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22.07.2012 Druckversion | Versenden

Schalke-Friedhof

Kommentar: Zu viel des Kults


Ob arm oder reich, im Tod sind alle gleich. Oder auch nicht? Vielen Schalkern ist es offenbar eine Herzensangelegenheit, die letzte Ruhe unter Ihresgleichen zu finden.



So nach dem Motto: „Wir sind Schalker und ihr nicht!“ Der Tod ist ein ganz intimes Thema, vielleicht die privateste Angelegenheit überhaupt, keine Frage.

Und doch sei eine Anmerkung erlaubt: Alle Religionen und Konfessionen eint die Überzeugung, dass spätestens mit dem Ende des Lebens Frieden einkehren soll – zum Beispiel auch zwischen Schalkern und Dortmundern. Und deshalb sollten sie auch nebeneinander – und zwischen etlichen „Normalsterblichen“ – bestattet werden. Dort eine blau-weiße Schleife am Kranz, hier schwarz-gelbe Stiefmütterchen auf der Gruft – das würde dem lieben (Fußball-)Gott sicherlich gefallen.

Klub-spezifische Friedhöfe hingegen sind des Kults um einen Verein eindeutig zu viel, schlichtweg falsch verstandene Liebe zu einem Fußballverein.

Das gilt auch im Falle von S04, da kann die Metapher von der „Religion Schalke“ noch so oft und inständig bemüht werden.

Elmar Redemann




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