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FC Schalke 04
Warum es Wetklo am Freitag eilig hat

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Christian Wetklo, Christian Wetklo
Foto: Thorsten Tillmann

Christian Wetklo hat zwei Herzensvereine: Schalke 04 und Mainz 05. Ausgerechnet am Freitagabend kann er das Spiel nicht live verfolgen.

Denn mit der Schalker U23 trifft Christian Wetklo am Freitagabend in der Regionalliga auf Borussia Mönchengladbach II. Auf der Rückfahrt nach Gelsenkirchen will der 36 Jahre alte Torwart auf keinen Fall gestört werden, das hat er schon klargestellt. Wenn er an diesem besonderen Abend schon selbst die Fußballschuhe schnüren muss, dann will er wenigstens die zweite Halbzeit der Partie Mainz gegen Schalke live auf seinem Smartphone verfolgen. „Ich werde nach dem Spiel schnell duschen, und hoffe, dass ich pünktlich im Bus bin“, sagt Wetklo. Mainz gegen Schalke – das ist für ihn schließlich nicht irgendein Bundesligaspiel, es ist das Duell seiner beiden Herzens-Vereine.

Bevor Wetklo im Sommer 2014 zurück nach Schalke kam, „zurück nach Hause“, wie er sagt, stand er 14 Jahre beim FSV Mainz 05 unter Vertrag. Seit Anfang dieser Saison ist er Torwart und Torwarttrainer der Schalker U23 in Personalunion. Insgesamt 124 Mal stand er für Mainz in der 1. und 2. Liga im Tor, für ein Bundesligaspiel im Schalke-Trikot hat es allerdings nicht mehr gereicht. Trotz großer Verletzungssorgen setzte Schalkes Cheftrainer Roberto Di Matteo in der vergangenen Saison auf den jungen Timon Wellenreuther. Dass sich Wetklos Traum nicht erfüllt hat, kann er aber einordnen, enttäuscht sei er nicht. Beim Wechsel war er bereits 34 Jahre alt und hatte mit dem damaligen Trainer Jens Keller und Manager Horst Heldt die Vereinbarung getroffen, nur im „absoluten Notfall“ in den Profikader zu rutschen. Da dieser Notfall eintrat, sowohl Ralf Fährmann als auch Fabian Giefer verletzt ausfielen, saß er fast eine komplette Spielzeit zumindest auf der Schalker Ersatzbank. Sogar bei diesem wahnsinnigen 4:3-Sieg in der Champions League bei Real Madrid war er dabei „Das war mehr, als ich es mir hätte träumen lassen. Auf diese Zeit bin ich auch ohne einen Einsatz megastolz“, sagt Wetklo.

Stolz ist er aber auch auf die 14 Jahre Mainz 05. „Ich liebe den Verein, die Stadt, die Menschen“, sagt er. Sein zweiältester Sohn ist in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz geboren. „Meine Frau und ich denken häufig an die schöne Zeit zurück, wir haben noch viele Freunde, die in Mainz leben.“

Die Jahre in Mainz haben mich einfach geprägt

Christian Wetklo

Im Alter von 20 Jahren, als seine Karriere drohte zu stagnieren, entschied er sich für den Wechsel in die Mainzer Amateurmannschaft. „Die Jahre dort haben mich einfach geprägt. Ich glaube nicht, dass ich der Mensch wäre, der ich bin, wenn ich nicht mal aus Gelsenkirchen rausgekommen wäre“, sagt er.

Den heutigen Mainzer Trainer Martin Schmidt kennt Wetklo bestens, 2010 übernahm der Schweizer die U23 der 05er. „Die Verzahnung des Profiteams und der U23 ist in Mainz sehr eng. Wir haben sehr oft zur gleichen Zeit trainiert, häufig war Martin auch bei unseren Trainingseinheiten dabei“, sagt Wetklo. Schmidt habe sich eine Menge von seinem Vorvorgänger Thomas Tuchel abgeschaut, beide hätten genau die gleiche „Fußballphilosophie.“ Wetklo bewertet die Beförderung Schmidts zum Bundesligatrainer nur als logische Konsequenz. Nachdem die Arbeit des Dänen Kasper Hjulmand nach dem Abschied von Thomas Tuchel nicht gerade von Erfolg gekrönt war, wurde Schmidt vor einem Jahr Cheftrainer.

Wetklo tippt auf einen knappen Sieg

Seinen Schalkern rät Christian Wetklo, sich heute Abend von der ersten Minute an in jeden Zweikampf zu schmeißen, in der Coface Arena Gras zu fressen. „Ansonsten holst du da keinen Punkt“, sagt er. Der Torwart glaubt aber, dass die Schalker individuell die höhere Qualität besitzen und deshalb gewinnen. „Vielleicht 2:1, oder 1:0. Es wird auf jeden Fall knapp.“

Knapp wird es auch nach dem Spiel der U23. Abpfiff in Mönchengladbach ist erst gegen 21.15 Uhr. Die zweite Halbzeit in Mainz beginnt eine Viertelstunde später. Spätestens dann will Christian Wetklo im Bus sitzen.

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