Eintracht Frankfurt sollte aber gesetzt werden.
  • Frankiboy51 13.02.2018 07:44 Uhr
    Zitatgeschrieben von Alles fr Schalk

    Typisch Schalke, wir setzen uns für Menschen ein, die einer Diskriminierung ausgesetzt werden. Das entspricht dem Leitbild und ist wieder mal vorbildlich und beispielgebend. Niemand darf aufgrund seiner Herkunft, Rasse oder politischer Einstellung diskriminiert werden.

    Ich würde es begrüßen, ...man eine Aktion pro AfD starten. Ist allerdings eine Gratwanderung, Schalke sollte auch immer überparteilich sein und bleiben. Ein eindeutiges Statement gegen die verfassungsfeindliche Diskriminierung von unbescholtenen AfD Wählern durch Eintracht Frankfurt sollte aber gesetzt werden.

    Diskriminierung der Diskriminierer, schwierig aber notwendig, auch wenn bei der BTW 2017 nicht alle für Rassismus, Nationalismus und Diskriminierung innerhalb dieser Partei stimmten und daß das nicht noch einmal passiert, weil die Wähler der Partei inzwischen nachgedacht und bedauert haben, Sie augenscheinlich noch nicht, aber da sind sie in Gelsenkirchen nicht alleine. Traurig
  • DagobertF*ck 13.02.2018 11:51 Uhr
    @Alles für Schalke: Was hast du an der Überschrift "Gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung" nicht verstanden? Ich denke garnix, denn in diesem Zusammenhang eine pro AfD Aktion zu fordern zeugt schon von einem unangenehm verzerrten Weltbild. Wofür steht die AfD in deinen Augen - wenn nicht für Rassismus, Diskriminierung und Nationalismus?

    In diesem Zuge sollte man sich auch mal überlegen, ob es den nach außen dargestellten Initiativen gegen Rechts zuträglich ist Konzerte der Böhsen Onkels in der Arena zu veranstalten!
  • Alles für Schalke 14.02.2018 00:42 Uhr
    @dagobert: Was hast Du an der Überschrift nicht verstanden? Gemeinsam gegen Diskriminierung!

    Ja, Du hast Recht, es gibt AfD Politiker, die diskriminieren und die sind rassistisch. Die gibt es bei der CDU, bei der SPD und sogar bei der linksextremen DIE LINKE. Ist dadurch die gesamte Partei rassistisch? Ist Sarrazin die SPD? Ist Gauweiler die CSU? Ist der verurteilte Linksterrorist Ströbele Die GRÜNEN? Natürlich NICHT!

    90 % der Straßendrogendealerei in Großstädten ist in Hand von Schwarzafrikanern. Das ist Fakt. Sind dadurch ALLE Schwarzafrikaner Dorgendealer? Natürlich auch NICHT!

    Und wer der Meinung ist, man darf nur gegen die Dsikriminiuerung bestimmter Personengruppen protestieren, gegen andere aber nicht, diskriminiert selbst! Schon mal drüber nachgedacht?

    Die meisten Parteifunktionäre der AfD waren vorher bei der CDU oder SPD. Teilweise Abgeordnete, ohne Zweifel fest zur freiheitlich demokratischen Grundordnung stehend. Die Wähler der AfD kommen ebenfalls zum überwiegenden Teil aus diesen beiden Parteien, was das Wahlverhalten betrifft. Und wenn nun Menschen, die der AfD angehören oder die Partei gut finden oder wählen schlechter gestellt werden als andere Menschen, so wie es der Präsident von Frankfurt fordert, dann ist das Diskriminierung!

    Bei einer in Teilen vom Verfassungsschutz beobachteten Partei wie DIE LINKE oder bei der NPD könnte ich das sogar verstehen, da es da sachliche Gründe gibt, die ich nachvollziehen kann. Aber die AfD ist eine Partei wie die SPD und CDU auch. Und das bestimme nicht ich oder Du oder die Presse, sondern der Verfassungsschutz.

    Abgesehen davon, dass ich auch einen Ausschluss von Wählern der LINKEN oder NPD von Fußballspielen nicht gut finden würde, ein Gesinnungstest im Stadion geht zu weit.

    Heute werden Menschen vom Präsidenten von Eintracht Frankfurt diskriminiert nur aufgrund ihrer demokratischen (!!!!) politischen Sympathie für eine Partei. Und morgen? Morgen sind es Schwarze? Oder wieder Juden? Achtung, ganz gefährlich, was dieser Typ da macht. Anzeigen gegen den Präsidenten von Frankfurt laufen ja schon. Was wir machen sollten, ist auf diese verfassungswidrige Diskriminierung hinzuweisen, aufzuschreien und eine Aktion zu fahren gegen die Benachteiligung von Menschen, die die AfD gut heißen. Es ist mir ein Rätsel, wie man das nicht verstehen kann, es sagt aber zumindest viel über das Weltbild aus, dass Du @dagobert zu haben scheinst. Und das ist kein demokratisches.
  • Alles für Schalke 14.02.2018 00:45 Uhr
    @dagobert: Noch was. Die Böhes Onkelz in die rechte Ecke stellen zu wollen, schlägt dem Fass den Boden aus! Die haben mehr im Kampf gegen Links- und Rechtsextremismus getan, als wir alle hier zusammen! Konzerte für die Opfer linker und rechter Gewalt schon seit den 90ern, Liedtexte gegen linke und rechte Deppen schon seit über 20 Jahren!

    Sorry, Du brauchst dringend mal Nachhilfe in politischer Bildung.
  • Frankiboy51 14.02.2018 08:05 Uhr
    Gemeinsam gegen Diskriminierung der SPD in den Medien.

    Ach noch was.
    Mitglieder der AfD können nicht Mitglied bei Eintracht F´furt sein, formuliert der Präsident des Vereins die Vereinssatzung sinngemäß.

    Die Vereinssatzung von RWO weißt politische Neutralität aus, Mitglieder halten sich notgedrungen daran, gucken AfD Mitglieder aber nicht midem Asch an.

    Beide Vereine lassen den Besuch von AfD Wählern im Stadion zu, solange sie keine entsprechende Armbinde oder ein Wahlposter auf dem Rücken tragen. Zwinker

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