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Integrationself
Spannungen zwischen Ex-Verein und dem Team

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Foto: firo

Die erste Mannschaft der DJK Viktoria Bochum hat den Aufstieg in die Kreisliga B geschafft. Besondere Beachtung erfährt sie jedoch aus einem anderen Grund.

Unter dem Motto "Fußball kennt nur eine Sprache", spielen bei der Viktoria aus Bochum Deutsche und Flüchtlinge Seite an Seite zusammen Fußball und leben gelungene Integration vor. Dieser Erfolg ging sogar so weit, dass der Aufstieg in die Kreisliga B gelang.

Dennoch war es für das Team von Trainer Gabor Horvath nicht immer leicht. Sein ehemaliger Spieler Sefa Karakaya erklärt wie alles angefangen hat: "Gabor war schon in der Jugend mein Trainer. Später wurde er dann auch mein Trainer in der dritten Mannschaft von Teutonia Ehrenfeld. Als wir dort trainierten, kamen immer mehr Leute, meistens mit Migrationshintergrund, die uns fragten, ob sie mitspielen dürfen. Wir haben natürlich jedem eine Chance gegeben. Und durch Mund-Propaganda fanden immer mehr Spieler den Weg zu unserer dritten Mannschaft."

Fehlende Unterstützung

Dennoch beschwert sich Karakaya über die fehlende Unterstützung des Vereins: "Wir wurden gar nicht richtig wahrgenommen. Der Verein hat uns kein bisschen geholfen. Wir mussten alles in Eigenregie organisieren, sogar Bälle und T-Shirts mussten wir selber besorgen."

Karakaya uns sein Trainer kümmerten sich in Folge dessen selbst um die Finanzen der dritten Mannschaft. Sie konnten zwei Parteien aus dem Landtag für sich gewinnen und erhielten von beiden großzügige Spenden. Allerdings hatte dies auch seine Schattenseiten: "Plötzlich standen wir von der dritten Mannschaft mehr im Fokus als die Erste. Sogar die Bürgermeisterin kam zu uns und war begeistert. Das schien dem Verein nicht zu gefallen. Kurze Zeit später haben sie unseren Trainer ohne Grund herausgeworfen. Wir sind dann als Team geschlossen aus dem Verein ausgetreten, da wir den eingeschlagenen Weg zusammen weitergehen wollten." Aber auch nach dem Austritt, lässt Karakaya kein gutes Haar an der Teutonia: "Der Verein hat den Rest der Spenden einfach behalten. Das finde ich nicht richtig. Am Ende schien es dem Verein nur noch um das Geld und nicht mehr um die Flüchtlinge zu gehen."

Ganz anders ergeht es dem Team bei Viktoria Bochum: "Sie haben unsere dritte Mannschaft komplett übernommen und als erste Mannschaft gemeldet. Gabor Horvath ist wieder der Trainer des Teams und hat es geschafft, im zweiten Jahr bei der Viktoria aufzusteigen. Ich denke, dass die Reise der Mannschaft noch nicht zu Ende ist." Karakaya spielt aktuell noch beim SV Türkiyemspor Bochum, will aber demnächst wieder unter seinem alten Trainer spielen.

Teutonia Ehrenfeld sieht es anders

Über die Schilderung von Sefa Karakaya, kann der 2. Vorsitzende der DJK Teutonia Ehrenfeld, Ralf Dören nur schmunzeln: "Das Einzige, was stimmt, ist, dass wir uns damals von Gabor Horvath als Trainer getrennt haben. Allerdings haben wir ihn nicht entlassen, sondern die Zusammenarbeit nach der Saison beendet. Die Gründe dafür, sollen intern bleiben. Des Weiteren haben wir ebenfalls versucht Spenden für den Verein zu erhalten. Diese gingen auch ein, waren aber für alle drei Seniorenteams gedacht. Es kamen durch die Spenden ca. 5.000 Euro rein. Davon haben wir den Spielern der dritten Mannschaft Bälle, Trainingsanzüge, Trikots und teilweise Fußballschuhe gekauft. Hinzu kamen noch die Mitgliedsbeiträge der Spieler. Sie können sich ja denken, wie viel Geld da übrig blieb."

Auch nach dem Abgang der ehemaligen Mannschaft, gibt es bei der Teutonia wieder ein ähnliches Projekt: "Wir haben wieder eine dritte Mannschaft. Diese besteht zum Großteil wieder aus Asylbewerbern. Dafür hat sich der Verein finanziell wieder gestreckt. Des Weiteren bieten wir in unserem Vereinsheim regelmäßig Kurse und Aktivitäten für Flüchtlinge an. Das diese unentgeltlich sind, versteht sich hoffentlich von selbst."

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  • Frankiboy51 19.06.2017 18:32 Uhr
    Na, da befinden sich die Katholen aber in einem ordentlichen Wettstreit, wer der seelsorgerischere Verein ist Teutonen oder Viktorianer.

    Da fehlt dem Türkiyemsporer natürlich ein wenig der Durchblick.

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