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Rote Karte für Emre Mor erhitzt die Gemüter

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BVB: Rote Karte für Emre Mor erhitzt die Gemüter
Foto: Firo

Die Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC lieferte in der Schlussphase jede Menge Zündstoff. Der Schiedsrichter verteilte gleich zwei Rote Karten.

Thomas Tuchel war angeschlagen. Schon während des Spiels gegen Hertha BSC (1:1) hatte der BVB-Trainer seine Stimme verloren. Das lag an einer äußerst dramatischen Schlussphase, in der die Gemüter im Dortmunder Signal-Iduna-Park überkochten. Die Hausherren drängten nach dem verdienten Ausgleich durch Pierre-Emerick Aubameyang auf den Siegtreffer.

In der 84. Minute wurde es dann richtig turbulent. Berlins Innenverteidiger Sebastian Langkamp konnte Emre Mor vor dem Strafraum nicht mit fairen Mitteln aufhalten und hielt ihm am Trikot fest. Der 19-Jährige verlor die Nerven und schubste seinen 32 Zentimeter größeren Gegenspieler. Langkamp ließ sich theatralisch fallen und provozierte so eine Rote Karte für Mor. Eine sehr harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung gegen den Türken, der als temperamentvoller Spieler gilt.

Sein Teamkollege Julian Weigl nahm Mor nach dem Spiel in Schutz: „Für mich war es keine Rote Karte. Natürlich stellt sich Emre nicht clever an. Das ist sein Temperament, so etwas sollte ihm nicht passieren. Aber ich sage trotzdem, dass es keine Rote Karte war, dass der Schiedsrichter das zu hart ausgelegt hat. Sein Gegenspieler war zwei Meter groß und Emre einen Meter gefühlt. Und er fällt dann deutlich um, von daher ist es keine Rote Karte“, sagte der Nationalspieler.

Gänzlich unschuldig war der türkische Auswahlspieler aber nicht. Weigl wolle die Angelegenheit mit seinen Kollegen intern regeln: „Er ist jetzt natürlich nicht glücklich gewesen in der Kabine und er wird mit Sicherheit von unseren gestandenen Spielern noch etwas zu hören bekommen, das ist ganz normal. Aber wir werden ihn jetzt nicht unterdrücken, sondern aufbauen. In der Champions League ist er ja nicht gesperrt, da brauchen wir ihn jetzt. Von daher hoffen wir, dass es jetzt ein mildes Urteil gibt.“

Vielmehr zog sich Langkamp den Zorn der Dortmunder zu. Dafür hatte der 28-Jährige durchaus Verständnis. Im Nachgang gab er gegenüber Sky zu Protokoll: „Es ist ein bisschen übertrieben, wie ich da reagiere. Ich habe mich von der Stimmung anstecken lassen, es tut mir leid.“

BVB-Trainer Tuchel, der nach der 0:2-Niederlage in Leverkusen das harte Einsteigen des Gegners kritisierte und damit die berühmte Foul-Debatte loslöste, gab sich dieses Mal wortkarg. Mit heiserer Stimme gab er dennoch indirekt zu verstehen, dass er mit dem Platzverweis gegen Mor nicht einverstanden war. „Sebastian Langkamp hat dazu alles gesagt. Das werde ich jetzt nicht weiter kommentieren.“

Hertha-Trainer Dardai sieht „echte Männer-Zweikämpfe“

Gleiches galt für die Tatsache, dass seine Mannschaft erneut 22 Fouls des Gegners hinnehmen musste. „Das Thema ist für mich beendet. Ich werde nichts mehr dazu sagen“, erklärte Tuchel.

Sein Gegenüber Pal Dardai, der sich im Vorfeld in die Foul-Diskussion eingeschaltet hatte, verlor seinen Torschützen Valentin Stocker nach einem harten Foul von hinten in die Beine von Matthias Ginter (90.). Glatt Rot. Ein überhartes Spiel sah der Hertha-Trainer jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: „Das waren echte Männer-Zweikämpfe. Es war ein geiles Spiel. Wir haben viel gegen den Ball gearbeitet und haben uns den Punkt verdient.“ Für seinen zuletzt gescholtenen Kollegen Tuchel hatte er einige versöhnliche Worte parat: „Thomas Tuchel ist ein großartiger Trainer. Ich habe im Vorfeld nur meine Meinung gesagt und niemanden beleidigt. Aus der Foul-Geschichte wurde mehr gemacht als eigentlich drinsteckte.“

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