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Essen
Schiri-Würger zeigt weder Reue noch Einsicht

(17) Kommentare
Die Jugendspruchkammer tagt in Essen-Vogelheim (v.l.): Harry Link, Stefan Köther, Vorsitzender Thomas Weiz und Sabine Schwerdtfeger.
Foto: Knut Vahlensieck

Die Spruchkammer des Fußballkreises Essen Nord/West hat einen Junioren-Kicker für ein Jahr gesperrt. Zur Verhandlung erschien der Kapitän des DJK Dellwig gar nicht erst.

Im kleinen Fußball sind auch die Geldbeträge klein. 75 Euro Ordnungsgeld und 75 Euro Verfahrenskosten muss der Verein DJK Dellwig zahlen, weil ein A-Junior mit massiven Tätlichkeiten einen Spielabbruch provoziert hatte. Die Strafe für den Fußballer fällt alles andere als klein aus: Die Jugendspruchkammer des Fußballkreises 13 Essen Nord/West hat den Kicker für ein Jahr gesperrt. Und hätte ihn gerne erheblich länger aus dem Verkehr gezogen. „Wir wollten einen Top-Zuschlag verteilen“, gesteht Vorsitzender Thomas Weiz. Aber für Jugendspieler ist laut Reglement des Verbands keine längere Sperre möglich. „Sehr schade“, findet nicht nur Thomas Weiz.

Ich werde jede Woche beschimpft

Scheidsrichter Thomas Weiz

Weiz war Fußballer, ist seit Jahrzehnten Schiedsrichter. „Ich werde jede Woche beschimpft“, sagt er fast gelangweilt. Obwohl er viel erlebt hat, schüttelt er bei der Beweisaufnahme im Vereinsheim des Vogelheimer SV immer wieder den Kopf. Hier, wo Pokale und Mannschaftsfotos von den Wänden grüßen, wird sonst an der rustikalen Theke gefeiert. Oder gemeinsam Bundesliga geschaut. Heute Abend tagt die Jugendspruchkammer.

Der Fall ist eindeutig. Mitte November: Das A-Junioren-Duell DJK Dellwig gegen den FC Stoppenberg II ist 80 Minuten ein normales Spiel. Dann dreht der Kapitän der Dellwiger durch. Er greift einem Gegner an den Hals. Er würgt den Schiedsrichter. „Mit beiden Händen“, wie der Unparteiische eindringlich erzählt. Und mit den Händen noch eindringlicher zeigt. Es wird sehr ruhig im Vereinsheim.

Das Spiel wurde abgebrochen. Der A-Junior stürmte danach noch einmal auf den Schiedsrichter zu, wurde aber zurückgehalten. „Zum Glück. Sonst wäre mehr passiert, als passiert ist“, vermutet Thomas Weiz. Die Aussagen der Trainer von Dellwig und Stoppenberg sind weitgehend identisch.

Jugendleiter: „In Gesprächen hat er wenig Einsicht gezeigt“

Der Täter ist nicht gekommen. „Das finde ich feige“, sagt Dellwigs Jugendleiter Frank Belusa über den Spieler, der jetzt sein Ex-Spieler ist. „In Gesprächen hat er wenig Einsicht gezeigt“, so Belusa weiter.

Bis heute hat sich der Täter nicht beim Schiedsrichter entschuldigt. Auch das erleichtert der Spruchkammer die Suche nach dem Strafmaß. „Er soll möglichst lange kein Fußball spielen“, fordert Frank Belusa vom Verein des Täters. „Geben Sie uns eine Zigarettenlänge Zeit“, sagt Thomas Weiz. Die Jugendspruchkammer zieht sich zurück.

„Wegen mehrerer tätlicher Angriffe“, so das Urteil, wird der „vermeintliche Sportkamerad“ (Weiz) bis November 2016 gesperrt. „Wir hoffen, dass er danach keinen Verein findet“, sagt Frank Belusa. Der angegriffene Schiedsrichter atmet kurz tief durch. In 28 Jahren an der Pfeife ist ihm so etwas noch nicht passiert. Nach dem Angriff hat er erst mal pausiert. An diesem Abend fährt er mit 13,20 Euro Aufwandsentschädigung nach Hause.

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KOMMENTARE

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  • smokejumper112 10.12.2015 18:48 Uhr
    Traurig ist doch nur, dass das Strafmass nicht höher ausfällt....ausfallen kann! Man müsste den Namen veröffentlichen dürfen, damit er nie wieder einen Verein findet!
  • via Facebook: Björn Müller 10.12.2015 14:16 Uhr
    Sperre Lebenslang, asoziales Pack hat auf dem Fussballplatz nix verloren.
  • via Facebook: Ralf Lohmann 10.12.2015 14:30 Uhr
    Ich sehe das genau wie Björn Müller, das muss dazu führen das diese Idioten von den Plätzen verschwinden, auf Dauer..
  • via Facebook: Mario Schare 10.12.2015 14:46 Uhr
    Wie kann man auf die Idee kommen den Schiedsrichter zu würgen? Zum Glück habe tue ich mir das nicht mehr an. Hoffentlich wird es zivilrechtliche Folgen haben.
  • via Facebook: Marcel Szela 10.12.2015 14:50 Uhr
    Erst scheisse bauen und dann nicht einmal den Arsch in der Hose dazu zu stehen. Sperre lebenslang egal welche Sportart es betrifft.
  • via Facebook: Mirco Schneider 10.12.2015 14:58 Uhr
    Mario Dukovcic Justin Orlowski Enes Kopka
  • via Facebook: Daniel Patrick Burgdorf 10.12.2015 15:34 Uhr
    Lebenslange Sperre. Was gibt es denn da zu diskutieren? Ich hoffe, zivilrechtlich kommt da auch noch etwas nach.
  • via Facebook: Walter Ferdinand Quack 10.12.2015 15:45 Uhr
    Da sieht man wie man heute die Jugend im Griff hat ! Gar nicht !
  • via Facebook: Dirk Kiy 10.12.2015 15:59 Uhr
    .......kein Arsch in der Hose der kleine, weder Respekt noch Ehre,also weg damit zum Hallenhalma.
  • via Facebook: Matthias Schneider 10.12.2015 18:36 Uhr
    Diese Leute haben auf keinen Sportplatz was zu suchen, und zwar dauerhaft.
  • via Facebook: Jürgen Schwenker 10.12.2015 19:01 Uhr
    Also die Vier gucken als wenn sie auch gerade gewürgt wurden. 😉
  • via Facebook: Michael Ternes 10.12.2015 21:13 Uhr
    Wenn Dellwig den Spieler vor der Verhandlung aus dem Verein ausgeschlossen hat beginnt die Strafe erst ab dem Tag an dem er sich in einem neuen Verein anmeldet. Ich hoffe das ist geschehen?! Das bringt be ganze Ecke Zeit als Strafe mehr
  • via Facebook: Sebastian Weber 10.12.2015 21:19 Uhr
    da fehlen einem echt die Worte
  • via Facebook: Thomas Giffels 10.12.2015 21:38 Uhr
    Bundesweit sperren für mindestens 20 Jahre und nach 15 Jahre und nach Schiedsrichter Lehrgang mit mindestens 50 Spiele wird die Strafe reduziert auf eine Sperre nur für einen LV.
  • via Facebook: Thomas Giffels 10.12.2015 21:39 Uhr
    Jeder Verein im FVN bzw. im Wflv darf diesen Spieler nicht auf nehmen es muss eine schwarze liste her
  • via Facebook: Ingo Schwarz 10.12.2015 23:01 Uhr
    Die Stimmung hier zeigt, dass alle maximal angesickt sind. Zu recht! Dennoch: lebenslange Strafen für einen 17-18 Jährigen zu fordern, geht gar nicht.
  • via Facebook: Björn Örny 11.12.2015 10:49 Uhr
    Lebenslang sperren den Typ

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